Frauengewalt

Weibliche Gewalt


 

 

 

"Die Heilige Jungfrau züchtigt das Jesuskind vor drei Zeugen: A.B., P.E. und dem Maler"

Max Ernst:, 1926 Öl, 195 x 130 cm. Sammlung Madame Krebs, Brüssel"

 

 

 

 

 

Wenn Frauen schlagen 

3sat Kulturzeit vom 03.11.2010

http://www.youtube.com/watch?v=KLQVAN13Sno

 

 

 


 

 

Das Programm für Frauen 

Das Berliner Zentrum für Gewaltprävention bietet Frauen, die Gewalt ausüben, die Möglichkeit, sich in einer strukturierten Beratung mit dem eigenen Gewaltverhalten, seinen Beweggründen und Konsequenzen auseinander zu setzen und alternative Verhaltensstrategien zu erlernen.

Hierfür bieten wir in Einzelsitzungen von je 50 Minuten Dauer Übungen, Reflektion sowie die Bearbeitung spezifischer Konfliktsituationen an und fördern damit die Entwicklung angemessener Problembewältigungs- und Konfliktlösungsfähigkeiten.

Es werden jeweils 5 Sitzungen im Block miteinander vertraglich vereinbart. Nach der 5. Sitzung eines jeden Blocks wird ein weiterer Block vereinbart. Das Programm ist auf 15 Einzelgespräche ausgelegt.

Im Mittelpunkt stehen dabei die drei zentralen Hintergründe gewalttätigen Verhaltens:

* Mangel an sozialer Kompetenz

* Mangel an Selbstwertgefühl und Ich-Stärke

* weibliches Glaubenssystem

Die Zielgruppe

Wir wenden uns mit unserem Angebot an gewalttätige Frauen jeden Alters, die

* eine Beratung oder Behandlung angeraten bekommen haben

* zur Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Programm juristisch gewiesen wurden

* ihre eigene Gewalt als entwicklungsbedürftiges Problem ansehen

* ihre eigene Aggressivität leidvoll erleben

* im Kontext ihrer eigenen Aggression Bedarf verspüren, sich mit sich selbst zu beschäftigen

* Gewalt als hilflosen Konfliktlösungsversuch gegen ihre Partner (und Partnerinnen) angewandt haben und dies für sich und ihrer Partnerschaften ändern möchten.

Die Aufnahme | das Eingangsgespräch

Am Beginn jeder Teilnahme am Programm steht ein Eingangsgespräch. Dieser Gespräch dient der Abklärung, inwieweit eine Teilnahme sinnvoll erscheint und angezeigt ist. Nach einer kurzen, klärenden Darstellung des eigenen Anliegens der Klientin wird dieser das Behandlungsprogramm vorgestellt, ihre Bereitschaft und Motivation hinterfragt und ihr die finanziellen und vertraglichen Rahmenbedingungen deutlich gemacht. Ausschlußkriterien

* behandlungsbedürftiger Alkohol- oder Drogenmissbrauch

* fehlende Teilnahmemotivation

* Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Psychose

Die Einzelberatung

Mit Hilfe von

* Übungen

* Mediennutzung

* Arbeitsblättern

* Selbstreflexion

* Tatbearbeitung

soll es der Teilnehmerin ermöglicht werden, die Wahrnehmung für das eigene Gewaltverhalten zu schärfen und ein verantwortliches, partnerschaftliches Alternativverhalten in Konfliktsituationen zu erlernen.

Es werden im Laufe des Programms folgende Themen bearbeitet:

* Signale und Auszeiten

* Gewalt, Macht und Kontrolle

* Leugnen der Verantwortung und Verharmlosung insbesondere bezüglich der "nicht körperlichen" Gewalt in der Partnerschaft.

* Auswirkungen von Gewalt in der Partnerschaft.

* Umgang mit Emotionen, Möglichkeiten der Emotionsregulation.

* Versteckte Drohungen und Einschüchterungen

* Emotionale Misshandlung

* Verantwortungsübernahme

* Wiedergutmachung

* Elternschaft und die Auswirkungen von Gewalt auf die Kinder

* Eifersucht und Isolation

* Selbstgespräche (Aufregen und Abregen)

* Loslassen

* Verhandlung

* Bleiben und Bewahren

Weitere Angaben

Die Einzelberatung ist konzipiert für 15 Sitzungen von je 50 Minuten Dauer

Die Teilnehmerin sagt ihre Teilnahme verbindlich für die gesamten 15 Sitzungen zu und verpflichtet sich zu Pünktlichkeit, Bereitschaft zur Mitarbeit und zum Gewaltverzicht während Teilnahme. Das Ziel des Programms ist die selbstverantwortliche Entwicklung einer gewaltfreien Lebensperspektive einer jeden Teilnehmerin. Kosten Die Eingangberatung ist kostenlos. Die Einzelberatungen kosten jeweils 45 Euro. Jeder Block muss im Voraus bezahlt werden (225,00 Euro). Anmeldung

Wenn Sie uns zu einem Erstgespräch besuchen wollen, rufen Sie uns einfach an oder laden Sie sich unser Anmeldeformular (als Word-Dokument oder PDF) auf Ihren Rechner und schicken es uns per Post, Mail oder Fax. Wir vereinbaren dann mit Ihnen einen Termin.

Sollte Ihre Teilnahme am Programm juristisch motiviert sein, bringen Sie bitte zum Erstgespräch auch eine Kopie Ihres Urteils sowie gegebenenfalls auch der Bewährungsauflage mit.

Nehmen Sie mit uns via Mail Kontakt auf und vereinbaren Sie mit uns einen Termin!

http://www.bzfg.de/4.html

 

 

 

BERLINER ZENTRUM FÜR GEWALTPRÄVENTION | Entwicklung gewaltfreier Lebensperspektiven in Partnerschaft, Familie, Gesellschaft

 

ACKERSTRASSE 11B

10115 Berlin-Mitte

fon: 030 - 23 45 79 02

fax: 01805 - 233 633 029 34

office@bzfg.de

www.bzfg.de

 

 

 

Gefunden am 23.04.2009

 

 


 

 

 

Gewalt ist auch weiblich

02.07.2009

Wissenschaft, Forschung, Bildung

Pressemitteilung von: Fachbereich Sozialwesen, Hochschule Niederrhein

Gewalt ist auch weiblich - Band 1: Gladbacher Gewaltstudie - Band 2: Analysen - Hindergründe - Interventionen

(openPR) - Pünktlich zum Ende des Sommersemester haben Prof. Dr. Max Kreuzer vom Fachbereich Sozialwesen der Hochschule Niederrhein und der Straf- und Jugendrichter Bernd Geiger-Battermann den zweiten Band von "Gewalt ist auch weiblich" veröffentlicht.

Im ersten Band von „Gewalt ist auch weiblich“ haben die beiden Herausgeber über die Ergebnisse einer eigenen Interviewstudie mit 11 gewaltbereiten Mädchen und jungen Frauen berichtet. Dabei haben sie sich eng an der Gliederung der „Hallenser Gewaltstudie“ orientiert, der die Lebensgeschichten von 23 männlichen jugendlichen Gewalttätern zugrunde liegen. Dadurch war es möglich, zu vergleichen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede festzuhalten. Zudem sind im ersten Band die narrativen Interviews vollständig abgedruckt, um den Leserinnen und Lesern einen eigenen Eindruck und eine eigene Einschätzung zu ermöglichen.

Im zweiten Band von „Gewalt ist auch weiblich“ versuchen die Herausgeber, die mittlerweile entfachte Fachdiskussion zum Thema zu ordnen, Argumentationslinien zu formulieren und durch aktuelle Originalbeiträge zu vertiefen. Hierbei greifen wir auf kriminologische, aber insbesondere sozial- und erziehungswissenschaftliche Beiträge zurück.

In der Einleitung entfaltet Bernd Geiger-Battermann die Komplexität des Themenfelds und geht insbesondere auf die Desiderate in der Entwicklung von genderspezifischen Interventionen in der Jugendhilfe, der Jugendgerichtshilfe und der Jugendgerichtspraxis ein. Er knüpft dabei an wesentliche Ergebnisse des ersten Bandes an.

In seinem ersten Beitrag versucht Max Kreuzer, die gängige These „Jugend-Gewalt ist männlich“ zum einen durch die strafrechtlich relevanten Daten der PKS zu physischer und körperlicher Gewalt zu evaluieren und zum anderen durch Erweiterungen und Verschiebungen im Gewalt-Begriff in Richtung psychischer Aggression und Beziehungsgewalt zu relativieren. Dabei wird auch die geschlechterbezogene Opferbelastung differenziell untersucht.

Susan Batchelor bezieht sich in ihrem Beitrag auf ihre eigenen Forschungsaktivitäten und -ergebnisse an der Universität Glasgow. Sie hat dabei junge Frauen im Blick, die durch körperliche Gewalt aufgefallen sind. Sie geht dabei den kognitiven und emotionalen Konstruktionen nach, die diese ihrer Gewaltbereitschaft und -ausübung als Begründung bzw. Motivation zugrunde legen, und schließt aus den Interviews auf ihr Konzept von „Weiblichkeit“.

In seinem zweiten Beitrag fasst Max Kreuzer die Forschungsergebnisse zusammen, die sich auf die Sozialisation gewaltbereiter junger Frauen und auf die Entwicklungspfade hin zu ihrer Gewaltbereitschaft beziehen. Hierbei wird wieder versucht, nachweisbare Unterschiede in der Entwicklung von weiblichen und männlichen Jugendlichen festzuhalten. Diese Unterschiede können wichtige Hinweise auf die Ausgestaltung gender-sensibler Interventionsangebote geben.

Auch Sidsel Natland bezieht sich in auf eigene Forschungsaktivitäten und -ergebnisse an der Universität in Bergen. Auch ihr Beitrag nimmt – wie der von Susan Batchelor – kognitive und emotionale Konstruktionen von gewaltbereiten jungen Frauen in den Blick; hier steht allerdings im Mittelpunkt, wie sie ihr Konzept der „Freundschaft“ mit der Gewalttätigkeit gegen andere Mädchen und junge Frauen in Einklang zu bringen versuchen. Auch hier wird ihr Konzept von „Weiblichkeit“ beleuchtet.

Nina Wittendorff gibt in ihrem Beitrag einen Einblick in die Eckpfeiler und Leitlinien der Interventionsprogramme, die sich in Dänemark auf der Grundlage einer reformierten Jugendpolitik und Jugendarbeit etablieren konnten. Ihr Beitrag, der auf ausführlichen eigenen Forschungsarbeiten an der Dänischen Pädagogischen Universität (DPU) in Kopenhagen beruht, kann Anstoß dazu sein, lebensweltorientierte Ansätze in der sozialpädagogischen Arbeit mit gewaltbereiten jungen Frauen auch in Deutschland konsequenter zu entwickeln.

Die Beiträge der Autorinnen aus Schottland, Norwegen und Dänemark zeigen, dass die Thematik „Gewalt ist auch weiblich“ nicht auf die deutsche Situation beschränkt ist. Den drei Kolleginnen sei an dieser Stelle nochmals gedankt, dass sie sich bereit erklärt haben, sich an dieser Publikation zu beteiligen.

Die Bücher der Schriftenreihe des Fachbereiches Sozialwesen der Hochschule Niederrhein sind über den Buchhandel oder direkt über den Fachbereich zu beziehen.

Band 46

Gewalt ist auch weiblich

Band 2: Analysen - Hindergründe - Interventionen

von Max Kreuzer, Bernd Geiger-Battermann (Hrsg.)

ISBN 987-3-933493-24-8, 150 Seiten, Euro 8,00

Band 44

Gewalt ist auch weiblich

Band 1: Gladbacher Gewaltstudie

von Bernd Geiger-Battermann, Max Kreuzer (Hrsg.)

ISBN 978-3-933493-22-4, 312 Seiten, Euro 12,50

 

Weitere Infos zur Schriftenreihe:

www.hs-niederrhein.de/fachbereiche/fb06/schriftenreihe/

Hochschule Niederrhein

Fachbereich Sozialwesen

Richard-Wagner-Str. 101

41065 Mönchengladbach

www.hs-niederrhein.de/sozialwesen

www.hs-niederrhein.de/master-kultur.html

WebRedaktion:

Albert Verleysdonk

 

http://www.openpr.de/news/321634/Gewalt-ist-auch-weiblich.html

 

 


 

 

 

Polizei fasst 49-jährige Reifenstecherin

Derenburg/Halberstadt - In Derenburg (Landkreis Harz) hat die Polizei eine 49 Jahre alte Frau gefasst, die an 22 Autos Reifen zerstochen haben soll. Die Ermittler vermuten, dass sie zwischen Februar und April insgesamt 38 Reifen zerstörte. Aus Frust über ihre persönliche Situation sei sie in den Abend- und Nachtstunden in Derenburg unterwegs gewesen, um sie mit einem Schraubenzieher zu zerstechen, teilte die Polizei am Dienstag in Halberstadt mit. Der Schaden betrage rund 3500 Euro. Die 49-Jährige hat die Taten gestanden.

28.04.2009

http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/sachsen_anhalt/sachsen_anhalt_newsticker/?sid=utd2ceh034u1q31u1p1ncukno5&em_cnt=1377282

 

 

 


 

 

 

 

Associated Press Worldstream - German

22. November 2006 Mittwoch 11:16 AM GMT

Gewalttätige Frauen sollen kein Tabuthema mehr sein;

Laut Bericht des Kantons Bern jeder zehnte Fall häuslicher Gewalt durch Frauen

 

Bei häuslicher Gewalt ist in mindestens jedem zehnten Fall der Mann das Opfer. Dies zeigt ein Bericht der Fachkommission für Gleichstellungsfragen des Kantons Bern. Die Experten wollen damit die Öffentlichkeit für dieses Tabuthema sensibilisieren.

»Wir wollen die Augen nicht vor Unangenehmem verschliessen«, sagte Kommissionspräsidentin Dori Schaer am Mittwoch vor den Medien. Deshalb habe die Kommission beschlossen, dieses Tabuthema aufzugreifen, auch wenn sie sich bewusst sei, dass es leicht missverstanden werden könne. Sie wolle aber auf keinen Fall die von Männern ausgehende Gewalt relativieren, die schwerer wiege als umgekehrt.

Der Bericht soll insbesondere bestehende Opfer- und Täterklischees aufbrechen. Verschiedene kantonale Polizeistatistiken zeigen nämlich laut den Verantwortlichen, dass auf neun Männer eine Frau kommt, die in der Partnerschaft gewalttätig wird. Gewalt durch Frauen konzentriere sich zudem nicht auf einen bestimmten Bevölkerungskreis, sondern geschehe quer durch alle Schichten. Weiter hält der Bericht fest, dass Mütter und Väter etwa zu gleichen Teilen Gewalt gegen Kinder ausüben. Ein besonderes Tabu stelle hier die sexuelle Gewalt dar. Der Anteil der Täterinnen liege gemäss verschiedenen Schätzungen bei neun bis zehn Prozent.

Die Kommission will mit ihrem Bericht »Wenn Frauen gewalttätig werden: Fakten kontra Mythen. Ausübung von häuslicher Gewalt ist nicht auf Männer beschränkt« insbesondere die Öffentlichkeit sensibilisieren. Zudem müssten Datenlücken geschlossen werden und Verbesserungen im Beratungsangebot geprüft werden. Auch sollen die zuständigen Fachleute entsprechend weitergebildet werden.

Erleichtert, dass »endlich ein solcher Bericht vorliege«, zeigte sich Andreas Jost von der Berner Fach- und Beratungsstelle »StoppMännerGewalt«. Bei Gesprächen mit seinen Klienten merke er immer wieder, dass gewalttätige Frauen aus Männersicht nicht ernst zu nehmen seien. Es gebe Männer, die lachen, wenn sie erzählen, dass ihre Partnerin sie im Schlaf mit einem Messer habe ermorden wollen.

Dementsprechend melden sich Männer, die Opfer von weiblicher Gewalt wurden, auch selten. Laut den Fachleuten braucht es hier ein Umdenken in der Gesellschaft. Claudia Fopp, Leiterin des Berner Interventionsprojekts gegen häusliche Gewalt, befürchtet sonst einen Teufelskreis: »Das Verleugnen des Opferseins fördert auch wieder die Täterschaft.«

Häusliche Gewalt ist auch Thema einer kantonalen Fachtagung am kommenden Freitag im Naturhistorischen Museum Bern. In verschiedenen Kantonen sind zudem am Samstag im Rahmen des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen Aktionen zum Thema geplant.

ap/bi/e

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Häusliche Gewalt auch durch Frauen ausgeübt

Wenig Studien zu Gewalttätigkeit der Frauen

Häusliche Gewalt ist nicht auf Männer beschränkt. In mindestens zehn Prozent der angezeigten Fälle sind Frauen die Täterinnen. Dies geht aus einem Bericht der bernischen Gleichstellungskommision hervor.

Die bisherigen Forschungen zum Thema basierten fast ausnahmslos auf den tradierten Rollenbildern: Mann als Täter, Frau als Opfer. Dass dies so nicht immer stimmt, belegen Polizeistatistiken mehrerer Kantone (BE, SG, AR, ZH), auf die sich der Bericht stützt.

 

Männer sollen darüber sprechen

Bisher werde über Gewalt von Frauen vorwiegend gewitzelt, Männer als Opfer passen nicht zum Bild von Männlichkeit. Entsprechend fällt es Männern schwer, sich als Opfer wahrzunehmen und zu verstehen.

Sie sollten lernen, ihre Opfererfahrung zu akzeptieren und darüber zu sprechen. Dafür brauche es auch eine Bestandesaufnahme der Beratungs- und Hilfsangebote, fordert die Kommission.

 

Gewalt an Kindern zu gleichen Teilen

Die Frau als Täterin bei Gewalt an Kindern werde ebenfalls kaum thematisiert. Neuere Untersuchungen zeigen laut Bericht, dass Väter und Mütter etwa zu gleichen Teilen Gewalt gegen Kinder ausüben.

Allerdings lasse sich das Ausmass von Gewaltausübung durch Väter und Mütter nicht direkt vergleichen, solange nicht beide zu gleichen Teilen Zeit und Verantwortung für ihre Kinder aufbrächten.

 

Hilfsangebote prüfen

Gemäss der Fachkommission ist zu prüfen, inwieweit die bestehenden Angebote und Massnahmen für männliche Gewaltopfer, weibliche Gewaltausübende und für misshandelte Kinder zu verbessern sind.

Ferner soll beim Kinderschutz der Gewalt von Frauen gegen Kinder mehr Beachtung geschenkt werden.

(sda/bers)

 

22. November 2006, 12:01

 

http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2006/11/22/schweiz/62782

 

 

 


 

 

 

Gewalt ist nicht (nur) männlich – Neue Erkenntnisse zu Gewaltphänomenen bei KU-Tagung

 

„Gewalt ist männlich“ – diese, typischerweise durch Medien vermittelte Aussage ist falsch. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler, die sich im Rahmen einer Tagung an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) mit dem Themenfeld „Geschlecht – Gewalt – Gesellschaft“ auseinandersetzen. So zeigt sich beispielsweise, dass Konflikte und Widersprüche in den Biographien von Gewalttätern einen viel größeren Einfluss auf die Entstehen von Gewalt haben, als das Geschlecht eines potenziellen Täters. Dies belegt beispielsweise eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen.

 

 

Drei Tage lang diskutierten Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen im Rahmen der Otto von Freising Fachtagungen an der KU neueste Forschungsergebnisse zu Gewalt in der Gesellschaft. Tagungsleiter Prof. Dr. Siegfried Lamnek; Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie II, und seine Mitarbeiter hatten international führende Gewalt- und Genderforscher aus Soziologie, Kriminologie, Pädagogik, Psychologie, Psychiatrie, Rechtswissenschaft, Geschichte und Sozialarbeit zu diesem Symposion in Eichstätt versammelt. Mit Hilfe eigener Theoriemodelle, Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der Praxis skizzierten sie die Möglichkeiten einer disziplinenübergreifenden, geschlechtsdifferenzierten Herangehensweise an das Gewaltphänomen, das im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Wandel gesehen wird.

Ausgangspunkt der Überlegungen war die zunehmende Aufmerksamkeit, die seit einigen Jahren in der massenmedialen Berichterstattung und in den Sozialwissenschaften dem Aufsehen erregenden Thema Frauengewalt – speziell mit Blick auf Vorfälle häuslicher Gewalt – gilt. Da allein die Problematisierung einer systematisch auftretenden Form von „männlicher“ Gewaltausübung durch Frauen den üblichen Wahrnehmungen von Gewalt als ausschließlich männliches Phänomen widerspricht, standen neben der Beschäftigung mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen auch Fragen grundsätzlicher Art im Zentrum des Interesses. Hierzu gehört beispielsweise die Frage nach der gesellschaftlichen Funktion der „traditionellen“ Aufteilung in männliche Täter und weibliche Opfer oder die Frage, ob Emanzipation weibliche Verbrecher schafft. Ist die weibliche Delinquenz mitverantwortlich für den vielfach beklagten Anstieg der (Jugend)Kriminalität oder ist Gewalt nach wie vor ausschließlich männlich besetzt?

Prof. Dr. Ulrike Popp, Klagenfurt, verwies darauf, dass sich die vorherrschende Definition von Gewalt fast ausschließlich auf strafrechtlich relevante Delikte oder physische Gewalt mit Verletzungs- oder Tötungsfolgen beziehe. Jedoch belegten Untersuchungen zu den Ausdrucksformen weiblicher Aggression, dass eine Erweiterung des Gewaltbegriffes um Kategorien wie Mobbing, Stalking, psychische und verbale Gewalt das Verhältnis von männlicher zu weiblicher Täterschaft deutlich zu „Ungunsten“ der Frauen verschieben würde. Dagegen werde in den Medien und in weiten Teilen der Wissenschaft ständig darauf verwiesen, Gewalt sei ein Männermonopol, was zu einer erheblichen Verzerrung der gesellschaftlichen Realität beitrage. In den USA habe sich zum Beispiel gezeigt, dass im Bereich der häuslichen Gewalt Männer wie Frauen in ähnlichem Umfang gewalttätig würden – allerdings mit unterschiedlichen Mitteln. Studien der Universität Potsdam zeigen, dass Männer bei sexueller Gewalt häufiger in Erscheinung treten und mit Gewalt eher die Frauen verletzen, bei physischer Partnergewalt Frauen dagegen ein breiteres Spektrum von Gewalt anwenden, berichtete Prof. Dr. Barbara Krahé.

Bei Kindern und Jugendlichen sind Mädchen deutlich häufiger Opfer von Gewalt. Kirsten Bruhns vom Deutschen Jugendinstitut berichtete jedoch von einer Tendenz, wonach Mädchen und junge Frauen in gewaltbereiten Jugendgruppen im Streben nach Anerkennung für sich Handlungsoptionen in Anspruch nehmen, die nicht (mehr) mit geschlechtstypischen Verhaltenserwartungen übereinstimmen.

Die politischen Konsequenzen, die mit einer ideologischen, also in diesem Falle „faktenresistenten“ Deutung empirischer Ergebnisse einhergehen, wurden schließlich bei der Frage der Prävention diskutiert. Mitarbeiter von Selbsthilfeorganisationen von Gewaltbetroffenen betonten die Bedeutung der Überwindung von geschlechtsbezogenen Tabus und falsch verstandener „Geschlechterjustiz“ bei häuslicher Gewalt im Hinblick auf eine Gleichstellung der Geschlechter vor dem Gesetz und auf das Durchbrechen des Gewaltkreises zwischen den Generationen, dem gegenwärtig Frauen, Männer, aber vor allem Kinder ausgesetzt sind.

Ein Tagungsband mit sämtlichen Beiträgen, die im Rahmen des Symposiums vorgetragen wurden, wird im August 2003 beim Opladener Verlag Leske + Budrich erscheinen.

 

 

24.07.2003; Eichstätt, 16.07.2003 (upd)

http://www.ku-eichstaett.de/Forschung/News/105903104242620

 

 

 

 

 


 

 

Erin Pizzey 

Working with Violent Women 

 

http://www.vix.com/menmag/pizzey.htm

 

 


 

 

 

"Die Zerstörung des Mythos von der friedfertigen Frau

Eine qualitative Forschungsstudie über den Einfluß von sozialen Gruppenkontexten auf das direkte Aggressionsverhalten von Frauen"

 

Claudia Leeb, 1998, ISBN 3-631-32224-0

 

 


 

 

"Täterinnen. Offene und versteckte Aggressionen von Frauen".

Heyne, Claudia: Kreuz Verlag Zürich 1993  

 

 


 

 

"Zornige Frauen. Wütende Männer"

Anne Campbell, Fischer TBV, ISBN 3-596-12381-X

 

 

 


 

 

Brutale Frauen I

 

Das war vielleicht ein Fernsehabend. Erst auf Video "Matrix", die weibliche Hauptheldin beteiligte sich gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen (die Guten) am fröhlichen Männerkillen (die Bösen). Es müssen so ca. 200 böse Männer gewesen sein, die im Laufe des Filmes ihr Leben lassen mussten. Wenigstens 60 davon dürfte unsere Hauptheldin erledigt haben. Ja so sind sie die modernen Frauen. Nichts da, von wegen Kittelschürze und "Bild der Frau" lesen.

 

 

 

Brutale Frauen II

 

Nachdem das Video zu Ende war, zappte ich noch durchs Fernsehprogramm. Auf Pro7 lief ein Softpornofilm, wo eine Frau mit oben ohne, sich dauernd an die Brust fasste und ein offenbar penisloser Mann (trotz intensiven Hinguckens konnte ich jedenfalls keinen Penis an dem Mann erkennen) in rhythmischen Schwingungen seine Hüfte vor und zurückbewegte und damit wohl eine Penetration vortäuschen wollte. Das ganze guckte ich mir drei Minuten an, dann wurde mir langweilig und ich zappte weiter, bis ich beim WDR anlangte.

"Brutale Frauen" lautete das Thema einer telefonischen "Livelebensberatersendung" mit Domian am 18.6.03 zu nachtschlafender Zeit von 1-2 Uhr auf WDR. www.wdr.de

 

Nun, dachte ich, wer wird schon so verrückt sein und da anrufen. doch ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Die brutalen Damen warteten offenbar schon im Dutzend in der telefonischen Warteschleife, bis sie dann endlich berichten konnten. Von Kinder verkloppen, Frauen verprügeln und Männer attackieren, alles war dabei. Auch ein Freund einer der prügelnden Frauen teilte sich mit. Auf die Frage von Domian, warum er sich denn nicht von der Freundin trenne, antwortete er, sie hat ja auch gute Seiten. Domian war so geschickt, auch ein bisschen die Hintergründe der prügelnden Frauen zu erfragen. Da hat er dem Bundesfamilienministerium echt was voraus. Die wissen noch nicht mal, dass es prügelnde Frauen gibt, geschweige denn das sie wüssten, warum diese prügelten. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, vielleicht gehen die Ministerialbeamten und -beamtinnen mal bei Domian in eine Wochenendschulung. Schaden anrichten kann es sicherlich nicht,

meint jedenfalls Manne

18.06.03

 

 

 

 


 

 

Weibliche Gewalt: Setzen wir Therapeuten uns damit wirklich auseinander?

"Counselling and Psychotherapy Journal CPJ", Dezember 2002

Von Werner Kierski

 

Während meiner Ausbildung als Psychotherapeut antwortete einer unserer Trainerinnen auf die Frage, ob sie mit Kindesschändern arbeiten würde: „Natürlich würde ich mit einem Kindesschänder arbeiten, solange ER die Misshandlungen unterlässt während er mit mir arbeitet.“ Für mich war diese Position die einzig vernünftige; ich würde mich wahrscheinlich genauso verhalten, wenn ich mit einem Kindesschänder arbeiten würde. Zu dieser Zeit war ich mir nicht der Annahme bewusst, dass ein Misshandler männlich sei.

Ich habe bis heute nicht mit einem männlichen Kindesmisshandler gearbeitet. Stattdessen habe ich mit einer Klientin gearbeitet, die ihren Ehemann mit einem Messer angriff, während er ihr Kind im Arm hielt. Eine andere Klientin, mit der ich arbeitete, war in regelmäßige Auseinandersetzungen mit ihrer Umgebung verwickelt. Die gleiche Klientin versuchte oft, mich zu einzuschüchtern. Bedauerlicherweise ging dieses Einschüchtern so weit, dass ich nach intensiven Diskussionen mit meiner Supervisorin die Arbeit mit dieser Frau nach drei Jahren abbrach. Die Entscheidung, dass wir mit den Möglichkeiten unserer Arbeit gescheitert waren, war hart. Sie ging zornig und ich blieb, an meinen Fähigkeiten zweifelnd, zurück.

Ich sah die Gründe für das aggressive und gewalttätige Verhalten meiner beiden Klientinnen als Kombination von Situationsstress und Trauma einer schmerzhaften Kindheit. Im Nachhinein glaube ich jedoch, dass diese Sichtweise wahrscheinlich eine der Ursachen für das Scheitern der Arbeit mit diesen Frauen war.

Wenn diese Klientinnen Männer gewesen wären, wäre meine Bewertung vermutlich ganz anders gewesen: Ich wäre der Arbeitsthese gefolgt, dass a) Gewalt ein Problem ist und b) dass ein Therapeut sich mit dem der Gewalt zugrunde liegenden Ärger und der Wut auseinandersetzen muss, um dem/der Klienten/in zu helfen, damit positiv umzugehen. Meine Gegenübertragung wäre im Falle eines Mannes anders gewesen. Bedauerlicherweise hatten meine beiden Klientinnen keine Chance, von solch einem Ansatz zu profitieren.

Auch wenn ich mich anstrenge, kann ich mich nicht erinnern, dass während meiner Ausbildung und den Jahren danach unter meinen Kollegen/innen viel über weibliche Aggression und Gewalt diskutiert wurde – weder in bezug deren körperliche, noch in bezug auf nicht-körperliche Formen. Es sieht in der Tat so aus, als werden auf internationaler Ebene unter Psychotherapeuten im Großen und Ganzen kaum Anstrengungen unternommen, um ein Verständnis dieses Phänomens zu entwickeln. Deshalb ist es schwierig, adäquate Unterstützung für gewalttätige und misshandelnde Frauen anzubieten. Es gibt keine Stelle, an die sich gewalttätige Frauen um Hilfe wenden können.

Wenn über weibliche Gewalt gesprochen wird, dann erfolgt oft und rasch eine Überleitung in ein anderes Thema. Es wird nämlich angenommen, dass die Natur weiblicher Gewalt in erster Linie ein situationsbedingtes Ergebnis, begründet durch externe Ursachen außerhalb der Kontrolle der Täterin ist. Dies waren auch meine Ansichten zu meinen Klientinnen.

In einigen Fällen negieren solche Ansichten die Ansichten der Täterinnen völlig. Zum Beispiel Guinevere Garcia: Sie erstickte ihre 11 Jahre-alte Tochter und einige Jahre später (1991) tötete sie ihren Exmann. Sie wurde in Illinois zum Tode verurteilt. Dieses Urteil wurde durch den Gouverneur einige Jahre später in Lebenslänglich umgewandelt, wofür als Begründung die harten Lebenserfahrungen von Garcia herangezogen wurde. Garcia widerlegte alle Versuche, ihre Verbrechen als die eines Opfers zu betrachten. Sie sagte: “Bezeichnen, propagieren und beurteilen Sie meine Taten nicht allgemein als die einer misshandelten Frau. In mir ist eine Menge Wut und wenn ich wieder freigelassen werde, wird sich diese Wut wieder hochkommen.”

Weibliche Täter und deren Opfer erhalten selten angemessene Hilfe. Daher bleiben Kreisläufe von Gewalt und Schmerz ungebrochen: Leiden und Schmerz setzen sich von selber fort und Trauma erzeugt sich selbst. Die Organisatorinnen der aus den USA stammenden Kampagne zum Brechen des Schweigens um den sexuellen Missbrauch von Töchtern durch Mütter (Making Daughters Safe Again, MDSA) sagen, dass Mütter zum gleichen Ausmaß von Gewalt, Hass und selbstbestimmten Verhalten fähig sind, wie andere menschliche Wesen. MDSA weist auf das anhaltende Versagen von Sozialarbeitern und Psychotherapeuten hin, Opfer und Täter zu erkennen, zu verstehen und zu behandeln.

Noch bestürzender ist, dass obgleich 81% dieser Opfer in Therapie sind, nur 3% soviel Vertrauen zu ihrem Psychotherapeuten haben, dass sie über den Missbrauch sprechen. Weibliche Kindesschänderrinnen suchen seltener Hilfe als männliche Kindesschänder. Dies spiegelt wieder, wo der therapeutische Berufsstand in bezug auf das Problem steht. Allein für Großbritannien wurde geschätzt, dass mehr als 250.000 Kinder von Frauen missbraucht wurden.

Wenige Therapeuten haben den Mangel an Konzeptionen bezüglich Arbeit mit weiblicher Gewalt zum Ausdruck gebracht. Eine Ausnahme war der aus Seattle stammende Therapeut Michael Thomas, der für eine Einrichtung gegen Kindesmisshandlung tätig war. Seine Arbeit zeigte eine drastische Kluft zwischen dem Inhalt seiner therapeutischen Ausbildung und den Erfahrungen seiner Klienten. Er bemerkte, dass „dir beim Anhören der Geschichten der Kinder klar wird, dass erheblich mehr Gewalt von Frauen gibt, als jeder von uns zu erwarten konnte.“ Erin Pizzey, die weltweit als eine der Pionierrinnen der Frauenhäuser bekannt ist, bestätigt Thomas‘ Sichtweise. Pizzey stellte bei ihrer Arbeit mit Fällen von sexuellen Missbrauch fest, dass es ebenso viele weibliche wie männliche Pädophile gibt.

Weibliche Gewalt gegen Frauen, sei es in gleichgeschlechtlichen Beziehungen, in Frauengefängnissen oder in anderen Situationen, spiegeln ebenfalls hohe Gewaltraten wider. Laut Patricia Pearson sind gewalttätige Vorfälle in britischen Frauengefängnissen zweieinhalbmal häufiger als in Männergefängnissen. Verletzungen von Gefängnisregeln in US-Gefängnissen betrugen im jährlichen Durchschnitt zwei pro weiblichen Insassen, während es 1,4 pro männlichen Insassen waren. Unter den häufigsten Gewalttaten sind Tätlichkeiten gegen Vollzugsbeamte, unbewaffnete Schlägereien und Beschädigung oder Zerstörung von Eigentum.

Der Mangel an offener Diskussion und Erforschung weiblicher Gewalt hat diese zu einem Nicht-Thema werden lassen. Dies ist ziemlich erstaunlich, besonders angesichts der von Kollegen berichteten Geschichten über Klienten, die unter Misshandlungen durch Mütter, Schwestern, Tanten, Großmütter, Kindermädchen, Lehrerinnen, Krankenschwestern und anderen litten. Zudem gibt es Berichte über Bedrohungen von Frauen gegen ihre Therapeuten.

Weltweit gibt es fast 200 abgeschlossene Studien über weibliche Gewalt. Martin Fiebert von der California State University Department of Psychology hat systematisch empirische Studien mit Daten von 60.000 Personen aufgelistet. Die Resultate veranlassen ihn zu der Schlussfolgerung, “das Frauen in ihren Beziehungen mit ihren Partnern genauso aggressiv oder noch aggressiver wie ihre Gatten oder männlichen Partner sind.” John Archer, Professor für Psychologie an der University of Central Lancashire, führte eine Meta-analytische Auswertung von über 80 Studien zu Aggressionen in heterosexuellen Beziehungen durch. Die Ergebnisse zeigten, “dass sich Frauen etwas wahrscheinlicher als Männer aggressiv verhalten und dass sie dies auch häufiger tun.” Eine weitere Studie von DeMaris über das Initiieren von Aggressionen, im Vergleich zwischen Männern und Frauen, zeigte, “dass wenn ein Partner Gewalt ausübt, diese am häufigsten von der Frau ausging.” Nach DeMaris betreffen diese Befunde sowohl weiße wie farbige Probanden.

Die Ergebnisse einer an der Universität Bremen unter Leitung von Professor Amendt zu Aggressionen bei der Trennung von Partnern durchgeführten Untersuchung zeigten, dass Männer 18%, Frauen aber 60% der körperlichen Angriffe initiierten. Das wachsende Bewusstsein zu weiblicher Gewalt hat im Jahr 2001 das deutsche Familienministerium dazu veranlasst, eine nationale Studie zu dem Problem auszuschreiben.

Detaillierte Fakten und Daten über Gewalt und Misshandlung durch Frauen sind inzwischen leicht zu bekommen. Die Zahl der Veröffentlichungen zu dem Problem nimmt zu. Viele sorgfältig recherchierte Publikationen (Pearson, Heyne, Kirsta) befassen sich ausschließlich mit weibliche Gewalt. Als ich eine Internetsuche mit Google.com mit dem Stichwort „female violence“ durchführte, wurden 1,2 Millionen Ergebnisse angezeigt. Dem wachsenden Bewusstsein über die ernsthaften Konsequenzen, an denen Männer durch gewalttätige Frauen zu leiden haben, wird zur Folge haben, dass in nächster Zeit in zwei europäischen Hauptstädten, Berlin und Zürich Männerhäuser eröffnet werden.

Bei männlichen Opfern gibt es eine maskuline Ideologie, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Problem verhindert. Abgesehen von Schmerz, Scham, Schuldgefühl, Verlust der Gesundheit oder gar ihres Lebens, unterliegen Männer der Unterdrückung durch rigide soziale Kontrollkodexe. In Frankreich der Post-Renaissance zwang man geschlagene Männer, sich rückwärts auf einem Esel zu sitzend und am Schwanz festhaltend durch die Stadt treiben zu lassen. Die britische Entsprechung dazu war das Fesseln solcher Männer auf einen Karren, um sie in einem Umzug der Bevölkerung vorzuführen. Die Situation von Opfern weiblicher Gewalt und Misshandlung ist schwierig. Die Gesellschaft hält das Tabu weiterhin aufrecht.

Kinder sind oft durch das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs verwirrt, weil die Missbraucherin die primäre Betreuungsperson ist oder eine andere betreuende Rolle spielt. Sie sind mit größerer Wahrscheinlichkeit jünger als die Opfer männlicher Pädophiler. Um solche Erlebnisse zu bewältigen oder um es sich nicht mit der Missbraucherin nicht zu verärgern, werden sie jeden möglichen Schmerz verdrängen oder sich selbst beschuldigen. Kinder haben sie auch nicht die Fähigkeit, ihre eigene Gefühle zu ordnen und diese sich selbst oder anderen gegenüber auszudrücken.

Weibliche Gewalt, gegen andere Frauen oder Männer gerichtet oder durch sexuellen Missbrauch von Kindern ausgelebt, findet in einem anderen Umfeld als dem statt, in dem Männer Gewalt ausüben. Der Unterschied ist, dass weibliche Gewalt viel öfter innerhalb einer Familie und in persönlichen Beziehungen ausgedrückt wird. Im Vergleich zu Männern ist bei Frauen, die wegen Mord verurteilt wurden, die Wahrscheinlichkeit zweimal höher, dass ein Beziehungspartner oder eine nahstehende Person getötet wird. Aber es gibt viele Ausnahmen. Im Verlauf der Geschichte haben Frauen in vielen Gesellschaften eine proaktive Rolle bei öffentlicher Gewalt gespielt. Frauen der Cherokee, Irokesen, Omaha oder Dakota- Stämme, um nur einige Beispiele zu nennen, haben regelmäßig Gefangene zu Tode gequält.Die Psychotherapie scheint die Häufigkeit weiblicher Gewalt zu unterschätzen. Wie die Forschung zeigt, stehen Frauen den Männern nicht nach, wenn es um Gewalt geht. Es ist wichtig zu verstehen, welches die Rolle des Psychotherapeuten in Bezug auf dieses Problem ist. Was für Strukturen und Lösungen können wir gewalttätigen Frauen und ihren Opfern innerhalb des Kontextes von Beratung und Psychotherapie anbieten?

Die psychotherapeutische Erforschung von weiblicher Aggression und Misshandlung steht erst am Anfang. Es fehlen Arbeitsmodelle, um dieses Phänomen in die therapeutische Arbeit einzubeziehen. Um der Klarheit willen werde ich daher meine Schlussfolgerungen in drei Facetten herunterbrechen:

Weibliche Gewalt und Gegenübertragung

Die Diskrepanz zwischen den beträchtlichen Ausmaßen weiblicher Gewalt und dem Mangel an systematischen Diskussionen in der Psychotherapie zeigt uns einiges über die Gegenübertragung von Beratern/Psychotherapeuten. Es sieht so aus – unter Berücksichtigung meiner eigenen Gegenübertragung und der von Kollegen – dass das Problem unbewusst durch eine lähmende Dynamik zwischen zwei extremen Glaubensansichten vermieden wird.

Auf der einen Seite verharmlost unsere Gesellschaft weibliche Gewalt – z.B. durch das Lächerlichmachen männlicher Opfer. Die Gesellschaft macht es Frauen schwer, Ärger und Wut so zu erleben, wie es Männern erlaubt ist. Weiterhin haben wir mit dem Archetypus der bedingungslosen Sorge und Güte zu tun, ein Urmuster, das Frauen und noch viel mehr Müttern zugeschrieben wird. Die gesellschaftliche Ausrichtung auf solche einen Archetypus unterstützt uns bei der Entwicklung von Vertrauen und Glauben ans Leben, was ohne solche Archetypen schwer zu erreichen wäre. Unsere einseitige Bindung und Abhängigkeit von diesem Archetypus hat jedoch eine Kluft zwischen der Fähigkeit zu sorgen und dem Phänomen von Aggression und Gewalt geschaffen. Und wir Psychotherapeuten, wie unsere Gesellschaft im Allgemeinen, haben Schwierigkeiten, mit dieser Polarität umzugehen.

Weibliche Gewalt und deren Opfer in Beratung/ Psychotherapie

Die soziale Verdrängung weiblicher Gewalt führt zum Verschweigen von deren Häufigkeit und entmutigt Opfer, darüber zu reden. Berichte des MDSA und anderer Organisationen zeigen, dass Opfer es schwer finden, sich zu öffnen und ihre Erlebnisse Beratern und Therapeuten anzuvertrauen. Als Therapeut/in ist es unsere primäre Aufgabe, dem Klienten angemessenen Raum zur Darstellung seiner Erfahrungen zu geben. Eine einfühlsame Herangehensweise an die Emotionen des Klienten muss Bestandteil der Arbeit sein.

Die Tatsache, dass ein hoher Anteil weiblicher Gewalt im Kontext persönlicher Beziehungen und nicht in der Öffentlichkeit auftritt, schafft weitere Hürden für die Opfer. Opfer können an der Richtigkeit ihrer eigenen Beurteilung zweifeln und sich dadurch isolieren. Therapeuten müssen sich darüber bewusst bleiben, wie schwer es für Klienten ist, mit diesem Problem umzugehen.

Um die Schaffung eines offenen therapeutischen Raumes zu erleichtern, müssen wir wachsam bei der Erkennung von Traumata durch weibliche Misshandlung und Gewalt in den Berichten der Klienten sein. Wir müssen der Klientin unsere Bereitschaft zeigen ihrer Geschichte zu glauben, ohne in die Falle unserer eigenen Gegenübertragung zu geraten. Bei der Arbeit mit ernsthaft traumatisierten und an posttraumatischem Stress leidenden Klienten sind ein integrativer Ansatz und die Anwendung von anderen therapeutischen Methoden, wie von Gurris vorgeschlagen, empfohlen.

Weibliche Gewalt und deren Täterinnen in Beratung/ Psychotherapie

Frauen haben, wenn es um die Gewaltfrage geht, nicht den Vorteil einer Quasi-Normalität, wie sie männlicher Gewalt zugeschrieben wird. Bei einem männlichen Klienten ist es in vielen Fällen leichter, Gefühle und Fantasien sowie mögliche Erfahrungen mit Gewaltakten aufzudecken. Ein Mann bricht dabei kein Tabu. Frauen stehen dagegen im Bereich von Gewalt –wie ihre Opfer- unter rigider sozialer Kontrolle.

Eine Klientin verdrängt mit größerer Wahrscheinlichkeit gewalttätige Gedanken, weil Gewalt nicht zu den Eigenschaften und Erwartungen Frauen passt, die ihnen erlaubt sind. Wie bereits gezeigt, ist z.B. die Rolle der Mutter und der Primärbezugsperson für die meisten Menschen mit Gewalt unvereinbar. Wenn wir uns als Therapeuten von diesem Stereotyp leiten lassen, schränken wir den Raum ein, in dem wir mit unserem/er Klienten/in arbeiten können. In erster Linie ist es unsere Aufgabe – und nicht die unserer Klientin - die Aufdeckung von Gewalt zu ermöglichen. Grundlage dafür ist ein phänomenologischer Standpunkt als Schlüssel von therapeutischer Arbeit, die frei von Werturteilen ist.

Eine kreative Herangehensweise an eigene gewalttätigen Bilder und Gefühle wird einer Klientin helfen, sich über unbewusste Verdrängungen klar zu werden. In diesem Kontext kann mit dem Ziel einer leichteren Integration die Arbeit mit Teil-Persönlichkeiten angewendet werden. Davon ausgehend sollte eine Aufdeckung der praktischen Folgen des Auslebens von Wut einbezogen werden. Das Ziel ist Ermutigung (Empowerment). Die Klientin sollte zur Wahrnehmung ihrer Gefühle ohne diese verdrängen zu müssen, in der Lage sein.

 

 

 

Female violence: can we therapists face up to it?"Counselling and Psychotherapy Journal CPJ", Dezember 2002 By Werner Kierski

Back in the days of my counselling training, one of our tutors, when asked about her views on working with child abusers said, ‘of course I would work with an abuser, as long as HE stops the abuse whilst working with me.’ I thought this position to be reasonable; I would probably do the same would I work with a child abuser. At the time I did not notice the assumption an abuser is male.

I have to date not worked with a male child abuser. Instead I have worked with a female client who attacked her husband with a knife while he held their child in his arms. Another long-term client I have worked with engaged in regular fights with those around her. This same client frequently tried to bully me. Sadly, this bullying became so severe that, following an intense period of consideration and consultations with my supervisor, I terminated the work with her after three years. Acknowledging that we had exhausted the possibilities of our work together was tough. She left angrily and I was left doubting my skill and integrity.

I thought it was situational stress combined with the trauma of painful childhood experiences that were the reasons for the aggressive and violent behaviour of both my clients. In retrospect I believe that this view was probably a contributing factor in the failure of the work with these women.

Had these clients been men, I guess my assessment would have been quite different: I would have followed the working theory that a) violence is an issue and b) that a therapist should engage the anger and rage underneath any violence, in order to assist the client to channel it positively. My counter transference also would have been different in the case of a male. Sadly, my two female clients did not receive the benefit of such an approach.

Upon further reflection I can’t recall that during my training and the years since, I have experienced much discussion amongst colleagues and peers, concerning female aggression and violence, both in its physical and non-physical form. Indeed it looks as if little attempt has been made, in the international psychotherapeutic community at large, to conceptualise an understanding of this phenomenon. It is consequently difficult to provide adequate therapeutic support for violent and abusive women. There is nowhere where violent women can go to seek help.

When female violence is mentioned, it is quickly passed over within the context of a discussion on something else. Often the tenor is that the nature of female violence is merely circumstantial and that female violence is rooted in external reasons beyond the control of the perpetrator . These too were my thoughts about my clients.

In some cases views like these totally dismiss those of the perpetrator. For example, Guinevere Garcia: she smothered her 11-year-old daughter and some years later, in 1991, killed her ex-husband. She was sentenced to death in Illinois, a sentence commuted to life in 1996 by the state’s governor, on the grounds that Garcia had experienced a life of hardship. Garcia used to refute all attempts to regard her crimes as those of a victim. She said, ‘Do not generically label, package and attempt to justify my actions as that of an abused woman. There is a lot of rage built up inside me and if I am released into the general population that rage will present itself again.’

Female perpetrators of violence and their victims seldom receive proper help. Therefore cycles of violence and pain tend to remain unbroken: suffering and pain perpetuate themselves and trauma begets trauma. Organisers of the US based campaign to break the silence around sexual abuse of daughters by their mothers (Making Daughters Safe Again MDSA) say that mothers are capable of the same range of violence, hate and autonomous behaviour as other human beings. MDSA points at the continuous failure of social workers and psychotherapists to detect, understand and treat the victims and their perpetrators.

What is even more consternating is that although 81% of these victims are in therapy, only 3% have sufficient confidence in their psychotherapists to tell them about the abuse. Female sex offenders have lower rates in seeking help than male sex offenders. This again is a reflection of where the profession stands in relation to the problem. As for the UK, it was estimated that women have sexually abused more than 250,000 children.

Few therapists have verbalized the lack of a conceptual approach to female violence. One exception was Seattle based therapist Michael Thomas who worked for a child abuse agency. His work presented him with a stark gap between the content of his therapeutic training and experience with clients. He thought that ‘When you start listening to the children’s stories, you start to realize that there’s an awful lot more violence by women than any of us had been trained to expect.’ Erin Pizzey, who has a worldwide reputation as the pioneer of safe houses for battered women, underlines Thomas’ view. Pizzey experienced, whilst working on sexual abuse cases, that there are as many women paedophiles as there are men.

Female on female violence, be it in same sex relationships, in female prisons or other situations reflect high levels of violence too. According to Patricia Pearson, incidences of violence in English women’s prisons are two and a half times higher than in men’s prisons. Breaches of prison rules in US prisons amounted to an annual average of two per female inmate compared to 1.4 per male inmate. Amongst the most common violations are striking an officer, fighting without a weapon and damaging or destroying property.

A lack of discussion and exploration of female violence has in practice kept it a non-topic. This is a somewhat surprising because colleagues tell me stories about clients, who suffered abuse by mothers, sisters, aunts, grandmothers, nannies, teachers, nuns and others. Also, there is mention of women who intimidate or threaten their therapist.

Worldwide there are close to 200 completed studies about female violence. Martin Fiebert of California State University Department of Psychology listed systematic and empirical studies comprising over 60,000 people; the results let him conclude, ‘that women are as physically aggressive, or more aggressive, than men in their relationships with their spouses or male partners.’ John Archer, professor of psychology at the University of Central Lancashire conducted a meta-analytic review of over 80 studies about aggression in heterosexual relationships. The results showed that “women were slightly more likely than men to use one or more acts of physical aggression and to use such acts more frequently.” A further study by DeMaris on male versus female initiation of aggression, carried out amongst 865 students, reports ‘when one partner could be said to be the usual initiator of violence, that partner was most often the woman.’ According to DeMaris the findings apply to both black and white participants.

The results of a survey by University of Bremen into aggression at the stage when the partners are separating, conducted under the guidance of Professor Gerhard Amendt, provides evidence that men initiate 18% of physical aggression whilst women initiate 60% of attacks. The growing awareness regarding female violence has, in 2001, prompted the German federal ministry of family affairs to fund a national study into the problem.

Detailed facts and data about violence and abuse by women are now easy to come by. Publications about the problem are growing in number. Several well-researched publications focus on female violence, such as Pearson, Heyne and Kirsta. When I run a web search on Google.com, using the key word ‘female violence,’ I was presented with nearly 1.2 million listings. The growing concern regarding the serious consequences, which men suffer by violent wives and girlfriends will soon see the opening of safe houses for battered men in two European capitals, Berlin and Zürich.

In the case of male victims there is a masculine view that blocks the ability to successfully deal with trauma. Apart from the pain, shame, guilt, the loss of health or even their lives, men have been and still are suppressed by a rigid code of social control. Society in post Renaissance France forced battered husbands to sit backwards on donkeys holding their tails while the donkey were made to trot around town. The English equivalent was strapping men to a cart and parading them around. The situation of victims of female violence and abuse is difficult. Society participates in upholding this taboo.

Children on the other hand are often confused about the extent of the sexual abuse, because the abuser is frequently the primary care giver or otherwise in a caring role. They are likely to be younger than victims of male paedophiles. In order to cope and to please the abusing carer, they will disassociate from any possible pain or blame themselves. In addition, they don’t have the capacity to conceptualise and verbalise their own feelings, either to themselves or to others.

Female violence inflicted against women, men or expressed through sexual abuse of children tends to take place in a different context than that in which men commit violence. The difference is that female violence more often takes place within a family and personnel relation situation. In comparison to men, women convicted of murder are twice as likely to have killed an intimate partner, a relative or a person well known. However, throughout history women have also, in many societies, proactively played a part in public violence. Women from the Cherokee, Iroquois, Omaha or Dakota tribes, to quote just a few examples, regularly tortured prisoners of war to death. The psychotherapeutic profession seems to underestimate the occurrence of female violence. As research shows, women are on equal footage to men, when it comes to violence. It is important to understand what the role of the psychotherapist in relation to this problem is. What structures and approaches can we offer to violent women and their victims within the context of counselling and psychotherapy?

It is early days in the psychotherapeutic exploration of female anger and abuse. There is an absence of working models to accommodate this phenomenon in therapeutic work. For the sake of clarity I shall therefore break down my conclusions into three separate facets:

Female violence and counter-transference

The discrepancy between the considerable levels of occurrence of female violence and the lack of systematic discussion in the therapeutic profession may indicate to us something about the counter transference of counsellors/psychotherapists. It appears, judging by my own counter-transference and that of colleagues, that the issue is unconsciously avoided by a paralysing dynamic between two extreme approaches towards the issue.

On the one hand society belittles female violence, for example by ridiculing male victims. Society makes it difficult for women to indeed feel anger and rage, in the way men are allowed to experience it. On the other there is attachment to the archetype of unconditional care, an archetype prescribed to women, but even more so to mothers. Society’s attachment to such an archetype helps to develop faith and trust in life, for if no such archetype exists we would find it difficult to trust life. However, our attachment to and dependency on this archetype has created a split between the ability to care and the phenomena of aggression and violence. Like society, therapists may also find it difficult to look at what is split off.

Female violence and its victims in counselling/psychotherapy

The social interdiction around female violence encourages silence about its prevalence and debilitates victims from talking about it. Reports by MDSA and others indicate that victims find it very difficult to come forward and entrust their stories to counsellors and therapists. As therapists our foremost task is to offer the client adequate space to talk about their experience. Empathy with the client’s feelings must be offered throughout the sessions.

That fact that a high frequency of female violence occurs within the context of personal relationships and not in public creates additional hurdles for victims. Victims may doubt the integrity of their own judgement and thus fear isolation. Therapists need to remain aware of how difficult it is for clients to deal with this.

In order to facilitate the creation of an open therapeutic space we need to be vigilant in detecting signs of trauma caused by female abuse and violence within a client’s narrative. We need to signal the client our commitment to believe their story without falling into the trappings of our own counter-transference. When working with severely traumatised clients who suffer posttraumatic stress an integrative approach and application of different therapeutic methods, as recommended by Gurris is suggested.

Female violence and its perpetrators in counselling/psychotherapy

Women do not benefit from the quasi normality attributed to male violence. It is in many cases easier, with a male client, to explore feelings and fantasies and possible experience around violent acts. A man is not breaking a taboo in doing so. Women, on the other hand, like their victims, are under rigid social control in the area of violence.

A female client is more likely to disassociate from violent notions because violence does not fit with sanctioned identities and expectations. As already indicated, the role of mother and primary caregiver, for instance, is for most people irreconcilable with violence. If we as therapists are led by this stereotype we will restrict the field in which we can work with our client. Primarily it is our task, rather then the client’s, to allow violence to be explored. Basically, a phenomenological standpoint that is free of restrictive value judgements is key.

A creative exploration of her own violent images and feelings will help a client, in time, to become aware of unconscious disassociations. Working with sub-personalities with the aim to facilitate integration can be used in this context. Following from there an exploration of the practical consequences of acting out of anger ought to be included. The aim is empowerment: The client should be able to hold an awareness of her feelings without needing to disassociate from them or acting them out.

 

References/Referenzen:

Kirsta A, Deadlier than the Male, HarperCollins; 1994. page 5

Pearson P, When She Was Bad, Virago; 1998. page 59

Levine PA, Waking the Tiger, Healing Trauma, North Atlantic Books; 1997. page 9

MDSA: Breaking the Silence, 2001. See also http://mdsasupport.homestead.com/amdsa.html. Accessed 19/9/02

See MDSA reference to B. Rosencrans, The last secret: Daughters sexually abused by mothers. VT: Safer Society Press; 1997

BBC 1, Panorama, broadcast on 6 October 1997, summary and full transcript available at: http://www.vix.com/menmag/panosumm.htm. Accessed 10/9/02

Pearson P, op cit, page 123.

Pizzey E, Shackleton JR, Urwin P, Women or Men – Who are the Victims? Civitas; 2000. page 31

Pearson P, op cit, page 210

Available at http://www.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm. Accessed 9/9/02

Archer J, Sex differences in aggression between heterosexuel partners: A meta analytic review; Psychological Bulletin 2000, S. 651ff

12DeMaris A, Male versus female initiation of aggression. In E. C. Viano (Ed.), Intimate violence: interdisciplinary perspectives.. Bristol, PA: Taylor & Francis (1992) pages 111-120

13Available at http://www.igg.uni-bremen.de/unterseiten/newsletter1.html. Accessed 16/11/02

14 Wenn Frauen Männer schlagen, Adelheid Müller-Lissner. In ‘Der Tagesspiegel’, 19 February 2002, available at http://www2.tagesspiegel.de/archiv/2002/02/18/ak-we-559445.html#start. Accessed 1/9/02

15Pearson P, op cit.

16 Heyne C, Täterinnen Kreuz Verlag; 1993

17Kirsta A, Deadlier Than the Male, HarperCollins; 1994

18Available at www.maennerberatung.de/maennerhaus.htm. Accessed 29/8/02

19 Wenn Frauen zuschlagen by Carl Bieler, in Brückenbauer 23, 4 June 2002, available at www.brueckenbauer.ch/INHALT/0223/23akt.htm#TOP. Accessed 29/8/02

20 Masculine narrative and trauma resolution, A. Hossack and E. Johnson, in CPS April 2002, p.20-23

21 Malcolm J. George, Riding the Donkey Backwards: Men as the Unacceptable Victims of Marital Violence, in The Journal of Men’s Studies, Vol. 3, No.2, Nov 1994

22 Violent Women - From US Department of Justice. Bureau of Justice Statistics Bulletin

Women in Prison NCJ-145321. Available at www.vix.com/pub/men/battery/studies/by-gender.html. Accessed 20/8/02

23 Van Creveld M, Frauen und Krieg, Gerling Akademie Verlag GmbH; 2001. page 20.

24 Gurris N, Psychic Trauma through Torture – Healing through Psychotherapy; 1996. page 41. In ‘At the Side of Torture Survivors’, The John Hopkins University Press.

 

 

 


 

 

FRAUENGEWALT GEGEN MÄNNER FÄNGT NICHT ERST MIT DER SCHWEREN KÖRPERLICHEN MISSHANDLUNG AN, SONDERN BEINHALTET AUCH

A) DIE SEELISCHE DEMÜTIGUNG

(Keifen, permanentes seelisches Heruntermachen, Liebhaber in der Ehewohnung, Vernachlässigung der Kinder, heimliche Prostitution in Sex.- und Swingerclubs;

 

B) DER RUFMORD

(z.B. durch sex. Missbrauchsunterstellungen.- bzw. Lügen) Verunglimpfung des Mannes in den Augen der Verwandten, Freunden, Behörden, der Kinder e.t.c.;

 

C) DIE FINANZIELLE UND SORGERECHTLICHE VORTEILSNAHME

DURCH PROZESSLÜGEN

Erfindung von Rechtfertigungen zwecks Erlangung des alleinigen Sorgerechts, um eine finanzielle Rundherum- Versorgung zu erlangen

 

D) DAS ZUFÜGEN LEICHTER VERLETZUNGEN DURCH IMPULSIVES HANDELN

Mit der Hand schlagen oder mit Haushaltgegenständen werfen,

 

E) DAS ZUFÜGEN SCHWERER VERLETZUNGEN

Durch schwere Gegenstände, spitze Gegenstände (Scheren, (Haushaltsmesser, Gartengeräte; Faustschläge, Zutreten mit spitzhackigen Schuhen e.t.c);

 

 


 

 

 

"Kritiken und Visionen: Bestandsaufnahmen zum Verhältnis feministischer Ansätze und kritischer Kriminologie

Bericht über die Tagung des Arbeitskreises Junger Kriminologen und Kriminologinnen und der Sektion <Feministische Kriminologie> der Gesellschaft für interdisziplinäre Kriminologie vom 3. bis 4. November 2000 in Hamburg"

 

Ilka Quirling

in: "Kriminologisches Journal", 2001/ Heft 2, S. 132-139

Zitat: "... Beate Rühter, Münster, ... mit der sie auf die Dethematisierung weiblichen Gewalthandelns (in Medien, Anm. maennerrat.de) aufmerksam machte. ...

3. Die Gewalthandlung an sich werde verharmlost, als nicht geplant, als nicht rational durchgeführt, als <zufälliges> Geschehen> dargestellt oder schlichtweg ganz in der Berichterstattung verschwiegen.

4. Die (männlichen) Opfer würden entweder als unmännliche Schwächlinge entwertet oder aber als Tyrannen inszeniert, deren ´Opfer´ die Angeklagte gewesen sei und die dem Martyrium durch die Gewalttat ein Ende habe bereiten wollen.

..."

 


 

 

 

Die Frauenfalle - Wenn gute Mädchen böse werden (Physische, psychische und verbale Gewalt von Frauen) 

Mandau, Luise: Bergisch Gladbach 2000

 

 


 

 

 

Bewaffneten Frauenwiderstand und Todesstrafe für männliche Vergewaltiger

 

"Impressionen vom 26. feministischen Juristinnentag"

Eva Kocher / Sibylle Raasch

in: "Kritische Justiz" 2/2000

"... Besonders der Start am Freitagabend gestaltete sich problematisch. Mit Samirah Kenawi hielt eine Naturwissenschaftlerin aus Ostberlin den Eröffnungsvortrag zur Entstehung, Entwicklung und Zerfall nichtstaatlicher Frauengruppen in der DDR. ... Am Ende kam es dann fast zum Eklat, als die Referentin enttäuscht von den aus ihrer Sicht nicht eingelösten Versprechen westlicher Öffentlichkeit und Demokratie spontan über bewaffneten Frauenwiderstand und Todesstrafe für männliche Vergewaltiger resümierte. ..."

 

Downloads auf www.uni-leipzig.de/~femtag

 

 


 

 

 

"Frauen sind ebenso gewalttätig wie Männer, aber Beweise dafür werden überall übergangen oder ignoriert."

The Sunday Times - 24 October 1999

 

NEWS REVIEW

 

Women are at least as violent as men, but the evidence is everywhere being

dismissed or ignored

 

By Melanie Phillips

 

Mention feminism to most people and the reaction will probably be one of faintly amused indifference. Some men may be irritated by feminist rhetoric; some women might feel their agenda is a little extreme. But the extent to which feminism in its most extreme form has embedded itself within the institutions and thinking of Britain has simply not been grasped.

 

Feminism has become the unchallengeable orthodoxy in even the most apparently conservative institutions, and drives forward the whole programme of domestic social policy. Yet this orthodoxy is not based on concepts of fairness or justice or social solidarity. It is based on hostility towards men.

 

The idea that men oppress women, who therefore have every interest in avoiding the marriage trap and must achieve independence from men at all costs, may strike many as having little to do with everyday life. Yet it is now the galvanic principle behind social, economic and legal policy-making.

 

Buried within this doctrine, though, is an even deeper assumption. Male oppression of women is only made possible by the fact that men are intrinsically predatory and violent, threatening both women and children with rape or assault. Men are therefore the enemy - not just of women but of humanity, the proper objects of fear and scorn.

 

 

The Sunday Times - 24 Oktober 1999

 

NEWS REVIEW

 

"Frauen sind ebenso gewalttätig wie Männer, aber Beweise dafür werden überall übergangen oder ignoriert."

 

Von Melanie Phillips

 

Bei dem Gedanken an Feminismus reagieren der meisten Leute wahrscheinlich etwas amüsierte und gleichgültig. Männer können durch feministische Rhetorik verunsichert sein; Frauen können glauben, ihre Botschaft sei ein wenig extrem. Aber das Ausmaß, in dem Feminismus in seiner extremsten Form sich in den Institutionen und im Denken Englands ausgebreitet hat, ist noch gar nicht richtig wahrgenommen worden.

 

Der Feminismus hat eine unangefochtene Stellung sogar in ausgewiesenen konservativen Institutionen erlangt und er bestimmt die gesamte Programmatik der Familienpolitik. Dabei basiert der orthodoxe Ansatz nicht auf Fairness, Gerechtigkeit oder sozialer Solidarität. Er basiert auf Feindseligkeit gegenüber Männern.

 

Der Gedanke, daß Männer Frauen unterdrückten, die aus diesem Grunde das Interesse hätten, egal zu welchen Kosten, die Heiratsfalle zu vermeiden und Unabhängigkeit vom Mann zu erreichen, dies mag Vielen nicht als alltäglich erscheinen. Dennoch ist es das allumfassende Prinzip, das hinter sozialem, ökonomischem und rechtlich politischem Handeln steht.

 

Untergraben wird diese Doktrin mit einer noch grundlegenderen Annahme. Männliche Unterdrückung der Frauen wird nur möglich durch die Tatsache, daß Männer grundsätzlich schädlich und gewalttätig seien, Frauen und Kinder vergewaltigen und mißbrauchen. Männer sind daher der Feind nicht nur der Frauen sondern der Menschlichkeit - das richtige Feindbild für Angst und Schrecken.

 

 

This assumption runs through feminist thinking as a given. "Most violence, most crime . . . is not committed by human beings in general. It is committed by men," wrote Jill Tweedie. According to Marilyn French, men used violence both to threaten and control, as well as actually harm: "As long as some men use physical force to subjugate females, all men need not. The knowledge that some men do suffices to threaten all women."

 

Moreover, it is marriage and family life that expose women most to male violence. According to Gloria Steinem, "patriarchy requires violence or the subliminal threat of violence in order to maintain itself ... The most dangerous situation for a woman is not an unknown man in the street, or even the enemy in wartime, but a husband or lover in the isolation of their own home".

 

All this has been enough to turn the stomachs of some feminists, particularly those who love husbands or sons. Novelist Maggie Gee said she once thought the sex war was exciting, but had now concluded it went too far. "Women are giving up on their relationships too quickly. Living with a man I love very much, I keep thinking that all the generalisations about men just aren't true."

 

These generalisations, however, are now the stuff of public policy. Male violence against women, said the government in June 1999, was no longer going to be "swept under the carpet". Virtually nobody questioned the premise that men were invariably victimisers and women always their victims.

 

 

Diese Ansicht wird im feministischen Denken als gegeben vorausgesetzt. "Die meiste Gewalt wird nicht von der Allgemeinheit begangen. Sie wird von Männern begangen," schreibt Jill Tweedie. Nach Marilyn French benutzen Männer Gewalt sowohl um zu drohen und kontrollieren als auch um sie wirklich auszuüben: "Solange einige Männer physische Gewalt anwenden, um Frauen zu unterjochen, brauchen alle anderen Männer dies nicht zu tun. Das Wissen, daß einige Männer dies tun reicht aus, alle Frauen zu bedrohen."

 

Darüber hinaus setzt Heirat und Familienleben Frauen am meisten der männlichen Gewalt aus. Nach Gloria Steinem "erfordert das Patriarchat offene oder versteckte Gewalt, um sich selbst zu behaupten ... Die gefährlichste Situation für eine Frau ist nicht ein unbekannter Mann auf der Straße oder der Feind im Krieg, sondern ihr Ehemann oder Liebhaber in der Abgeschiedenheit zu Hause".

 

All das hat einigen Feministinnen auf den Magen geschlagen, insbesondere denen, die Ihre Männer und Söhne lieben. Romanschriftstellerin Maggie Gee sagte, daß sie einmal glaubte, Geschlechterkrieg sei etwas aufregendes, aber jetzt schlußfolgert sie, geht es zu weit. "Frauen geben ihre Beziehungen zu schnell auf. Da ich mit einem Mann zusammenlebe, glaube ich, daß alle diese Verallgemeinerungen nicht wahr sind."

 

Diese Verallgemeinerungen sind aber jetzt gerade Gegenstand der politischen Kultur. Gewalt gegen Frauen, sagte die Regierung Juni 1999, darf nicht mehr länger "unter dem Teppich gekehrt" werden. Praktisch niemand hinterfragte die Prämisse, daß Männer stets die Täter und Frauen stets ihre Opfer seien.

 

 

There is no doubt that some men are violent towards women; the evidence of women's injuries is real enough. However, this is one side of the story only. There is another side: the extent of women's violence against men and children. That, though, is a story that almost every official body in Britain and America has successfully suppressed.

 

There are now dozens of studies which show that women are as violent towards their partners, if not more so, than men. Unlike most feminist research, these studies ask men as well as women whether they have ever been on the receiving end of violence from their partners. They are therefore not only more balanced than studies which only ask about violence against women, but are more reliable indicators than official statistics which can be distorted by factors affecting the reporting rate - women using claims of violence as a weapon in custody cases, for example, or men who are too ashamed or embarrassed to reveal they have been abused.

 

Many people are likely to be astonished and sceptical about the conclusion drawn by these reports. The idea that women are as violent as men is counter-intuitive and simply disbelieved. So it is important to provide a flavour of the scope and significance of their findings.

 

A 1994 British study by Michelle Carrado and others, for example, interviewed 1,800 men and women with heterosexual partners. Some 11% of the men but only 5% of the women said their current partner had committed acts of

violence towards them, ranging from pushing, through hitting, to stabbing. Five per cent of married or cohabiting men reported two or more acts of violence against them in a current relationship, compared with only 1% of women. A further 10% of men but 11% of women said they had committed one of these violent acts.

 

 

Ohne Zweifel gibt es Männer, die gegenüber Frauen gewalttätig sind, Verletzungen von Frauen sind Beweis genug. Allerdings ist dies nur die eine Seite der Geschichte. Es gibt auch eine andere: das Ausmaß weiblicher Gewalt gegen Männer und Kinder. Das allerdings ist eine Geschichte, die fast jede öffentliche Stelle in England und Amerika erfolgreich unterdrückt hat.

 

Mittlerweile gibt es Dutzende von Untersuchungen, die aufzeigen, daß Frauen genau so gewalttätig gegenüber ihren Partnern, wenn nicht sogar gewalttätiger sind als Männer. Anders als feministische Untersuchungen befragen diese Männer ebenso wie Frauen, ob sie jemals Gewalt von ihren Partnern erfahren haben. Aus diesem Grunde sind sie nicht nur ausgewogener als Untersuchungen, die ausschließlich nach Gewalt gegen Frauen fragen, sondern sind verläßlichere Indikatoren als offizielle Statistiken, die durch solche Faktoren verfälscht werden - wie dem, daß Frauen sich auf den Gewaltvorwurf in Sorgerechtsfällen zu berufen pflegen, oder Männer sich schämen oder verlegen sind, zu enthüllen, sie seien mißbraucht worden.

 

Viele Leute sind wahrscheinlich erstaunt oder skeptisch über die Schlußfolgerungen, die aus diesen Untersuchungen gezogen werden. Der Gedanke, Frauen seien genauso gewalttätig wie Männer, ist unüblich und wird einfach nicht geglaubt. So ist es einmal wichtig sich einen Überblick über das Gebiet und die Bedeutung der Ergebnisse zu verschaffen.

 

Eine britische Studie von 1994 von Michelle Carrado und anderen zum Beispiel interviewte 1.800 Männer und Frauen mit heterosexuellen Partnern. Etwa 11% der Männer, aber 5 % der Frauen sagte, ihr augenblicklicher Partner habe gewalttätige Handlungen gegen sie vorgenommen, die von Stoßen über Schlagen bis zum Messerstechen reichten. Fünf Prozent der verheirateten oder zusammenlebenden Männer berichteten von 2 oder mehr Gewalthandlungen gegen sie in der laufenden Beziehungen, verglichen mit nur 1% der Frauen. Weitere 10% der Männer, aber 11% der Frauen sagten, sie hätten eine dieser gewalttätigen Handlungen vorgenommen.

 

Study after study shows women are not merely violent in self-defence but strike the first blow in about half of all disputes. The American social scientists Murray Straus and Richard Gelles reported from two large national surveys that husbands and wives had assaulted each other at approximately equal rates, with women engaging in minor acts of violence more frequently. Elsewhere, they found more wives than husbands were severely violent towards their spouses.

 

Moreover, there is now considerable evidence that women initiate severe violence more frequently than men. A survey of 1,037 young adults born between 1972 and 1973 in Dunedin, New Zealand, found that 18.6% of young women said they had perpetrated severe physical violence against their partners, compared with 5.7% of young men. Three times more women than men said they had kicked or bitten their partners, or hit them with their fists or with an object.

 

In any event, the idea that women are never the instigators of violence is demolished by the evidence about lesbians. According to Claire Renzetti, violence in lesbian relationships occurs with about the same frequency as in heterosexual relationships. Lesbian batterers "display a terrifying ingenuity in their selection of abusive tactics, frequently tailoring the abuse to the specific vulnerabilities of their partners". Such abuse can be extremely violent, with women bitten, kicked, punched, thrown down stairs, and assaulted with weapons including guns, knives, whips and broken bottles.

 

 

Studie auf Studie zeigte auf, daß Frauen nicht lediglich in Fällen der Notwehr gewalttätig waren, sondern daß sie in der Hälfte der Fälle selbst den ersten Schlag im Streit taten. Die amerikanischen Sozialwissenschaftler Murray Straus und Richard Gelles berichteten von zwei großen landesweiten Untersuchungen, nach denen Ehemänner und -frauen sich gegenseitig ungefähr gleich oft angegriffen haben, wobei Frauen sich bei leichten Fällen öfters beteiligten. Darüber hinaus fanden sie heraus, daß mehr Ehefrauen als -männer schwer gewalttätig gegenüber ihrem Lebensgefährten waren.

 

Überdies gibt es beachtenswerte Beweise, daß Frauen ernste Gewalt öfters initiieren als Männer. Eine Untersuchung von in Dunedin, Neu Seeland, zwischen 1972 und 1973 geborenen 1037 jungen Erwachsenen, fand heraus, daß 18,6% der jungen Frauen sagten, sie hätten ernste körperliche Gewalt gegen ihren Partner angewandt, verglichen mit 5,7% der jungen Männer. Frauen sagten 3 mal öfter aus als Männer, daß sie ihren Partner geboxt, ihn mit den Füßen oder einem Gegenstand getroffen hätten.

 

Auf jeden Fall wird die Idee, daß Frauen niemals die Anstifter von Gewalt seien durch eine Erkenntnis über Lesben zerstört. Nach Claire Renzetti kommt Gewalt in lesbischen Beziehungen ähnlich häufig vor wie in heterosexuellen Beziehungen. Lesbische Schlägerinnen "zeigen einen erschreckenden Einfallsreichtum in der Auswahl ihrer Beleidigungspraktiken, die häufig genau auf die speziellen Schwächen ihrer Partner zugeschnitten sind". Solche Fälle können extrem gewalttätig sein, wobei Frauen gebissen, getreten, geschlagen, die Treppe runtergestoßen und mit Waffen einschließlich Messern, Peitschen und zerbrochenen Flaschen angegriffen werden.

 

 

It is true that most women who are the victims of violence suffer domestic assaults. Yet the 1996 British Crime Survey reported that nearly one third of the victims of domestic violence were men, and that nearly half of these male victims were attacked by women. Moreover, if a woman starts a physical fight with a man, even a mild slap might provoke him into retaliating, with far worse consequences. Women who murder violent husbands may be treated leniently because they were provoked; yet men who are violent against women are never granted the same understanding. Provocation, it appears, is a feminist issue.

 

Moreover, given the greater strength of men, it is particularly noteworthy that so many women initiate violence against them. The fact is that men hold back. The psychologist John Archer has noted that, among female college students, 29% admitted initiating an assault on a male partner. Of those women, half said they had no fear of retaliation or, since men could easily defend themselves, they did not see their own physical aggression as a problem. In other words, far from assuming that men are violent, women take men's non-aggression for granted.

 

Archer went on to remark on the apparent restraint shown by many men in western cultures. "We might speculate that to some extent a strong norm of men not hitting women enables women to engage in physical aggression which might otherwise not have occurred," he wrote. Male aggression, he suggested, was a kind of default value associated with patriarchal structures.

 

 

Es ist wahr, daß die meisten Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind, häusliche Angriffe erlitten. Dennoch stellt der Britische Kriminalitätsbericht von 1996 fest, daß nahezu ein Drittel der Opfer häuslicher Gewalt Männer waren, und daß fast die Hälfte dieser Männer von Frauen angegriffen wurden. Außerdem könne eine leichte Ohrfeige einen Mann schon zu einer Vergeltung mit schlimmeren Folgen provozieren, wenn Frauen einen körperlichen Streit mit einem Mann anfangen. Frauen die einen gewalttätigen Ehemann umgebracht haben würden evtl. milder behandelt, weil sie provoziert wurden; so wird Männern, die gewalttätig gegenüber Frauen sind, niemals das gleiche Verständnis entgegengebracht. Provokation, so scheint es, ist eine feministische Angelegenheit.

 

Darüber hinaus ist es insbesondere bemerkenswert, daß so viele Frauen, trotz ihrer körperlichen Überlegenheit Männern gegenüber Gewalt als erste anwenden. Tatsache ist, daß Männer sich zurückhalten. Der Psychologe John Archer hat bemerkt, daß unter weiblichen Studenten 29% einen Angriff gegen einen männlichen Partner angezettelt haben. Von diesen Frauen, gab die Hälfte an, sie hätten keine Angst vor Vergeltung gehabt, oder da sich Männer leicht selbst verteidigen könnten, sähen sie ihren eigenen körperlichen Angriff nicht als ein Problem an. In anderen Worten, weit entfernt von der Annahme, Männer seien gewalttätig, sehen Frauen männliche Nichtaggressivität als garantiert an.

 

Weiter lenkte Archer das Augenmerk auf die offensichtliche Zurückhaltung, die viele Männer in westlichen Kulturen zeigten. "Wir können davon ausgehen, daß in gewissem Ausmaß eine deutliche männliche Norm Frauen nicht zu schlagen, Frauen ermöglicht gewalttätig zu werden, was sonst möglicherweise nicht so vorkäme," schrieb er. Männliche Aggression, so nahm er an, war ursprünglich in patriarchalischen Strukturen wichtig.

 

 

In other words, as women have become independent of men, they have also become more violent towards them - because men have become dispensable. This unpalatable conclusion, however, has been completely overlooked in a culture that believes infamy is the prerogative of the male.

 

Much to everyone's astonishment, the Home Office recently produced its own evidence that domestic violence was not a male disease. In January 1999, it reported that 4.2% of women and 4.2% of men aged 16 to 59 said they had been physically assaulted by a current or former partner in the past year. Women separated from their partners were most likely to be victims, with 22% assaulted at least once in 1995.

 

The public reaction to the Home Office research was almost complete silence. The government, too, appeared impervious to its implications. Shortly after it was published, the Home Secretary opened a domestic violence court in Leeds that was founded on the explicit assumption that only men were violent.

 

In June this year, the Cabinet Office women's unit launched a campaign to "change the culture" that presented domestic violence as almost exclusively a problem of male crime. It managed to omit another under-reported fact: that most violence against children is committed by their mothers, not their fathers. A study by the National Society for the Prevention of Cruelty to Children revealed a few years ago that natural mothers, not fathers, are most frequently the perpetrators of physical injury, emotional abuse and neglect. This is not particularly surprising, since mothers generally have much more daily contact than fathers with their children. There was yet another notable omission: the women's unit material did not differentiate between couples who were married and people who were living together or had irregular lovers.

 

 

Mit anderen Worten, in dem Maße wie Frauen vom Mann unabhängig geworden sind, wurden sie auch gewalttätiger ihm gegenüber, weil er entbehrlich wurde. Diese Schlußfolgerung jedoch ist gänzlich übersehen worden in einer Kultur, die glaubt, daß Schande Vorrecht des Mannes sei.

 

Sehr zum allgemeinen Erstaunen legte das Sozialministerium kürzlich einen eigenen Beweis vor, nach der häusliche Gewalt kein männliches Übel ist. Im Januar 1999 wurde berichtet, daß 4,2% der Frauen und 4,2 % der Männer im Alter zwischen 16 und 59 aussagten, sie seien im letzten Jahr durch einen jetzigen oder vorigen Partner körperlich angegriffen worden. Frauen, die sich von ihren Partnern trennten, waren wahrscheinlich Opfer, die zu 22% mindestens einmal im Jahr 1995 angegriffen worden waren.

 

Die öffentliche Reaktion auf die Untersuchung des Sozialministeriums war ziemliches Schweigen. Auch die Regierung schien mit den Hinweisen nichts anfangen zu können. Kurz nach der Veröffentlichung eröffnete die Verwaltung des Sozialministeriums eine Einrichtung in Leeds, die auf der expliziten Annahme beruhte, daß nur Männer gewalttätig seien.

 

Im Juni diesen Jahres startete das Frauenbüro der Regierung eine Kampagne "Veränderung der Kultur", die häusliche Gewalt fast ziemlich ausschließlich als Problem männlicher Kriminalität darstellte. Sie schaffte es, eine weitere kaum behandelte Tatsache zu unterdrücken, daß die meiste Gewalt gegen Kinder von deren Müttern und nicht von deren Vätern begangen wird. Eine Untersuchung der Nationalen Vereinigung Prävention von Gewalt gegen Kinder enthüllte vor ein paar Jahren, daß leibliche Mütter, nicht Väter die häufigsten Täter bei körperlicher Verletzung, emotionalem Mißbrauch und Vernachlässigung sind. Dies ist im einzelnen nicht überraschend, da Mütter im allgemeinen täglichen mehr Kontakt mit ihren Kindern haben als Väter. Es gab jedoch eine andere bemerkenswerte Unterschlagung: das Material über die Frauen unterschied nicht zwischen Paaren, die verheiratet waren oder nur zusammenlebten oder verschiedene Liebhaber hatten.

 

It therefore omitted a key fact: that the risk of violence increases significantly for unmarried couples. The Home Office study itself observed that marital separation was a "key risk factor". Only 12.6 in every 1,000 married women are victims of violence, compared with 43.9 in every 1,000 never-married women and 66.5 in every 1,000 divorced or separated women. As husbands are replaced by partners and lovers, therefore, violence against women increases. Marriage is a strong safety factor for women.

 

Yet this is not said. Instead, the opposite idea is fostered, that violence against women typically takes place within marriage. In November 1998, the women's unit announced a new initiative. Children were urged to report violence against mothers and sisters. There was no mention of abuse against fathers. Instead, a television advertisement showed a husband berating his wife when she told him dinner would be late. That was the violence. It was followed by a helpline number for children to call if a woman in their house had been abused.

 

This fictional scenario illuminated some remarkable thinking by civil servants and ministers. It had become acceptable, it thus appeared, for children to inform on their fathers to teachers or "helplines" simply for shouting at their mothers. Shouting was now to be classified as domestic violence. If that is the case, then violence happens with enormous frequency in families. Don't women sometimes shout at men?

 

 

Es unterschlug daher eine aufschlußreiche Tatsache, nämlich daß das Gewaltrisiko signifikant für unverheiratete Paare steigt. Selbst die Untersuchung der Familienministeriums führte aus, daß Scheidung ein entscheidender Risikofaktor sei. Nur 12,6 von 1000 verheirateten Frauen waren Opfer von Gewalt, verglichen mit 43,9 von 1000, die noch nie verheiratet waren und 66,5 von 1000 geschiedenen oder getrennten Frauen. Sobald Ehemänner gegen andere Partner und Liebhaber ausgewechselt werden wächst deshalb Gewalt gegen Frauen. Heirat ist ein großer Sicherheitsfaktor für Frauen.

 

Dennoch wird dies nicht benannt. Statt dessen wird die gegenteilige Ansicht gepflegt, daß Gewalt gegen Frauen typischerweise mit der Heirat Einzug hält. November 1998 kündigte die Frauenvereinigung en neue Initiative an. Kinder wurden gedrängt über Gewalt gegen Mütter und Geschwister zu berichten. Gewalt gegen Väter wurde nicht erwähnt. Statt dessen zeigt ein TV Spot einen Ehemann, der sein Frau ausschimpft, als sie ihm sagt, daß das es mit dem Essen später würde. Das war die Gewalt. Es folgte eine Telefonnummer für Kinder, um anzurufen, wenn Frauen oder Kinder beschimpft worden seien.

 

Dieses frei erfundene Szenario beleuchtet eine etwas außergewöhnliche Denkweise bei Staatsbeamten und Ministern. Es wird akzeptiert, so scheint es, daß Kinder über ihre Väter bei Lehrern oder Teleofonhilfe informieren. Ausschimpfen war nun als häusliche Gewalt eingestuft. Wenn das der Fall ist, so kommt häusliche Gewalt außerordentlich häufig in Familien vor. Schimpfen Frauen nicht auch manchmal Männer aus?

 

 

There was another telling aspect of this advertisement. It featured an "Oxo" middle-class nuclear family. The thinking behind this, according to the then Scottish Office minister Helen Liddell, was that "domestic abuse knows no boundaries of social class or social group". However, not only was this scenario not violence, but the nuclear family is the least likely setting for abuse of women or children. It was no accident, however, that it was chosen. The married nuclear family has to be demonised because it is said to be the vehicle for the oppression of women.

 

The outcome of all this is that it is now generally accepted that violence is intrinsically male. This is a gravely distorted picture. It is true that most recorded crime is committed by men. It does not follow, however, that most men commit crime. Yet this is the false conclusion that has been drawn, as the result of the suppression or distortion of the facts about violence as well as the message that is constantly promulgated that violence is a problem of masculinity. The evidence suggests that a quite different conclusion should be drawn. This is surely that both women and men are capable of aggression and violence, but that violent men, like violent women, are not typical of their sex.

 

© Melanie Phillips 1999

 

 

Extracted from "The Sex Change Society: Feminised Britain and the Neutered Male", by Melanie Phillips, to be published by Social Market Foundation next Monday, £12.99. Copies can be ordered for £11.99 from The Sunday Times Bookshop on 0870 165 8585

 

 

Es gab einen weiteren vielsagenden Aspekt dieser TV-Spots. Es stellte eine Mittelschichts-Ur-Kernfamilie dar. Die Denkweise dahinter war, so der späteren Schottischen Landesministerin Helen Liddell, daß "häusliche Gewalt keine Grenzen von sozialer Klasse oder sozialer Gruppe kennt." Allerdings war diese Darstellung nicht nur nicht gewalttätig, sondern die Kleinfamilie ist die wahrscheinlich ungefährlichste Umgebung für Mißbrauch gegen Frauen und Kinder. Es war dennoch kein Zufall, daß sie ausgesucht wurde. Die Kernfamilie sollte dämonisiert werden, weil in ihr das Mittel zur Unterdrückung der Frau gesehen wird.

 

Das Ergebnis von all dem ist, daß generell akzeptiert wird, daß Gewalt im wesentlichen männlich ist. Dies ist ein ziemlich verzerrtes Bild. Es ist wahr, daß die meisten erfaßten Verbrechen von Männern begangen werden. Daraus kann daraus jedoch nicht geschlossen werden, daß die meisten Männer Verbrechen begehen. Daher ist dies wegen der Unterdrückung oder Entstellung der Tatsachen über Gewalt genauso wie wegen der dauernd verkündeten Botschaft Gewalt sei männlich die falsche Folgerung. Die augenscheinlichen Tatsachen erfordern eine gänzlich andere Schlußfolgerung. Sicher ist, daß beide, Frauen und Männer fähig zur Aggression und Gewalt sind, daß aber gewalttätige Männer ebensowenig wie gewalttätige Frauen typisch für ihr Geschlecht sind.

 

Übersetzung P. Brumann

 

 

 


 

 

"Gewalt von Frauen"

 von Erin Pizzey

 

Leicht gekürzt und aus dem Englischen übersetzt von Christoph Badertscher

 

"Wie viele, die auf dem Gebiet der Gewalt in Beziehungen arbeiten, habe ich täglich mit Frauen aus schwierigen familiären Verhältnissen zu tun. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass manche Frauen, die in Beziehungen leben, in denen seelische Grausamkeit und/oder physische Gewalt vorkommen, selbst Probleme verursachen, die ein akzeptables Mass überschreiten. Ich spreche von Frauen, die von Gefühlen wie Rachsucht und Feindseligkeit getrieben werden und die in Bezug auf sich selbst oder ihre Familie ein destruktives Verhalten an den Tag legen und damit eine schon desolate Familiensituation weiter verschlimmern. Für diese Frauen habe ich die Bezeichnung 'Familienterroristinnen' gewählt. Zwar sind Männer nach meiner Erfahrung ebenso in der Lage, sich als Familienterroristen zu gebärden, doch neigen sie eher zu physischen Gewaltausbrüchen. Gewalt von Männern ist in zahllosen internationalen Studien untersucht worden, während es kaum Arbeiten gibt zur Frage, weshalb und in welcher Weise Frauen Gewalt anwenden. Im Gegenteil scheint ein Schleier des Schweigens darüber gebreitet zu sein. Deshalb, und weil der gegen die eigene Familie gerichtete 'Terrorismus' eine in erster Linie von Frauen angewandte Taktik ist, werde ich mich in dieser Untersuchung auf Frauen beschränken.

Das Gewaltpotential einer Familienterroristin kann während Jahren verborgen bleiben und erst unter ganz bestimmten Bedingungen sichtbar werden. In vielen Fällen ist es die tatsächliche oder drohende Auflösung der Familie, welche das zerstörerisches Potential der Familienterroristin manifest werden lässt. Das heisst jedoch nicht, dass sie vor der Auflösung der Familie eine passive Rolle spielt. Vielmehr ist sie es, deren Gefühlsstimmungen das Familienleben beherrschen, deren Launen das Klima im gemeinsamen Haushalt bestimmen. In dieser Phase könnte sie als 'Familientyrannin' bezeichnet werden, da sie Kontrolle und Macht über die Gefühle der andern Familienmitglieder ausübt. Zwar liesse sich das Familienleben in solchen Fällen insgesamt als unglücklich, gestört, gewalttätig oder gar inzestuös bezeichnen. Tatsächlich ist es aber in erster Linie die Familienterroristin oder Familientyrannin, welche die Konflikte auslöst. Sie setzt ruhigen Augenblicken im Familienleben mit theatralischen Ausbrüchen ein Ende und bringt andere Familienmitglieder aus dem Gleichgewicht. Sie manipuliert sie auf subtile und unsichtbare Weise, indem sie in ihnen Schuldgefühle entstehen lässt, indem sie im richtigen Moment eine spöttische Bemerkung anbringt oder indem sie sie auf kaum wahrnehmbare Weise provoziert. Die im Stillen manipulierende Terroristin läuft am wenigsten Gefahr, als solche erkannt zu werden. Sie sorgt ständig für Unruhe und Aufruhr, womit sie bei den anderen Familienmitgliedern nicht selten Ausbrüche provoziert oder sie sogar in den Alkoholismus, in die Drogensucht, ja in den Selbstmord treibt. In der Folge entsteht der Eindruck, die anderen Familienmitglieder seien das eigentliche 'Problem', während die heimliche Terroristin als die Unschuldige dasteht, die sich mit Engelsgeduld alles gefallen lässt.

Solange die Familie zusammen bleibt, hält die Terroristin ihre Macht aufrecht, so unglücklich das Familienleben auch sein mag. Es ist deshalb häufig die Auflösung der Familie, die der Terroristin ihren Wirkungsbereich zu entziehen und damit ihre Macht zu zerstören droht. Wenn die Familie auseinanderbricht, fühlt sich die Terroristin am stärksten bedroht und am meisten auf sich allein gestellt, so dass zu diesem Zeitpunkt oft die grösste Gefahr von ihr ausgeht. In dieser Situation, in der die Terroristin ganz von Angst beherrscht wird, setzt sie sich ein bestimmtes Ziel: zum Beispiel die Familie wieder zu vereinen, sicherzustellen, dass die Kinder unter ihrer alleinigen Obhut bleiben, oder den Gatten oder Exgatten zu zerstören, und zwar körperlich, emotional und finanziell. Als Adolf Hitler einsah, dass der Krieg gegen die Alliierten unter keinen Umständen zu gewinnen war, befahl er den verbliebenen Truppen, Berlin zu zerstören; da er nicht länger herrschen konnte, sollte sein Reich mit ihm untergehen. Ganz ähnlich kann es der Familienterroristin gehen, die die Herrschaft über ihre Familie verloren hat oder zu verlieren droht, und die es sich in der Folge in den Kopf setzt, andere Familienmitglieder in den Ruin zu treiben, ja in extremen Fällen sogar in den Tod.

Ähnlich wie die politische Terroristin wird also auch die Familienterroristin vom festen Willen angetrieben, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Um eine Familienterroristin 'entwaffnen' zu können, muss man als Arzt oder Ärztin deshalb zuallererst ihr Ziel erkennen und verstehen. Den negativen Gefühlen der Terroristin liegt in aller Regel ein im weitesten Sinn 'berechtigter' Groll zugrunde. Berechtigt in dem Sinn, dass er auf ein tatsächlich erlittenes Unrechts oder eine tatsächlich erlittene Verletzung zurückzuführen ist; oder in dem Sinn, dass er zwar nur in der Vorstellung der Terroristin existiert, dort aber seinen festen Platz hat. Dieser Groll ist die treibende Kraft der Terroristin, auf ihn sind die Impulse zu ihren Handlungen zurückzuführen. Zu den deutlichsten Kennzeichen der emotionalen Terroristin gehört nun, dass diese Impulse einen zwanghaften Charakter annehmen. Doch woher kommt diese Zwanghaftigkeit, woher kommt dieser unwiderstehliche Drang? In vielen Fällen hat der Groll, den die Terroristin gegen ihren Ehemann zu verspüren glaubt, mit dem Ehemannes selbst wenig zu tun. Die Terroristin mag sich nur der (angeblichen) Kränkung durch ihren Ehemann bewusst sein, doch ist der durch diese Kränkung hervorgerufene Schmerz in Wirklichkeit auf eine schmerzhafte Erfahrung in der Kindheit zurückzuführen.

Im Rahmen dieser Untersuchung kann ich nicht näher auf die Frage eingehen, was für Kindheitserlebnisse der Entwicklung zur Familienterroristin Vorschub leisten. Festhalten lässt sich jedoch, dass sich die Kindheit der Familienterroristin, wenn sie im richtigen Licht gesehen wird, in jedem Fall als eine (im emotionalen und oder im physischen Sinne) gewalttätige verstehen lässt. Festhalten lässt sich ebenfalls, dass die Terroristin in jedem Fall eine zur Gewalt neigende Frau ist. Unter einer zur Gewalt neigenden Frau verstehe ich hier eine Frau, die darüber klagt, dass sie das unschuldige Opfer von Gemeinheiten und Aggressionen von Seiten ihrer Angehörigen und Bekannten sei, in Wirklichkeit aber das Opfer ihrer eigenen Gewalt und Aggression ist. Denn eine gewalttätige und schmerzhafte Kindheit führt in der Regel dazu, dass das Kind von diesem Schmerz und dieser Gewalt auf allen Ebenen abhängig wird: auf der emotionalen, der intellektuellen, der physischen und der neurochemischen. Diese Abhängigkeit zwingt den erwachsenen Menschen später dazu, Lebenslagen zu schaffen und Beziehungen aufzubauen, die weitere Gewalt, weiteres Leid und weiteren Schmerz mit sich bringen. Was die Terroristin antreibt, ist also in erster Linie ein aus der Kindheit stammender Schmerz, und nur in zweiter Linie die gegenwärtige Familiensituation. Damit hat die Motivation der Terroristin einen krankhaften Zug: Sie beruht nicht sosehr auf Realität, als vielmehr auf einer Verzerrung von Realität.

Da die emotionale Terroristin also zur Gewalt neigt, ja von Gewalt abhängig ist, müssen auch ihre Handlungen als die einer Abhängigen verstanden werden. Solange die Familie zusammenhält, hat die Terroristin die Möglichkeit, ihre krankhaften Bedürfnisse und ihre Sucht zu befriedigen. Löst sich die Familie jedoch auf, legt die Familienterroristin die ganze Verzweiflung, Entschlossenheit und Besessenheit an den Tag, mit der jede Süchtige auf Entzug reagiert. Diese Besessenheit und die extreme Unausgewogenheit ihrer Gefühle sind wohl die deutlichsten Signal, an denen die Familienterroristin zu erkennen ist. Der Grad dieser Besessenheit erlaubt es der behandelnden Ärztin auch am ehesten, abzuschätzen, wie weit die Terroristin in ihren Handlungen tatsächlich zu gehen bereit ist. Ein gewisses Maß an Schmerz und Verzweiflung kennt wohl jeder Mensch, der in zerrütteten Familienverhältnissen lebt oder dessen Beziehung auseinanderbricht; einem einigermaßen ausgeglichenen Menschen ist jedoch in einem solchen Fall nicht nur der eigene Schmerz bewusst, sondern er kann bis zu einem gewissen Grad auch den Schmerz der anderen Familienmitglieder nachempfinden. Einigermassen ausgeglichene Eltern werden sich deshalb im Fall einer Scheidung intensiv um das Gefühlsleben ihrer Kinder kümmern, vielleicht sogar mehr als um das eigene. Ganz anders die Familienterroristin, in deren Augen es nur einen Menschen gibt, der Unrecht erleidet und Schmerzen aussteht: nämlich sie selbst. Die Terroristin hat kein Mitgefühl und kein Einfühlungsvermögen, sie fühlt nur den eigenen Schmerz. So gesehen ist ihre Leidensfähigkeit narzisstisch, solipsistisch und in der Tat pathologisch.

Zwar kann ich hier nicht im Detail auf die Kindheit der Terroristin eingehen, beziehungsweise auf die Faktoren, die der Entwicklung zur emotionalen Terroristin Vorschub leisten, doch macht die eingeschränkte oder fehlende Fähigkeit der Terroristin, die Gefühle anderer zu erkennen, zumindest eines deutlich: nämlich dass ihr Bewusstsein und ihre eigenen Gefühle in entscheidenden Phasen der Kindheit (aus einer Vielzahl von Gründen) verkümmerten und nicht über die Grenzen des eigenen Ich hinauswachsen konnten. Als Erwachsene baut die Terroristin deshalb eine Beziehung auf, die in gewisser Hinsicht gar keine wirkliche Beziehung ist, sondern vielmehr dazu dient, das Szenario der Kindheit nachzustellen. Solange diese Beziehung anhält, geht die solipsistische Terroristin nicht wirklich auf die Gefühle der anderen Familienmitglieder ein, sondern benutzt sie für ihre eigenen Zwecke, nämlich als Requisiten für die Umsetzung ihres 'Drehbuchs'. Wenn schliesslich die Auflösung der Beziehung oder der Familie bevorsteht, hat die Terroristin nur ihren eigenen Schmerz und ihren eigenen Zorn vor Augen. Da sie kein Mitgefühl für die anderen Familienmitglieder empfindet, verfolgt sie mit aller Entschlossenheit das Ziel, das sie sich gesetzt hat, zum Beispiel die Familie wieder zusammenzubringen, die Angehörigen zu ruinieren, oder Rache zu nehmen. Objektivität kennt die Terroristin somit kaum oder nicht; sie lebt in einer abgeschlossenen Welt, in der es nur den eigenen Schmerz und den eigenen Zorn gibt.

Da das Bewusstsein eines Menschen ebenso sehr auf der Wahrnehmung der Gefühle anderer wie auf der Wahrnehmung der eigenen Gefühle beruht, geht der emotionalen Terroristin die Einsicht in das eigene Verhalten fast vollständig ab. In dieser fehlenden Einsicht liegt ihr hauptsächliches Gefahrenpotential. Doch es gibt noch einen zweiten Faktor, der die Terroristin so gefährlich macht: Während sie mit krankhafter Besessenheit ihr Ziel verfolgt, wird sie von einem Gefühl der Allmacht beseelt. Tatsächlich bildet man sich nicht selten ausgerechnet dann ein, allmächtig zu sein, wenn man in Wahrheit völlig ohnmächtig ist, also etwa dann, wenn man keinerlei Einfluss mehr auf seine Familie hat, weil sich diese auflöst. Woher dieses Gefühl der Omnipotenz auch immer rührt: Die Terroristin ist überzeugt, dass nichts und niemand sie stoppen kann. Da ihr also weder von ihrem Bewusstsein noch von ihrem Mitgefühl Grenzen gesetzt werden, ist sie der Überzeugung, auf dem Weg zu ihrem Ziel sei kein Preis zu hoch, ob dieser Preis nun von ihr selbst oder von anderen Familienmitgliedern bezahlt werden muss.

Die Terroristin kennt also keine Schranken. Das bedeutet, dass sie auch in ihren Handlungen schrankenlos ist. Wild entschlossen, das von ihr gesetzte Ziel zu erreichen, schliesst sie auch drastische Massnahmen nicht aus: die Verfolgung ihres Ehemannes; Tätlichkeiten gegen den ExEhemann oder dessen neue Lebenspartnerin; Telephonanrufe bei den gemeinsamen Freunden und bei den Geschäftsfreunden des Ehemann, mit dem Zweck, seinen Ruf zu ruinieren; Anklagen gegen den Ehemann, die auf Falschaussagen beruhen, etwa wegen angeblicher sexueller Belästigung der Kinder oder wegen angeblicher Tätlichkeiten gegen diese; vorgetäuschte Selbstmordversuche, mit deren Hilfe der Ehemann manipuliert werden soll; Kidnapping der unter der Obhut des Ehemannes stehenden Kinder; Beschädigung seines Eigentums; oder, als eine Form der Rache, Mord am Ehemann und an den Kindern.

Nach meiner Erfahrung machen sich Männer und Frauen im selben Masse solchen Fehlverhaltens schuldig. Da sich Untersuchungen jedoch in erster Linie mit dem Fehlverhalten von Männern auseinandersetzen, wird oft übersehen, dass Frauen diese Art von Gewalt im selben Masse anwenden. Meine Definition eines 'Familienterroristen' oder eines 'emotionalen Terroristen' lässt sich also wie folgt zusammenfassen: Eine Person (im Falle dieser Untersuchung eine Frau), die in obsessiver Weise ein destruktives (und damit pathologisches) Ziel anstrebt, wobei sie Mitglieder ihrer eigenen Familie im Visier hat; es fehlt ihr auf krankhafte Weise jedes Gespür für die Gefühle der anderen Familienmitglieder, ihre Handlungen kennen keine Schranken, und ihr Antrieb ist pathologisch, das heisst er geht auf ungelöste Probleme einer schwierigen Kindheit zurück. Natürlich trifft diese Beschreibung in unterschiedlichem Grad auf nicht wenige Menschen zu. Tatsächlich können viele Menschen, die in einer unglücklichen Beziehung leben oder deren Beziehung sich aufgelöst hat, vorübergehend ein 'irrationales' Verhalten an den Tag legen. Die Terroristin unterscheidet sich jedoch deutlich von ihnen, indem sie beständig rachsüchtig und destruktiv ist; ruhige Momente und Augenblicke der Klarheit sind bei ihr die Ausnahme, ein vorübergehendes Nachlassen des Sturmes.

Wenn ich mit einer Klientin arbeite, die grosse Schwierigkeiten in ihrer Beziehung oder bei der Auflösung ihrer Beziehung hat, stelle ich mir deshalb eine ganze Reihe von Fragen, mit denen ich abzuschätzen versuche, inwieweit es sich um eine potentielle Familienterroristin handelt. "Wird sie sich weiterhin bemühen, den Partner finanziell zu ruinieren? Ist sie wirklich aufrichtig, wenn sie beteuert, sie werde ihren Partner umbringen oder umbringen lassen, sollte er je eine neue Beziehung eingehen? Sind ihre Selbstmorddrohungen ernst zu nehmen oder dienen sie nur der Manipulation anderer? Wird sie ihre Drohung wahr machen, die Kinder mit Hilfe des Gesetzes ganz an sich zu reissen, nur um dem Partner Schmerz zuzufügen? Wird sie die Kinder einer Gehirnwäsche unterziehen, so dass ihr ExPartner sich nicht mehr getraut, eine neue Beziehung einzugehen?" Ist die Antwort auf diese Fragen ja, handelt es sich also um einen Fall von Familienterrorismus, so kann die Arbeit zwei Bereiche umfassen: einerseits die praktischen Massnahmen zum Schutz der Familienangehörigen ('Überlebensstrategien'), anderseits die therapeutische Arbeit mit der Terroristin selbst.

Wenn die Familienmitglieder das zerstörerische Potential der Terroristin einschränken wollen, so müssen sie diese zuallererst einmal als solche erkennen. Als zweites müssen pragmatische Schritte unternommen werden, welche die von einem Gefühl der Allmacht angetriebene Terroristin in ihren Handlungen einschränken. Leider ist die rechtliche Situation, die in vielen Scheidungsvereinbarungen festgelegt wird, relativ offen. Wenn beide Parteien einigermassen ausgeglichene Persönlichkeiten sind, ist es zwar durchaus sinnvoll, die Scheidungsvereinbarung flexibel zu gestalten und Raum zu lassen für Veränderungen in Bezug auf finanzielle Verhältnisse, Betreuung der Kinder sowie Besuchsrecht. Wenn jedoch eine emotionale Terroristin mit im Spiel ist, dann bieten ihr das auf Konfrontation angelegte Scheidungsverfahren sowie eine relativ offene Scheidungsvereinbarung unendlich viele Möglichkeiten, die Gerichte, die Anwälte und die auf den Plan gerufenen Gutachter zu instrumentalisieren und als Waffen einzusetzen. In solchen Fällen setzen Gericht und Scheidungsverfahren der Terroristin keine Schranken, sondern erlauben ihr im Gegenteil, ihr schrankenloses Verhalten fortzusetzen. Wenn man es mit einer Terroristin zu tun hat, sollte deshalb das Verfahren kurz und das endgültige Urteil so eindeutig, endgültig und absolut wie möglich sein. Jede Ärztin und jeder Anwalt ist vertraut mit 'prozesssüchtigen' Klienten; doch erst wenn diese 'Prozesssucht' als eine Form von Terrorismus erkannt wird, kann eine rasche und präzise Scheidungsvereinbarung angestrebt werden. Um das Gefühl der Allmacht der Terroristin einzuschränken, gibt es verschiedene Mittel; der Leitgedanke sollte jedoch immer derselbe sein wie im Umgang mit politischem Terrorismus: "Mit Terroristen verhandeln wir nicht." Endlose Telephonate und Gespräche bestärken die Terroristin nur in ihrem Glauben, dass sie auf dem richtigen Weg sei; dasselbe gilt für Konfrontationen, Versuche, sich wieder zusammenzutun, Briefe, Besuche, friedfertige Gesten und Bemühungen, die Terroristin zu besänftigen. Einzig mit einer entschlossenen, resoluten Haltung kann man der Terroristin klarmachen, dass ihre Macht Grenzen hat.

Wenn eine Therapeutin eine Terroristin 'entwaffnen' will, indem sie direkt mir ihr zusammenarbeitet, so muss sie aufrichtig, ehrlich und sehr direkt sein können. Bei meiner eigenen Arbeit habe ich verschiedentlich die Erfahrung gemacht, dass man einer Terroristin durchaus ins Gesicht sagen kann: "Sie führen sich ja auf wie eine Terroristin." Es gibt Fälle, in denen eine Terroristin auf diese Weise ihre Situation zum erstenmal in einem klaren Licht sieht und dazu ermuntert werden kann, ihr Verhalten zu überdenken. In aller Regel ist jedoch eine äusserst gründliche therapeutische Arbeit nötig. Erst tiefgreifende und bleibende Veränderungen in der Verfassung der Klientin erlauben auch Veränderungen in ihrem Verhalten. Erst wenn die in der frühen Kindheit erlittenen Schmerzen bewusst gemacht und verarbeitet worden sind, kann die Familienterroristin die eigene Situation ungetrübt und unverfälscht erkennen.

Die Arbeit mit der Terroristin selbst, wie jede Form der therapeutischen Arbeit, kann nur dann zu einer Veränderung führen, wenn die Klientin eine solche Veränderung auch wünscht. Ihr Wille, gesund zu werden, ist der entscheidende Faktor. Wenn dieser Wille fehlt, kann keine Veränderung herbeigeführt werden. Will oder kann die Terroristin sich nicht ändern, bleibt der Therapeutin nur, den andern Familienmitgliedern dabei zu helfen, entschlossen vorzugehen, hartnäckig zu bleiben und, wo es möglich ist, Distanz zu wahren."

 

Erin Pizzey war die Gründerin des ersten modernen Frauenhauses. Sie stellte fest, dass von den ersten 100 Frauen, die bei ihr Zuflucht suchten, 62 mindestens so gewalttätig waren wie ihre Partner, vor denen sie zu fliehen versuchten und zu denen sie immer wieder zurückkehrten aufgrund ihrer Abhängigkeit von Schmerz und Gewalt. Im Laufe von zehn Jahren hat Erin Pizzey in ihrem Frauenhaus im englischen Chiswick mit 5000 Frauen und ihren Kindern zusammengearbeitet. Sie ist Autorin verschiedener Bücher zum Thema Gewalt in Beziehungen. 

Die Originalversionen ihrer Bücher sind erhältlich unter: http://www.amazon.com

 

 

 


 

 

Links

 

www.gewaltschutz.htm

 

http://home.t-online.de/home/Joachim.Mueller-1/extdoc/Heilsbronn.html

 


 

 

"Kein sicherer Ort"

Susanne Andrea Birke, Theologin, Bern

 

Ein Aufsatz zum Thema Frauengewalt als Tabu und dem Umgang der Frauenbewegung damit.

 

in: "Fama. Feministisch-theologische Zeitschrift"

16. Jahrgang, August 2000

 

 

 


 

 

 

Alkoholfahrt mit Kindern an Bord

Zeugen stoppten 40-Jährige

HOHENGÜSTOW. Eine Mutter, die betrunken mit ihrem Auto und ihren drei Kindern an Bord auf der B 198 zwischen Prenzlau und Gramzow (Uckermark) unterwegs war, ist am Sonntagabend festgenommen worden. Ein Atemalkoholtest ergab 2,60 Promille. "Die Frau hat sich mit Worten und Taten heftig gewehrt", sagte ein Polizeisprecher. Der Führerschein der 40-Jährigen wurde beschlagnahmt.

Zwei Verkehrsteilnehmer hatten die Alkoholfahrt der Frau bei Hohengüstow gestoppt. Ihnen war der Mercedes der Frau aufgefallen, weil er wiederholt in Zickzack-Linien fuhr - mal bis auf die entgegengesetzte Fahrbahn, mal bis fast in den rechten Straßengraben. Zuvor hatten sie telefonisch die Polizei alarmiert. Die Kinder im Alter von zwei bis acht Jahre wurden dem herbei gerufenen Ehemann übergeben. Bei der Frau wurde ein Blut-Alkoholtest angeordnet. Weil die Frau erheblichen Widerstand leistete, wurde sie zur Ausnüchterung in Gewahrsam genommen. (bla.)

 

 

Berliner Zeitung

Datum: 16.03.2004

Ressort: Lokales

Autor: Jens Blankennagel

Seite: 20

 

 

 


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