Männerhaus

Männerhaus Berlin-Brandenburg
Informationen unter www.maennerberatung.de
Männer-Wohnhilfe Oldenburg
Funk: 0162-8783013
Erstes «Väterhaus» der Schweiz öffnet Pforten
Im Aargau öffnet bald das erste "Väterhaus" der Schweiz seine Türen. In diesem Haus sollen sich Väter mit ihren Kindern vor gewalttätigen Partnerinnen in Sicherheit bringen können. Initiant ist der Verein verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter (VeV).
Im Haus mit dem Namen "ZwüscheHalt" werden bis zu zehn Personen Platz finden, wie VeV-Präsident Oliver Hunziker vor den Medien in Aarau sagte. Die Bewohner würden betreut und beraten.
Das "Väterhaus", das auf privater Basis betrieben wird, soll seine Pforten am 10. Dezember öffnen. Der Standort des Hauses für Väter und Kinder wird - wie auch bei Frauenhäusern üblich - nicht bekanntgegeben.
Die Finanzierung des Angebotes sei vorerst für die Dauer eines Jahres gesichert, hiess es. Die Initianten möchten die Trägerschaft jedoch breiter abstützen und hoffen auf öffentliche Gelder.
Bis heute gehe der überwiegende Teil dieser Gelder an Organisationen von und für Frauen. Es gebe jedoch immer mehr männliche Opfer von häuslicher Gewalt.
Die betroffenen Männer würden in der Gesellschaft diskriminiert und nicht ernst genommen. Auch getrauten sie sich nicht, über ihre Erfahrungen zu reden, obwohl sie Hilfe bräuchten.
Der Verein VeV macht sich dafür stark, dass die Kinder auch bei einer Ehescheidung oder Trennung eine gleichberechtigte Beziehung zum Vater und Mutter pflegen können. In den Regionen Zürich, Mittelland und Zentralschweiz bestehen Selbsthilfegruppen.
Quelle: Schweizerische Depeschenagentur
Letztes Update: 20.11.09, 15:25 Uhr
http://www.a-z.ch/news/politik/erstes-vaeterhaus-der-schweiz-oeffnet-pforten-4648380
Weshalb braucht es ein Väterhaus, Herr Hunziker?
Oliver Hunziker (44), arbeitet als Informatiker und ist Vater von zwei Kindern (14 und 15). Er ist geschieden und teilt sich das Sorgerecht. Als Präsident des Vereins für verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter (VeV) initiiert er nun das erste «Väterhaus» der Schweiz. Quelle:
Oliver Hunziker (44), arbeitet als Informatiker und ist Vater von zwei Kindern (14 und 15). Er ist geschieden und teilt sich das Sorgerecht. Als Präsident des Vereins für verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter (VeV) initiiert er nun das erste «Väterhaus» der Schweiz.
Am 10. Dezember öffnet das schweizweit erste «Väterhaus» seine Tore. Es steht im Kanton Aargau und will Männer mit Kindern aufnehmen, die unter häuslicher Gewalt leiden. Initiant Oliver Hunziker nimmt gegenüber a-z.ch/news Stellung.
Herr Hunziker, warum braucht es ein «Väterhaus»?
Oliver Hunziker: Das Haus soll Vätern mit Kindern Unterschlupf in schwierigen Situationen bieten. Deshalb heisst es auch «Väterhaus» und nicht «Männerhaus». Männer, die mit ihren Kindern zu Hause unter häuslicher Gewalt, psychischer und auch physischer Natur leiden, finden bei uns Hilfe.
Warum steht das Haus gerade im Aargau? Leiden Aargauer Männer besonders unter häuslicher Gewalt?
Hunziker: (lacht) Nein nein, das ist nicht so. Einerseits hat man sich für den Aargau als Standort entschieden, weil der Sitz unseres Vereins für verantwortungsvoll erziehende Väter und Mütter hier situiert ist. Andererseits - und viel wichtiger - ist natürlich die zentrale Lage des Aargaus in der Deutschschweiz mit hervorragenden Anschlüssen nach Zürich, Bern, Basel und in die Innerschweiz. Ein wenig auf der Strecke bleibt die Ostschweiz. Denn eigentlich hätten wir das Haus in St. Gallen eröffnen sollen, wo die Gewaltstatistik an Vätern die mit Abstand erschreckenste ist.
Was wird hilfesuchenden Vätern geboten?
Hunziker: Wir bieten Opfern einen sicheren Ort an, sprich die Möglichkeit, ein paar Tage von zuhause weg zu sein, ohne sich gross Gedanken zu machen, wie das gehen sollte. Daneben können Väter von unserer fachmännischen Beratung vor allem im Bereich Scheidungswesen profitieren. Wir sind seit 20 Jahren - meiner Meinung nach sehr kompetent - in solchen Beratungsfragen tätig.
Kontakt
Zwüschehalt
c/o VeV Schweiz
Postfach 822
5201 Brugg
www.vev.ch079 645 9554
Die Adresse des Hauses ist nicht kommuniziert worden. Ist sie geheim, wie das bei Frauenhäuser üblich ist?
Hunziker: Nein, der Standort ist nicht geheim. Wir haben uns lange mit dieser Frage auseinandergesetzt. Ich finde, die Adresse muss nicht gleich herausposaunt werden. Eine Geheimhaltung ist aber im Gegensatz zu Frauenhäusern nicht nötig.
Für ein Jahr ist das «Väterhaus» finanziert. Und dann?
Hunziker: Es muss - und wird - uns gelingen, noch mehr Spendengelder zu erhalten im kommenden Jahr. Zudem hoffen wir natürlich auf öffentliche Gelder. Dazu haben wir bereits eine Anfrage eingereicht.
Interview: Wladimir Steimer
Quelle: a-z.ch News
Letztes Update: 20.11.09, 16:31 Uhr
http://www.a-z.ch/news/politik/weshalb-braucht-es-ein-vaeterhaus-herr-hunziker-4655811
Eröffnung Männerhaus in der Schweiz
Eröffnung des ersten Väterhauses der Schweiz
An einer Medienkonferenz in Aarau hat der Präsident des VeV, Oliver Hunziker heute die Eröffnung des ersten Väterhauses der Schweiz bekannt gegeben.
Kantonale Polizeistatistiken belegen es seit Jahren – der Trend zu immer mehr männlichen Opfern von häuslicher Gewalt ist unübersehbar. Zunehmend trauen sich auch Männer, über ihre Erfahrungen zu sprechen und seit der Einführung der Gewaltschutzgesetze nimmt die Polizei immer häufiger auch prügelnde Frauen mit.
Trotzdem gibt es bis heute ausschliesslich Hilfsangebote für gewaltbetroffene Frauen und noch kein einziges Angebot für Männer. Väter, die ihren Kindern zuliebe in Gewaltsituationen verbleiben, Männer die nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen – Ihnen konnte bislang durch Opferhilfsstellen nur beratend geholfen werden, echte Alternativen fehlten vollständig.
“Entweder ist jemand ein Opfer, oder er ist ein Mann“ – mit diesem Zitat des deutschen Gewaltforschers Hans Joachim Lenz eröffnete der Präsident des VeV Schweiz, Oliver Hunziker die heutige Medienkonferenz in Aarau.
Mit „ZwüscheHalt“ geht der VeV nun einen mutigen Schritt voran.
Das heute vorgestellte Projekt umfasst eine Vollzeitberatungsstelle für Väter in schwierigen Trennungs- und Scheidungssituationen, aber auch ein paar Zimmer, für Väter, die eine Auszeit – einen Zwischenhalt eben – brauchen, oder aber mit samt ihren Kindern vor der gewalttätigen Partnerin flüchten möchten.
Das Haus, welches zentral zwischen den Grosstädten Bern, Basel, Zürich und Luzern im Kanton Aargau liegt, bietet bis zu 10 Personen Unterschlupf. Für Tagesbetreuung ist ebenso gesorgt, wie für fachkundige Beratung über das weitere Vorgehen. Ein Ring von Fachleuten steht bereit, um bei Bedarf einzugreifen und weiterführende Beratungen an zu bieten.
Nicht zufällig hat der VeV den heutigen Tag ausgewählt, für die Bekanntgabe seines Projektes, ist doch der 20. November der UNO-Kinderrechtstag.
„Zuerst kommen für uns die Kinder“ sagt Oliver Hunziker, und betont, dass es viele Fälle gebe, in welchen der besonnenere Elternteil eine Zuflucht brauche, um nicht zuletzt die Kinder durch die schwierige Situation zu bringen. Oliver Hunziker betont, dass im Prinzip auch Platz für Frauen vorhanden ist, welche sich in der gleichen Situation befinden.
André Müller, der designierte Leiter des ZwüscheHalt ergänzt: „Wir sehen unser Angebot nicht im Graben des Geschlechterkampfes, vielmehr möchten wir unseren Gästen die nötige Ruhe und Distanz verschaffen, um anschliessend gemeinsam mit der Partnerin nach Lösungen zu suchen.“ Das oberste Ziel des VeV war und ist die gemeinsame Elternschaft – so lautet auch der Grundsatz des Vereins „Kinder brauchen beide Eltern“
Und aus diesem Grund ist auch der ZwüscheHalt eben genau das – eine befristete Lösung für Väter und ihre Kinder, ein Ort an welchem die nächsten Schritte in Ruhe geplant werden können.
Das Angebot wurde den zuständigen Fachstellen bei Polizei und Opferhilfe kürzlich vorgestellt und fand grosse Beachtung und Anerkennung. Man zeigte sich erfreut, über die Erweiterung des Angebotes und ist gerne zur Zusammenarbeit bereit. Erste Gespräche laufen auch bereits mit dem aargauischen Frauenhaus, mit dem Ziel, das Angebot breit zu vernetzen und abzustützen.
Geplant ist auch eine Ausweitung der Trägerschaft auf weitere Personen und/oder Organisationen. Dazu Oliver Hunziker: „Wir können uns gut vorstellen, eine separate Trägerschaft für den ZwüscheHalt zu gründen, zusammen mit Partnern aus den entsprechenden Fachgebieten.“ Zunächst wird das Haus aber als Pilot geführt und erste Erfahrungen gesammelt.
Am 10. Dezember wird der ZwüscheHalt eröffnet - auch dies kein Zufall, ist es doch der UNO-Menschenrechtstag. So verbindet der VeV seine beiden wichtigsten Anliegen mit der Wahl dieser symbolischen Daten.
ZwüscheHalt wird auf privater Basis durch den VeV geführt und auch finanziert. Die Finanzierung ist für 12 Monate gesichert, Bestrebungen für weitere Unterstützung sind im Gange, der Verein ist aber auch auf Spenden angewiesen.
Für den Vorstand des VeV Schweiz
Oliver Hunziker, André Müller
20.11.2009
Internet:
VeV Region Aargau
Postfach 822
5201 Brugg
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VeV Region Zürich
Postfach 2412
8026 Zürich
infoZH@vev.ch
+41 79 645 9554
Finanzierung
Mehr Geld für Frauenhäuser gefordert
Der Senat finanziert 317 Plätze in sechs Frauenhäusern. Doch trotz Preissteigerungen und Tariferhöhungen hat die Stadt den Etat nicht erhöht.
Sabine Beikler
12.11.2008
Jede vierte Frau in Deutschland hat laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums in ihrer Partnerschaft Gewalt erfahren. Dabei genügt es oft nicht, dass die Polizei prügelnden Männern das Betreten der Wohnung verbietet. Die Gefährdung durch den gewalttätigen Partner ist häufig so groß, dass den Frauen nur die Flucht ins Frauenhaus bleibt. 2007 haben in Berlin 1420 Frauen und 1379 Kinder in den sechs Frauenhäusern Schutz gefunden – eine leichte Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren. Trotz Preissteigerungen und Tariferhöhungen hat der Senat aber den Etat für die Frauenprojekte im Antigewaltbereich seit Jahren nicht erhöht. Jetzt fordern Politikerinnen wie Evrim Baba (Linke) und Ramona Pop (Grüne) und das Bündnis der Berliner Frauenhäuser ein höheres Budget.
Der Senat finanziert die 317 Plätze in den Frauenhäusern mit 2,84 Millionen Euro pro Jahr. Weitere 40 Zufluchtswohnungen mit 117 Plätzen für Frauen und 140 für Kinder werden mit 970 000 Euro jährlich bezuschusst. Diese Plätze jedoch reichen nicht aus. „Es gibt regelmäßig Engpässe“, berichten Mitarbeiterinnen von Frauenhäusern und auch Irma Leisle, Leiterin des Beratungstelefons für hilfesuchende Frauen. Der Senat finanziert diese Hotline mit 245 700 Euro pro Jahr. 2007 gingen dort 7244 Anrufe ein.
Deutschlandweit suchen pro Jahr rund 40 000 Frauen mit ihren Kindern Schutz in Frauenhäusern. „Nach wie vor sind die Frauenhäuser nicht finanziell abgesichert“, sagt die frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irmgard Schewe-Gerigk. Viele Frauenhäuser finanzierten sich über Tagessätze, die jeweils gesondert beantragt werden müssten. In einigen Bundesländern müssten Schutz suchende Frauen auch Anträge auf Kostenübernahme stellen, beziehungsweise bei eigenem Einkommen den Aufenthalt selbst finanzieren. „Man sollte stattdessen die prügelnden Männer finanziell zur Verantwortung ziehen“, sagt Schewe-Gerigk. Die Grünen fordern bundesweit einen einkommensunabhängigen Zugang in Frauenhäuser ohne Eigenbeteiligung, wie es in Schleswig-Holstein, Hamburg und in Berlin möglich ist. Am heutigen Mittwoch findet im Bundestag eine Anhörung zur Situation der Frauenhäuser statt. Sabine Beikler
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.11.2008)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Frauenhaeuser;art270,2659051
Kommentar maennerrat.de:
Bevor man über eine mögliche Aufstockung des über 4 Millionen € betragenden Etats für die die Berliner Frauenhäuser und Frauennotrufe nachdenkt, sollte man erst einmal den Mindestbedarf für ein Berliner Männerhaus und Männernotruf beschließen. Dieser könnte erst einmal als Zeichen des guten Willens mit 100.000 € ausgestattet werden, um dann weitere Erfahrungen zu sammeln. Denn nicht nur jede vierte Frau hat Gewalterfahrungen, sondern mindestens auch jeder vierte Mann, wie sich leicht durch entsprechende Umfragen herausbekommen lässt.
HÄUSLICHE GEWALT
"Erzählen Sie mal als Mann, dass Ihre Frau Sie geschlagen hat"
Von Sonja Vukovic
Sie werden geschlagen und wehren sich nicht. Sie werden gedemütigt und reden nicht darüber: Für Männer, die Opfer von häuslicher Gewalt sind, gibt es in Deutschland kaum Zufluchtsorte. Ein gemeinnütziger Verein aus Oldenburg bietet ihnen Unterschlupf.
"Frauen haben keinen Zutritt zu dem Apartment", sagt Reiner W.* Ihn und die drei anderen Männer, die an diesem Nachmittag an dem mit feinem Porzellan gedeckten Kaffeetisch beisammensitzen, verbindet eine gemeinsame Beziehungserfahrung: Vor ihren Lebensgefährtinnen sind sie hierher geflüchtet, aus einem Alltag, in dem Gewalt und Demütigungen auf der Tagesordnung standen - sie selbst waren die Opfer. Das grau verputzte Reihenhaus bei Bremen ist Deutschlands wohl einziges Männerhaus.
Bewohner des Oldenburger Projekts "Männersache": "Wer schlägt, muss gehen"
"Männersache" steht auf dem Klingelschild. In den Zimmern stehen Blumen auf den Fensterbänken, auf dem Teppichboden liegt Playmobil-Spielzeug verteilt.
Wenn Jörn, wie an diesem Nachmittag, von seiner Ehe erzählt, dann tasten seine Augen ziellos den Raum ab. Beinahe zwei Jahrzehnte währte seine Beziehung zu einer acht Jahre älteren Frau. Aber nur wegen der sechs Paartherapien, die er initiiert habe, sagt der 39-Jährige. Von den beiden gemeinsamen Kindern sei eines "mehrfach schwerstbehindert". Das habe seine Frau nicht ertragen, ihre Verzweiflung habe die Mutter mit "unvorhersehbaren" verbalen und tätlichen Attacken am Ehemann ausgelassen.
An einem Tag im April 2006 der Eklat: "So hatte ich sie noch nie erlebt. Sie warf mit Geschirr nach mir", erinnert sich der Diplom-Sozialpädagoge. Durch seine Arbeit als Leiter einer Kindertagesstätte wusste er von der "Männerwohnhilfe". Wenige Stunden nach dem Vorfall zog er dort ein. Heute weiß er: "Es war besser so", der Kinder wegen, um deren Sorgerecht er derzeit vor dem Familiengericht kämpft.
Gewaltschutzgesetz - Männern nützt es nur wenig
Die Männerwohnhilfe entstand aus einer Partylaune heraus. Vor acht Jahren befand eine Runde Männer bei einer Feier, es müsse doch auch einen Ort geben, wo man(n) sich vor den Frauen zurückziehen könne.
Beruflich im sozialen und sozialpädagogischen Bereich tätig, fanden Diskussionsteilnehmer die Idee am Morgen immer noch richtig und wichtig: "Aus unserem Berufsalltag haben wir die Erkenntnis, dass Frauen, wenn Emotionen zur Entladung kommen, alles in die Hand nehmen, um sich auch körperlich gegen ihre Männer durchzusetzen", erklärt Wolfgang Rosenthal, einer der Mitbegründer der Herrenherberge.
Das bestätigt auch Bastian Schwithal, Forscher in der Partnerschaftssoziologie. 2005 veröffentlichte er seine Dissertation "Weibliche Gewalt in Partnerschaften" als Buch. "Männer und Frauen verüben Gewalt gegenüber Intimpartnern im etwa gleichen Maße", sagt Schwithal. Tätliche Übergriffe, ausgeübt von Männern, endeten häufiger tödlich, so der Soziologe, Frauen dagegen setzten öfter Gewaltmittel und Waffen ein, um "ihre geringere körperliche Stärke in Streitsituationen auszugleichen".
Erst Gewalt, dann Scheidungsschlacht und Sorgerechtskrieg
Das 2002 in Kraft getretene Gewaltschutzgesetz nütze Männern aber nur wenig, sagt Wolfgang Rosenthal von der Männerwohnhilfe. "Auf dem Papier heißt es zwar: Wer schlägt, muss gehen - das Opfer bleibt in der Wohnung. Aber erzählen Sie mal als Mann einem Polizisten, dass Ihre Frau Sie geschlagen hat. Selbst wenn Sie den Mut aufbringen, Anzeige gegen Ihre Partnerin zu erstatten, kommt es aus Gründen der geringen Schuld oder aus mangelndem öffentlichen Interesse nie zum Verfahren", sagt er.
Deswegen seien Männer als die Opfer häuslicher Gewalt oft zweifach die Leidtragenden. Nach den Peinigungen müssten sie dann auch noch die Wohnung und damit ihre Kinder verlassen, sagt Rosenthal. Meist folge ein "Schrecken aus Scheidungsschlacht und Sorgerechtskrieg".
Was das bedeutet, weiß Reiner W. nur zu gut. Der Musiker, 50 Jahre alt, ist 1,70 Meter groß, 63 Kilogramm schwer und hatte seiner langjährigen Lebensgefährtin nie viel entgegenzusetzen, wenn sie "mit einem Stuhl auf mich einschlug oder zugetreten hat". Er habe "unglaubliche Erfahrung mit einer gewalttätigen, herrschsüchtigen Frau" gemacht, gibt Reiner W. an.
Zurückzuschlagen, das sei für ihn nie in Frage gekommen. "Ich wollte die Familie, die ich da hatte, unbedingt zusammenhalten", sagt er. Erst nach neun Jahren, als die Frau ihn mit Glassplittern verletzte, wagte W. den Weg zum Familiengericht. Das aber gab das Kind in die Obhut seiner Ex-Freundin - trotz eines psychologischen Gutachtens, in dem die Mutter Übergriffe auf den Vater auch vor der damals Vierjährigen eingeräumt hatte. Herr W. "habe eine Art, sie an ihre Grenzen der Wut und darüber hinaus zu bringen", wird in der Expertise attestiert.
Männer- und Opferrolle unvereinbar
1976 eröffnete das erste Frauenhaus - inzwischen sind es mehr als 400 bundesweit. Sie alle werden staatlich gefördert und für die Gesellschaft ist der Schutz von Frauen vor häuslicher Gewalt durch die Solidargemeinschaft längst selbstverständlich.
Aber ein "Männerhaus" fördern? So etwas sei "angesichts endlicher Haushaltsmittel nicht gerechtfertigt", erklärt Andreas Aumann, Pressereferent im Bundesfamilienministerium.
Experte Bastian Schwithal wirft der Politik vor, "den wissenschaftlichen Erkenntnissen nur wenig Beachtung schenken zu wollen": "Bei den meisten Untersuchungen zum Thema der häuslichen Gewalt werden immer noch ausschließlich die Gewalthandlungen vom Mann gegenüber seiner Partnerin untersucht."
Bundesweit hielten für das Jahr 2006 nur die Landeskriminalämter Brandenburg, Hessen, Saarland und Berlin den Anteil weiblicher Tatverdächtiger bei innerfamiliärer Gewalt fest: Bei den über 21-Jährigen lag er bei 13, 3 und 11,6 beziehungsweise 20,01 und 22,2 Prozent.
Die Auswertung qualitativer Interviews mit betroffenen Männern, erklärt Partnerschaftssoziologe Schwithal, habe ergeben: Den Frauen gehe es um das Streben nach Macht und Kontrolle der Beziehung, sagt er. Vor allem Männer, die sich in finanzieller und emotionaler Abhängigkeit zu ihren Lebensgefährtinnen befinden, sind gefährdet, Opfer psychischer und physischer Gewalt in der Partnerschaft zu werden. Diese Männer verdrängen demnach zumeist die Gewalthandlungen, aufgrund der "Unvereinbarkeit von Mann- und Opferrolle": "In der Folge leiden sie dann an Depressionen, Schlaf- und Appetitlosigkeit sowie Angstzuständen." Und das wiederum verfestige die Stellung der Frau als stärkerer Part der Beziehung - und somit den Konflikt.
Berliner Männerhaus vor dem Aus
Eine Oldenburger Baugesellschaft erklärte sich 2002 bereit, dem Verein Männerwohnhilfe e.V für ihr Vorhaben eine Wohnung kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Mehr als 40 Männer fanden in dem Dreizimmerappartment seither ein sicheres Zuhause. Zahlen mussten sie nur die Nebenkosten in Höhe von 70 Euro pro Woche.
Ein vergleichbares Projekt gibt es nur an der Spree. In seinem Reihenhaus am Rande von Berlin Spandau gewährt Diplom-Sozialpädagoge Horst Schmeil seit 1995 Hilfesuchenden Asyl. Nach der Trennung von seiner Frau gründete der Pädagoge die Initiative "Väteraufbruch für Kinder", einen Verein, der dafür kämpft, dass Männer einer gescheiterten Partnerschaft gleichberechtigte Erziehungspartner bleiben.
Das Männerbüro Berlin, eine ambulante Beratungsstelle für Männer mit Beziehungskonflikten, vermittelt seit 1997 Hilfesuchende aus der ganzen Bundesrepublik an das "Männerhaus", bislang sollen es rund 600 gewesen sein.
Um Zuschüsse vom Senat hat sich Horst Schmeil vergeblich bemüht. Deswegen zahlten die Mitbewohner etwas zur Miete dazu oder kauften ein - mal mehr, mal weniger, sagt der 66-Jährige. Zur Finanzierung des Männerhauses reicht das nicht. Nach 13 Jahren steht das Haus jetzt kurz vor der Zwangsversteigerung.
In Oldenburg dagegen ist die Situation entspannter, die Bilanz erfreulich: Zwei Drittel der Betroffenen, die das Angebot nutzten, waren nach durchschnittlich drei Monaten Aufenthalt in der Lage, eine eigene Wohnung zu beziehen und die Beziehungskonflikte zu klären. "Die Vereinskassen sind gut gefüllt. Wir planen, bald eine zweite Wohnung zu eröffnen", sagt Reiner und klingt zufrieden.
*Name von der Redaktion geändert
22.07.2008
www.spiegel.de/panorama/0,1518,552331,00.html
Männerhaus für Bamberg
Donnerstag, 7. Dezember 2006 08:58
Männerhaus für Bamberg? Gestern hat im Bamberger Rathaus der Sicherheitsbeirat getagt. Neben den üblichen Themen wie Diebstähle und Verkehrsdelikte stand diesmal auch die "häusliche Gewalt" auf dem Programm. mehr ...
http://www.tv-oberfranken.de/default.aspx?ID=1075&showArchiv=1&aktMonat=12&aktJahr=2006&aktWoche=1
Männerhaus für Bamberg?
Gestern hat im Bamberger Rathaus der Sicherheitsbeirat getagt. Neben den üblichen Themen wie Diebstähle und Verkehrsdelikte stand diesmal auch die "häusliche Gewalt" auf dem Programm.
Das Besondere und für viele auch Überraschende: Die Polizei meldete bei der Stadt Bamberg den Bedarf für ein Männerhaus an - denn häusliche Gewalt geht auch von Frauen aus.
Bamberg prüft Bedarf für ein Männerhaus
Bamberg (lby). Die Stadt Bamberg prüft auf Anregung der örtlichen Polizei den Bedarf für ein Männerhaus. Dort sollten Männer vorübergehend unterkommen können, die Opfer von Gewalt geworden seien, aber auch Männer, von denen selbst Gewalt ausgehe, sagte ein Sprecher der Stadt Bamberg gestern. Ein Männerhaus sei aber nur in Kombination mit einer Beratungsstelle sinnvoll. Diese könnte entweder von einem Sozialverband oder von der Stadt selbst betrieben werden. Die Anregung für ein Männerhaus habe die Polizei gegeben, sagte der Stadtsprecher. Oft wüssten Männer in Konfliktfällen nicht, wo sie eine Unterkunft finden könnten. Auch Obdachlosenheime seien in der Regel für solche Männer keine Lösung. Die Finanzierung eines Männerhauses solle aber erst geprüft werden, wenn sicher sei, dass in Bamberg ein solches Männerhaus tatsächlich benötigt wird.
ARTIKEL vom 07.12.2006
http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-14335276&Ressort=bay&BNR=0
Stadt Bamberg
Einladung zur 16. Sitzung des Sicherheitsbeirates
am Mittwoch 06.12.2006
Tagesordnung
...
Top5 Polizeiinspektion Bamberg-Stadt Schwerpunktsachbearbeiter Häusliche Gewalt
Bedarf für ein Männerhaus
...
Bamberg, 23.10.2006
Andreas Starke
Oberbürgermeister
Als PDF Datei unter:
http://www.stadt.bamberg.de/media/custom/332_5106_1.PDF
30. März 2005
Erstes Männerhaus in Italien für verarmte Geschiedene
Bozen (dpa) - Das erste Männerhaus für verarmte geschiedene Väter in Italien wird jetzt in Bozen eröffnet. Das vom Land Südtirol finanzierte Haus ist für Geschiedene, die nach Zahlungen für Kinder und Ex-Frau nicht mehr als 650 Euro monatlich zur Verfügung haben. Da Scheidungen seit einiger Zeit auch in Italien zunehmen, gerieten immer mehr Männer in eine Lage, "in der ihnen kaum noch genug zum anständigen Leben bleibt", sagte ein Verantwortlicher.
http://www.gmx.net/de/themen/nachrichten/panorama/skurril/629040.html
*Ich hab' Angst vor meiner Frau**
**Gewalt gegen Männer
ZDF, Dienstag, 10.02.2004, 22:45 - 23:15 Uhr
'Ich liebe sie eigentlich noch immer', der 45-jährige Marcus kann nicht fassen, dass die einst große Liebe unter den Schlägen seiner Frau zerbrochen sein soll. Der Soziologe und selbstständige Unternehmensberater ist jetzt selber ratlos. Dass sich der 1,90 große Mann gegen die Attacken seiner Frau nicht wehren konnte oder wollte, können die meisten einfach nicht begreifen. Schon gar nicht, als er sich in Lebensgefahr befand. Seine Frau wurde inzwischen wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Doch das ist ihm keine Genugtuung. Er gibt die Hoffnung auf einen Neuanfang nicht auf.
Männer als Opfer häuslicher Gewalt sind ein Tabu. Die Scheu ist groß, mit Freunden und Kollegen darüber zu sprechen. Geradezu peinlich. Keiner möchte als Weichei dastehen, als Pantoffelheld. Die Betroffenen glauben daher, alleine mit der Situation fertig werden zu müssen. Die Folgen sind innere Immigration und soziale Vereinsamung. Spezielle Beratungsstellen gibt es kaum. 'Die Erinnerungen kommen immer wieder und verfolgen mich.' Der sportlich wirkende Werner sieht Frauen heute mit anderen Augen, durchaus auch mit Angst und Misstrauen. Der Beamte im Öffentlichen Dienst ist in seinem Job eine Autoritätsperson. Seine Frau verfolgte ihn jahrelang eifersüchtig und immer voller Vorwürfe. Dann kam Gewalt dazu: ein blaues Auge, ein Hörsturz in Folge von Schlägen auf die Ohren. Er floh in seinen Wagen und schlief zunächst dort. Doch wie viele andere Männer in ähnlichen Situationen möchte sich Werner nicht zurückziehen. Er hat sich neu verliebt und will, dass sich in seiner neuen Beziehung nicht wieder die gleichen Fehler einschleichen.
Offizielle Statistiken zählen meist nur männliche Täter. Schlagende Frauen passen nicht ins Schema. Doch allein die Berliner Polizei erfasste 2002 in 7552 Fällen häuslicher Gewalt knapp 1000 Frauen als Täterinnen. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich um ein Vielfaches höher, denn die Betroffenen scheuen sich oft, Anzeige zu erstatten.
Inzwischen werden zumindest in Berlin die Beamten im richtigen Umgang mit aggressiven Frauen geschult.
Herbert Schmeil hat ähnlich gewalttätige Erfahrungen gemacht und ist aktiv geworden. Auf die Initiative des Sozialpädagogen wurde in Berlin das erste 'Männerhaus' ins Leben gerufen. Es bietet Betroffenen für einige Tage Schutz und in einer Selbsthilfegruppe Rat. Der Zulauf ist groß.
Männer als Opfer häuslicher Gewalt in England - ein Bericht des Observer
Quelle:
http://society.guardian.co.uk/print/0,3858,4823914-106049,00.html
Battered men get their own refuge
Jamie Doward, social affairs editorSunday December 21, 2003The Observer
Geschlagene Männer erhalten Männerhaus
Jamie Doward, Redakteur für SozialesSonntag, der 21. Dezember 2003
The Observer
Britain's first safe house for battered men is to open in secret over the New Year. The refuge, in south-west England, will shelter men and their children who have been physically or emotion-ally abused by a female partner.
Großbritanniens erstes Haus für geschlagene Männer geht unter Geheimhaltung zum Jahreswechsel in Betrieb. Die Einrichtung in Südwest-England wird Männern und deren Kinder schützen, die körperlich und seelisch von ihren Partnerinnen misshandelt wurden.
A second centre will open early next year in north-west England, and organisers plan to create a national network eventually. The revelation of the refuges is likely to reignite the debate over the true picture of domestic abuse, which men's support groups say is far more complex than is often portrayed in the media.
Ein zweites Zentrum wird im nächsten Frühjahr in Nordwest-England öffnen und die Organisatoren planen eventuell ein landesweites Netzwerk einzurichten. Die Schaffung dieser Einrichtungen wird vermutlich die Debatte über häusliche Gewalt neu beleben, von der Män-nergruppen sagen, dass sie ein weit komplexe-res Problem ist, als es oft in den Medien dargestellt wird.
According to the most recent British Crime Survey, for 1996, 4.2 per cent of men and an equal proportion of women said they had been as-saulted by a current or former partner in the pre-vious year. In those incidents involving injury just under 50 per cent of women were hurt, and 31 per cent of men.The survey found that 23 per cent of women and 15 per cent of men aged between 16 and 59 said they had been physically assaulted by a partner at some time.
Nach dem letzten britischen Kriminalitätsbericht von 1996 geben 4,4 Prozent der Männer und genauso viele Frauen an, von ihrer(m) derzeitigen oder früheren Partner(in) Tätlichkeiten zu erleiden. Bei den Fällen, bei denen Verletzungen auftraten, waren knapp 50 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer davon betroffen. Der Bericht weist aus, dass 23 Prozent der Frauen und 15 Prozent der Männer im Alter zwischen 16 und 59 Jahren bereits Opfer von tätlichen Angriffen des Partners/der Partnerin waren.
Men's rights groups argue, however, that the male figure could be even higher because men are reluctant to admit being victims. They say at least one in every six incidents of domestic vio-lence - around 18 per cent – are committed by women on men.
Männergruppen wenden ein, dass die Zahl der betroffenen Männer noch höher wäre, wenn die Betroffenen sich nicht scheuen würden, sich als Opfer zu bekennen. Sie sagen, dass auch mindestens einer von sechs Fällen besonders ernster häuslicher Gewalt – ca. 18 Prozent – von Frauen an Männern begangen wird.
'At the last count there were 426 shelters for women in Britain. That means there should be at least 70 refuges for men. Yet up until now there was none,' said David Hughes, editor of Male View magazine, which represents the views of the charity Mankind Initiative.
„Nach der letzten Erhebung gab es 426 Frauenhäuser in Großbritannien. Demnach müssten mindestens 70 Männerhäuser eingerichtet werden. Bisher gab es aber kein einziges“, sagt David Hughes, Herausgeber des „Male View Magazine“, was die Sichtweise dieser Männerinitiative zum Ausdruck bringt.
Hughes hoped the shelter idea would take off. 'Once the first centre has opened and it's proved useful others are bound to follow. We're trying to get financing to have a refuge in each region,' Hughes said.
Hughes hofft, dass die Männerhausidee sich weiterentwickelt. „Wenn erst das erste Zentrum eröffnet ist und sich bewährt hat, wird es weitere Einrichtungen nach sich ziehen. Wir streben die Finanzierung von Männerhäusern in allen Landesteilen an“, sagt Hughes.
Ian Hancock, the NHS director of psychological services in Dumfries and Galloway and an ex-pert on domestic abuse, said: 'It's difficult for anybody if they're being battered but with men their problem is compounded by the fact that they feel they shouldn't allow themselves to be battered by a woman. 'The idea that it makes you some kind of weakling means it's a double whammy for men. It affects their self-esteem,' Hancock said.
Ian Hancock, NHS-(National Health Service)-Direktor der Psychologischen Ambulanz in Dumfries und Galloway und Experte für häusliche Gewalt, sagt: „Es ist für jeden eine schwierige Situation, geschlagen zu werden, aber bei Männern kommt als besonderes Problem hinzu, dass sie sich selbst verwehren, als ein Opfer einer Frau zu gelten. Die Befürchtung, dass die erlittene Gewalt sie abwertet, verdoppelt die Problematik bei Männern. Es beeinträchtigt ihr Selbstwertgefühl“, sagt Hancock.
Many myths attached to the issue needed to be dismantled, Hancock said. 'People have this image of muscular women and weedy men but size has got nothing to do with it. A man can be twice the size of his female partner and still be battered by her.'
„Viele Mythen ranken sich um dieses Problem, die es aufzuhellen gilt“, sagt Hancock. „Die Leute haben das Bild von muskulösen Frauen und schmächtigen Männern, aber Körpergröße hat nichts damit zu tun. Ein Mann kann die doppelte Körpermasse seiner Partnerin haben und dennoch von ihr geschlagen werden.“
The crime survey acknowledged that a signifi-cant number of men believe the Government is failing to take the issue of domestic abuse against them seriously. 'Male victims of domestic violence are particularly unhappy about the level of support offered by agencies, especially by the police,' it noted. 'It may be that support agencies have a particular problem in recognising that male victims can be just as in need of support and advice as female victims.'
Der Kriminalitätsbericht weist aus, dass eine beträchtliche Anzahl Männer glaubt, dass die Regierung die Gewalt gegen sie nicht ernst genug nimmt. „Männliche Opfer häuslicher Gewalt sind von der Unterstützung der Behörden sehr enttäuscht und dies betrifft besonders die Polizei“, heißt es. „Es liegt vielleicht daran, dass die Hilfseinrichtungen ein besonderes Problem haben zu erkennen, dass männliche Opfer genauso der Unterstützung bedürfen, wie weibliche Opfer.“
Steve Fitzgerald, who helped set up the new shelter in the south-west, said: 'This is a major breakthrough. Women are just as likely to com-mit violence in the home as men. For too long there has been this gender apartheid which has meant this important issue has been ignored.'
Steve Fitzgerald, der die Schaffung des ersten Männerhauses im Südwesten unterstützte, sagt: „Dies ist ein wesentlicher Durchbruch. Frauen verursachen genauso oft häusliche Gewalt, wie Männer. Zu lange gab es diese Geschlechterapartheid, die das Ignorieren dieses wichtigen Problems bewirkte.“
The new refuge, which is already sheltering two battered men, has a family bedroom, a living room, access to a bathroom and kitchen and is staffed by volunteers.
Das neue Männerhaus, das bereits von zwei geschlagenen Männern bewohnt wird, besitzt ein Familienschlafzimmer, einen Wohnraum, Koch- und Waschgelegenheiten und wird durch freiwillige Helfer unterstützt.
It was welcomed by David Smith, 46, who has three small children. 'I've been emotionally abused by my wife since I married her over six years ago. People see her in public and think she's wonderful, but they don't see the private side to her,' he said. 'I didn't see her angry temper until we were married. It's awful. She loses her temper a lot and uses foul language in front of the children. You can't stop her once she's started. I've asked her to go for counselling but she won't. I have to leave the house and take the children with me. Sometimes she hits me but I'm a lot stronger than her. I'm trained in martial arts so it's not a problem physically. We're still living together but I'm losing hope.'
Aufgenommen wurde David Smith, 46, der drei kleine Kinder hat. „Ich bin von meiner Frau emotional misshandelt worden, seit wir vor sechs Jahren heirateten. Die Leute sehen sie in der Öffentlichkeit und denken, sie sei wun-dervoll, aber sie sehen ihre private Seite nicht“, sagt er. „Ich erkannte ihren aggressiven Charakter nicht, bis wir verheiratet waren. Es ist schrecklich. Sie verliert oft ihre Selbstbeherrschung und benutzt in Anwe-senheit der Kinder vulgäre Ausdrücke. Ich bat sie, sich beraten zu lassen, aber sie wollte nicht. Ich musste das Haus verlassen und die Kinder mit mir nehmen. Manchmal schlägt sie auf mich ein, obwohl ich viel stärker als sie bin. Ich bin Handwerker, so dass ich kein körperliches Problem habe. Wir leben zwar zusammen, aber ich habe die Hoffnung verloren.“
While the shelter's focus is on helping men, its founders stress the help it can give to child vic-tims of domestic abuse. 'Sixty-four per cent of child abuse is committed by mothers,' Hughes said.
Obwohl die Männerhäuser dem Schutz von Männern dienen, heben die die Gründer die Hilfe hervor, die sie damit den durch häusliche Gewalt betroffenen Kindern bieten. „64 Prozent der Fälle von Kindesmisshandlung gehen von Müttern aus“, sagt Hughes.
Nicola Harwin, director of the charity Women's Aid, disputed some of the claims made about abuse of men and called for more work on the way the figures are collected. Her group 'doesn't condone domestic violence against anybody. But the majority of research is quite clear: in an overwhelming number of cases domestic vio-lence in the home is committed by men,' Harwin said.
Nicola Harwin, Leiterin der öffentlichen Frauenhilfe, hat Einwände gegen einige der Darstellungen zur Misshandlung von Männern und fordert mehr Untersuchungen zu der Art und Weise, wie die Daten erhoben werden. Ihre Gruppe „entschuldigt keine Gewalt gegen irgendjemanden. Aber die Mehrzahl der For-schungsergebnisse besagt ganz klar, dass der weitaus größte Teil der Fälle häuslicher Gewalt von Männern ausgeht“, sagt Harwin.
An increasing awareness of violence on men should not make people lose sight of the fact that women's refuges were underfunded. The country needed one for every 10,000 people in the UK - 'but currently we have less than half we require', she added.
Eine zunehmende Aufmerksamkeit gegenüber der Gewalt gegen Männer sollte die Leute nicht den Blick für Tatsache verlieren lassen, dass Frauenhäuser unterfinanziert sind. Das Land benötigt ein Haus pro 10.000 Bürger im UK – „aber zur Zeit haben wir nur die Hälfte davon“, sagt sie.
MännerWohnHilfe
Ein Rückblick auf das erste Jahr, unsere Anliegen,
Erfahrungen, Enttäuschungen - und Zuversichten.
WOLFGANG ROSENTHAL
Oldenburg Der Verein
Der Verein „Männer-Wohn-Hilfe“ wurde im Jahr 2000 von einem kleinen Kreis engagierter Männer gegründet, er stellt für Männer seit April 2002 kurzfristig eine Wohn- und Lebensmöglichkeit zur Verfügung.
Aufgrund des Fehlens eines solchen Angebotes, sich zeitlich und räumlich trennen und auf sich selbst besinnen zu können, entschlossen wir uns, Männern eben diese Möglichkeit zu eröffnen: Bei akuten Problemen mit ihren Partnern und Partnerinnen eine räumliche Distanz für Reflexionen zu schaffen, um ggf. Eskalationen zu verhindern oder zu beenden. Als Selbsthilfeangebot von Männern für Männer wollen wir die Chancen für eine Verantwortungsübernahme verbessern: Wer Handlungsalternativen hat, kann entscheiden.
Die Wohnung
Die Wohnung im Oldenburger Stadtteil Bürgerfelde kostet 60 € pro Woche - ein Betrag, der aufzubringen ist und insbesondere durch das großzügige Sponsoring
der Fa. BauBeCon ermöglicht wird. Sie bietet zum Beispiel einem Vater mit Kindern oder zwei Männern ausreichend Platz und Rückzugsraum, um das eigene Leben zu überdenken und ggf. neu zu ordnen.
Männer, die sich für das Angebot interessieren, müssen mindestens 27 Jahre alt sein und können die Wohnung für maximal drei Monate nutzen.
Unser Angebot wurde im ersten Jahr konkreter Arbeit zu über 90% genutzt. Neun Männer wurden aufgenommen, fünf davon waren Väter minderjähriger Kinder. Drei Männer nutzten das Angebot als kurzfristige Auszeit, die anderen blieben mehrere Wochen, um ihrem Leben eine neue Perspektive zu geben.
Bereits nach kurzer Zeit bestand eine Warteliste zur Aufnahme in die Wohnung. Teilweise war die Wohnung doppelt belegt. Ein Vater, der nicht mehr in Oldenburg lebt, nutzte die Wohnung, um sein Wochenende mit seinem Kind, das bei der Mutter in Oldenburg lebt, in der Stadt zu verbringen.
Seit der Eröffnung im März 2002 war die Wohnung nur die ersten Tage unbewohnt. Daß die Wohnung mehr sein sollte als nur ein Dach über dem Kopf - nämlich Teil einer Basis für eine Neuorientierung -, haben die bisherigen Bewohner bestätigt.
Dank des Engagements der Fa. BauBeCon als Sponsor und der Belegungszahlen ist der Verein damit auch wirtschaftlich erfolgreich. Aufgrund der Tatsache, dass die Wohnung weder über längere Zeit leer stand noch dass es eine anhaltend längere Warteliste gab, vermuten wir, dass die Größe der Wohnung und der Bedarf nach ihr für Oldenburg derzeit angemessen ist.
Resonanz in der Öffentlichkeit
Das Medienecho auf die Eröffnung der bundesweit ersten Wohnung für Männer in Krisensituationen war sehr groß. Alle Privatsender brachten einen Bericht in ihren lokalen Sendefenstern, die örtliche und regionale Presse und selbst dpa berichteten, es gab ständig neue Nachfragen nach Interviews.
Nur die von uns erwarteten Reaktionen aus der Bevölkerung blieben gänzlich aus. Im ersten Jahr unserer Existenz meldeten sich nur drei Männer mit dem Wunsch, als Mitglieder in den Verein aufgenommen zu werden, die Spenden zur Unterstützung der Vereinsarbeit hielten sich in Grenzen und (allerdings ausschließlich positive) Rückmeldungen erhielten wir von Männern auch außerhalb Oldenburgs, die professionell mit Männern arbeiten.
Nach der großen Resonanz in der Öffentlichkeit und bei den Institutionen, die sich mit dem Thema Gewalt in der Familie befassen, fanden die meisten Männer den Weg zu unserer Rückzugswohnung über eben diese Institutionen. Auch über die Polizei kamen in der ersten Zeit viele Anfragen, ebenso über Ausbildungsträger oder soziale Dienste.
Resonanz der Bewohner
Allen Männern (bis auf einen) war die Bereitschaft und die Fähigkeit gemein, den aktuellen Lebenskonflikt offensiv und konstruktiv anzugehen. Die unterstützenden Gespräche wurden gerne angenommen und konkret verwertet. Trotzdem war manchmal spürbar, wie fremd es Männern (noch) ist, Unterstützung anzunehmen und sich in solchen Situationen nicht bevormundet vorzukommen.
Alle Männer haben uns die Rückmeldung gegeben, dass das Angebot der Männer-Wohn-Hilfe sehr unterstützend dafür war, ihre Probleme anzugehen. Insbesondere die Unmittelbarkeit und Eindeutigkeit der Hilfe, aber auch unsere Zugewandtheit wurden von ihnen hervorgehoben. Viele Bewohner waren erstaunt über die Tatsache, dass hier Männer tatsächlich etwas für Männer taten; sie waren über diese konkret Form der „Väterlichkeit“ begeistert und angerührt.
Einige Männer wollten - weit vor den von uns vermutet eintretenden Eskalationen
- ihre Situation in der Partnerschaft dahingehend verändern, dass sie den räumlichen Abstand zur eigenen Entlastung und Positionsbestimmung beantragten.
Sie zeigten sich - sowohl hinsichtlich der Partnerschaft als auch sich selbst gegenüber - verantwortungsbewusster und kompetenter als wir gemutmaßt hatten. Bei fast allen Männern kamen die positiven Eigenschaften ihrer verschiedenen Persönlichkeiten zum Tragen.
Über den von uns betreuten Kreis der Männer hinaus allerdings mussten mehrere Männer aufgrund ihrer psychischen Verfassung auch an andere Institutionen weiterverwiesen werden.
Gewalt
Die Männer, die bei uns wohnten, haben nach ihren Aussagen in keinem Fall Gewalt gegen andere Personen angewendet.
Lediglich ein Mann hatte sich - nachdem ihm die Herausgabe seiner dringend benötigten persönlichen Gegenstände verweigert wurde - gewaltsam Zutritt zu der von ihm bewohnten Wohnung verschafft, als sich niemand dort aufhielt.
Trotz unserer ursprünglichen Absicht, grundsätzlich keine Männer aufzunehmen, die nach dem Gewaltschutzgesetz weggewiesen wurden, haben unsere Erfahrungen jedoch gezeigt, dass die Wegweisung selbst kein sicheres Indiz für real verübte Gewalttätigkeit ist. Denn bei privaten Auseinandersetzungen,
zu denen die Polizei gerufen wird oder von denen sie erfährt, ist es nicht ihre Aufgabe, Schuld oder Unschuld eines Mannes oder eine Frau festzustellen, sondern für eine sofortige Deeskalation zu sorgen. Im polizeilichen
Zweifelsfall sind es dabei überwiegend Männer, die weggewiesen werden. Unseren Erfahrungen nach wendet die Polizei das Gewaltschutzgesetz zur Zeit jedoch so präventiv an, dass Männer - selbst ohne den Tatbestand einer Sachbeschädigung - die Wohnung verlassen müssen. Damit wird das öffentliche Bild des allein „schuldigen“ Mannes leider weiter verfestigt; ein Dilemma, das uns im Moment nicht auflösbar erscheint. Bei der Erstellung der Polizeistatistik ist deshalb zu wünschen, dass die Fälle, in denen die Täterschaft unklar ist, auch als solche benannt werden. Darüber hinaus ist für die Arbeit der Polizei vor Ort zu empfehlen, den weggewiesenen Personen die Mitnahme von wichtigen persönlichen Unterlagen und Dokumente (z.B. Arbeitsamtbescheide, Quittungen, Urkunden etc.) zu ermöglichen bzw. sie dahingehend zu beraten, wie sie später unproblematisch an diese herankommen.
Zur Zeit gibt es in Oldenburg keine Gewaltberatungsstelle oder einen Arbeitskreis, der sich mit dem Thema Gewalt in der Familie beschäftigt; das „Koflikt-Krise-Gewalt“-Angebot beim Kinderschutzzentrum wurde Anfang 2002 leider eingestellt. Wir vermuten, dass ein neuerliches Angebot für wegen Gewalt angezeigter Männer den Bedarf an Interventionen im Bereich häuslicher Gewalt wieder mehr verdeutlicht und die Zahl der hilfesuchenden Männer ggf. ansteigen lässt.
Unsere Überzeugung, einem uneinsichtigen Gewalttäter auch nicht zu helfen (schon weil wir dies mit unseren Mitteln auch nicht können), bleibt in aller Klarheit weiter bestehen. Deshalb wird vor einer Aufnahme in die Wohnung auch weiterhin ein ausführliches Gespräch mit zwei Vorstandsmitgliedern und dem Betroffenen geführt.
Ein Erfolg der Männerbewegung?
Ernüchtert müssen wir nach einem Jahr „Männer-Wohn-Hilfe“ allerdings auch feststellen, dass es aus der BRD kaum eine Anfrage nach unseren Erfahrungen, Vorstellungen oder längerfristigen Absichten gab. Das „erstaunte Aufraunen“,
von dem uns in der „Szene“ berichtet wurde, blieb seltsam ungehört und folgenlos. Nicht ein weiteres Projekt für Männer in ähnlichen Situationen mit ähnlichem Konzept wurde angedacht. Für mich stellte sich damit die Frage: Wie ist diese Diskrepanz zwischen dem Medienecho, den positiven Rückmeldungen der Profis im Bereich „Männerarbeit“ und den Bewohnern einerseits und dem Fehlen jeglicher Unterstützung durch „Männerbewegte“, Institutionen und Firmen andererseits zu erklären? Eigentlich ist es - intellektuell besehen - keine so große Idee, anderen Männern die Gelegenheit zu geben, aus einer für sie belastenden, unbefriedigenden oder gefährlichen Situation auszusteigen. Eigentlich müssten doch viele Männer die Erfahrungen von Problemen und Abhängigkeiten in Beziehungen selbst gemacht haben? Warum also keinerlei Unterstützung aus dem „öffentlichen Raum“?
Mutmaßungen
Eine mögliche Antwort: Für viele Männer scheint eine grundsätzlich positive Haltung anderen Männern gegenüber gefühlsmäßig schwierig einzunehmen zu sein. Warum ist das so?
Mutmaßung, die erste.
Wenn wir unsere Unterstützer (Spender, Vereinsmitglieder, Sponsoren) ansehen, so sind dies Männer, die in einer persönlichen Beziehung zu einem von den Gründungsmitgliedern stehen. Diese Form der männlichen Solidarität hat eine große Tradition. Sie ist bei fast allen Männern - unabhängig von ihrer Einstellung zum Beispiel in der Geschlechterfrage - zu finden. Diese Tradition soll auf keinen Fall entwertet werden, um die Frage nach der fehlenden Unterstützung beantworten zu können. Es ist aber wichtig zu unterscheiden, aus welchen Quellen die Unterstützung, die wir erhalten, geschöpft wird.
Bei allen Mitgliedern des Vereins ist zumindest eine latent positive Sichtweise der Auseinandersetzung mit der Geschlechterfrage zu spüren. Die Nachfrage meinerseits nach ihrer Motivation hat jedoch schon etwas irritiert:
Warum wird die Frage nach dem Engagement für den Verein und sein Anliegen in Frage gestellt? Diese scheinbare Selbstverständlichkeit des „Warum“, bei den Mitgliedern durchweg positiv beantwortet, korrespondiert m.E. mit dem ebenso unreflektierten „Warum gerade ich“ der Mehrheit der Männer, die unser Angebot nur medial vermittelt bekamen.
Deshalb kann bei den einen ihr Engagement auch Männer umfassen - und kann es bei den anderen unterbleiben. Gemeinsam scheint ihnen aber der Mangel an einer explizit „pro-männlichen“ Einstellung.
Mutmaßung, die zweite.
Selbstreflexion ist ein anderer Weg, Erkenntnisse zu gewinnen: Auch wir Gründungsmitglieder hatten in einigen Aspekten und Phasen eine defizitorientierte Sichtweise auf die Konfliktgestaltung von Männern. Die Männer, die zu uns kamen, haben uns eindrucksvoll gezeigt, dass Männer nicht
so defizitär sind, wie sie oft wahrgenommen werden. Daß Männer zuerst in Kategorien wie „Konkurrenz“ und „Hierarchie“ denken, mag auch so ein (Vor)Urteil sein. Aber jene männerbewegten Männer, von denen wir erheblich mehr erwartet haben, haben diesen Eindruck hinsichtlich unseres Projektes
bisher eher verstärkt - „Kritische Distanz“ und „sich selbst davon abheben, wohlwollend von außen schauend begleiten“ sind die Adjektive einer solchen Haltung. Meine Enttäuschung an der „Männerbewegung“ ist, dass es offensichtlich immer noch (zu) revolutionär ist, anderen Männern konkret, wohlwollend und wertschätzend gegenüber zu treten.
Und zwar nicht nur seinem Freund oder einem anderen Mann in einer geschützten Situation (z.B. in einem Workshop), sondern als prinzipielle Haltung dem eigenen Geschlecht gegenüber. Und das öffentlich!
Eine wesentliche konkrete Form der „Männerbewegung“ sind die vielen Männergruppen. Männergruppen als Methode, Raum und Zeit für Begegnung, auch Experimentierfeld für das Erleben und Entwickeln neuer Männlichkeiten haben
ihren Sinn. Die Form des Sich-Auseinandersetzens - konkret und direkt mit anderen Entwürfen von Männlichkeit - hat ja, unabhängig von den tatsächlichen Entwürfen, immer das Ziel: Es gibt mehr als die eine, die hegemoniale Männlichkeit. Es gibt viele Entwürfe und Möglichkeiten. Sich seinem „Freund“ zu verpflichten, ist Bestandteil auch der hegemonialen Sichtweise. Sich grundsätzlich positiv dem eigenen Geschlecht zuzuwenden dagegen nicht. Seilschaften sind Bünde zum Erreichen und Sichern von Macht. Prinzipielle Solidarität unter Männern ist der Ausbeutung und Unterdrückung aber hinderlich. So gesehen haben Männergruppen zwar das Monopol der hegemonialen Männlichkeit überwunden, aber (noch) nicht den Schritt auf die generelle Solidarität gegenüber Männern hin getan.
Was folgt daraus?
Wir haben lange genug die Homophobie in unseren persönlichen Beziehungen bekämpft, unsere Beziehungsfähigkeit erprobt und bewiesen. Wir könnten heute in die Gesellschaft hinaustreten, um der prinzipiellen Wertschätzung unseres Geschlechts Ausdruck zu verleihen. Verändern wir die Gesellschaft doch so, dass andere Männer spüren: Ich werde geschätzt, ich bin als männlicher Mensch etwas wert! Und zwar ein Wert, der sich in seinem Menschsein begründet, nicht in seiner Leistung, nicht im Erfolg. Ein Mensch mit seinen gewachsenen
Erfahrungen. Unsere Bewohner haben diese Haltung mit Erstaunen und Ungläubigkeit erlebt und genossen. Wir haben für unser Projekt eine Form gefunden, die es uns ermöglicht, auch ohne große Unterstützung von außen unser Anliegen realisieren zu können. Gleichzeitig wollen wir uns aber auch auf dieses Außen beziehen und deutlich machen: Nicht nur in Oldenburg haben Männer Probleme in ihren Beziehungen, nicht nur hier ist die Möglichkeit des Abstandnehmens, der Reflexion sinnvoll. Gerade diese „institutionalisierte“
Form des Hilfeangebotes signalisiert: Mann, es ist erlaubt, sich Unterstützung zu holen, von anderen Männern, unter Beibehaltung des aufrechten Ganges! Unser aller Ziel sollte eine Gesellschaft sein, die selbstverständlich auch für Männer spezifische Unterstützungsangebote vorhält, in der Männer sich geborgen fühlen können.
Zukunft
Unsere Bemühungen werden weiterhin darauf abzielen, Männer kurzfristig mit Wohnraum versorgen zu können - damit die räumliche Distanz als eine Möglichkeit der Deeskalation tatsächlich genutzt werden kann und eine vollständige Trennung von der Partnerin nicht unausweichlich erscheint.
Ein vernetztes Arbeiten erachten wir dabei gerade wegen der vielfältigen Verflechtungen der Probleme um das Faktum „häusliche Gewalt“ herum als dringend notwendig. Hilfreich ist hierbei ein parteilicher Ansatz, der sich schon bei der Arbeit der Frauenhäuser bewährt hat und mit dem auch wir positive Erfahrungen gemacht haben. Erst wenn das Hilfesystem in der Lage ist, die unterschiedlichen Sichtweisen zu einem gemeinsamen Handeln gegen Gewalt zu repräsentieren, wird es auch dauerhafte Erfolge erzielen.
So ist eine gute Kooperation mit allen Beteiligten nach der Wegweisung die Voraussetzung, um neben der akuten Verhinderung von Gewalt eine längerfristige Änderung der Situation in der Familie sowie die ihrer Mitglieder erzielen zu können. Insofern wünschen wir uns einen übergreifenden Arbeitskreis mit Justiz, Jugendamt, Opferberatung, Polizei, Staatsanwaltschaft, Frauenhäuser etc., um dem gesellschaftlichen Skandal der häuslichen Gewalt entgegen zu wirken.
Unser Angebot soll Männern auch deshalb zur Verfügung stehen, damit sich der einzelne Mann als Mensch mit Rechten respektiert fühlt. Dieser Respekt ihm gegenüber ist notwendig, um von ihm den selben Respekt anderen Menschen gegenüber verlangen zu können. Gleichzeitig kann dies der Einstieg in die Veränderung einer Haltung sein, die davon ausgeht, dass es zwischen Tat und Täter eine Differenz gibt.
Die Verhinderung von neuen Abwertungserfahrungen der Männer durch die Sicherstellung einer Möglichkeit zur eigenen Versorgung führt auch zur realen Möglichkeit einer Verantwortungsübernahme für das eigene Leben. Der Mann kann sich ansehen und entscheiden, was die Grundvoraussetzung von Verantwortung ist. Und dies wirkt Rachegelüsten entgegen, die aufgrund einer empfundenen Demütigung entstehen können.
Die Männer-Wohn-Hilfe ist also aus mehreren Gründen ein Angebot zur Gewaltprophylaxe. Und wir freuen uns, daß sich der Ansatz der Eigenverantwortlichkeit der Männer in vollem Umfang bewährt hat.
Dank
Zum Schluss möchten wir nochmals die großzügige Unterstützung der Fa. BauBeCon herausstellen, die es uns überhaupt erst ermöglicht, diese Arbeit zu leisten: Die BauBeCon hat ihr Sponsoring aufgrund der erfolgreichen Arbeit für ein weiteres Jahr verlängert!
Wolfgang Rosenthal
geb. 1958, geschieden, Stief-Vater mehrer Kinder,
Dipl.-Soz.Päd. im Allgemeinen Sozial Dienst im Jugendamt Oldenburg. Seit Mitte der 80er Jahre geschlechtsbewußte Arbeit, seit Jahren Mitglied und Mitbegründer von diesbezüglichen Arbeitskreisen und Angeboten.
Kontakt: Männer(Wohn)Hilfe e.V., c/o W. Rosenthal,
Hagelmannsweg. 116, 26127 Oldenburg
eMail: WRsnthl@compuserve.de
Männer Wohn Hilfe e.V.
Switchboard Juni/Juli 2003 Nr. 158
Männer in Berlin bleiben ewig jung - zuständig ist die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
<<Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen
Die Staatsekretärin
Männerbüro Berlin
Männerhaus Berlin
Sehr geehrte Herren,
mit Schreiben vom 11.03.02 haben Sie sich hinsichtlich der Finanzierung Ihres Projektes "Männerhaus Berlin" an mein Haus gewandt.
Zunächst bitte ich Sie um Verständnis für die späte Beantwortung Ihres Schreibens.
Zu Ihrem Antrag muss ich Ihnen leider mitteilen, dass das von Ihnen geplante Vorhaben nicht der fachlichen Zuständigkeit meiner Senatsverwaltung obliegt. Mein Ressort Frauenpolitik ist mit der Prävention und dem Abbau von Gewalt gegen Frauen befasst. Frauen sind nachweislich die stärker von Gewalt Betroffenen, so dass es gerechtfertigt ist, dass von meiner Senatsverwaltung ausschließlich frauenpolitische Maßnahmen gefördert werden. Bei Ihrem Antrag handelt es sich um die Finanzierung eines Hilfeangebotes für Männer in Krisensituationen. Auch wenn das ein wichtiges Anliegen ist, sehe ich keine Möglichkeit, Ihr Vorhaben zu berücksichtigen. Ich empfehle Ihnen daher, sich diesbezüglich an die
Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
Beuthstr. 6 — 8
10117 Berlin
zu wenden, da von dieser auch das Projekt Mannege e.V. im Rahmen des KJHG gefördert wird.
...
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Hildegard Maria Nickel
12.8.02>>
Bemerkung:
Eigenartig, wieso man nicht auch die Senatsverwaltung für Frauen einfach bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport eingliedert. Wenn die ohnehin schon für Männer zuständig zu sein scheinen, kann man ja die Frauenangelegenheiten dort gleich mit erledigen und spart obendrein noch eine Menge Geld für nicht mehr benötigte Planstellen bei der dann aufgelösten Senatsverwaltung für Frauen. Das kann man dann gleich den unterfinanzierten Männerprojekten zu kommen lassen.
Manne, 26.8.02
Männerhaus Oldenburg
Männer(Wohn)Hilfe e.V.
c/o W. Rosenthal, Hagelmannsweg. 116, 26127 Oldenburg
Männer-Wohn-Hilfe
Ihr Zeichen Ihre Nachricht vom Unser Zeichen Datum
PRESSEMITTEILUNG ZUR EINJÄHRIGEN ERÖFFNUNG
Der Verein „Männer-Wohn-Hilfe“ wurde im Jahr 2000 von einem kleinen Kreis engagierter Männer gegründet und bietet seit dem April 2002 Männern kurzfristig eine Wohn- und Lebensmöglichkeit. Die Wohnung bietet einem Vater mit Kindern oder zwei Männern ausreichend Platz und Rückzugsraum, um sein Leben zu überdenken und ggf. neu zu ordnen. Gerade der parteiliche Ansatz der Selbsthilfe von Männern für Männer hat sich bewährt.
Belegung
Unser Angebot wurde in dem ersten Jahr konkreter Arbeit zu über 90% genutzt. Neun Männer wurden aufgenommen, fünf davon waren Väter minderjähriger Kinder. Drei Männer nutzten das Angebot als kurzfristige Auszeit, die anderen blieben mehrer Wochen um ihrem Leben eine neue Perspektive zu geben.
Dank des Engagements der BauBeCon als Sponsor und der hohen Belegung ist der Verein auch wirtschaftlich erfolgreich.
Seit der Eröffnung im März 2002 war die Wohnung nur die ersten Tage unbewohnt.
Die Wohnung sollte mehr sein als nur ein Dach über dem Kopf, sie sollte eine Basis für eine Neuorientierung sein. So wurde sie auch von der Mehrzahl der Männer längere Zeit genutzt und haben die Aussagen der Bewohner dies bestätigt.
Nach der großen Resonanz in der Öffentlichkeit und bei den Institutionen, die sich mit dem Gewalt in der Familie befassen, fanden die meisten Männer den Weg zu der Rückzugswohnung über Institutionen. Gerade über die Polizei kamen in der ersten Zeit viele Anfragen, auch Ausbildungsträger oder soziale Dienste waren Überweiser für die Männer.
Einige Männer wollten schon weit vor den, von uns ins Auge gefassten Eskalationsmöglichkeiten, ihre Situation in der Partnerschaft dahingehend verändern, dass sie den räumlichen Abstand zur eigenen Entlastung und Positionsbestimmung nutzten. Sie zeigten sich sowohl gegenüber der Partnerschaft als auch sich selber gegenüber, verantwortungsbewusster und kompetenter als wir es ursprünglich voraussetzen. Bei fast allen kamen die positiven Eigenschaften ihrer verschiedenen Persönlichkeiten zum Tragen.
Bereits nach kurzer Zeit bestand eine Warteliste zur Aufnahme in die Wohnung. Teilweise war die Wohnung doppelt belegt. Ein Vater, der nicht mehr in Oldenburg lebt, nutzte die Wohnung, um sein Wochenende mit seinem Kind, das bei der Mutter in Oldenburg lebt, in Oldenburg zu verbringen.
Aus der Tatsache, dass die Wohnung weder über längere Zeit leer stand, noch dass es eine längere Warteliste gab, ergibt sich, dass die Größe der Wohnung für Oldenburg derzeit angemessen erscheint.
Zur Zeit gibt es in Oldenburg keinen Arbeitskreis der sich mit dem Thema Gewalt in der Familie bearbeitet oder eine Gewaltberatungsstelle. Zu vermuten ist, dass das Bestehen eines solchen Angebots den Bedarf an Interventionen im Bereich häuslicher Gewalt noch mehr verdeutlicht und ggf. den Zahl der hilfesuchenden Männer ansteigen lässt.
Über den von uns betreuten Kreis der Männer hinaus mussten mehrere Männer aufgrund ihrer psychischen Verfassung an andere Institutionen weiterverwiesen werden.
Gewalt
Unserer Erfahrung nach wendet die Polizei zur Zeit das Gewaltschutzgesetz so präventiv an, dass selbst ohne den Tatbestand der Sachbeschädigung schon die Männer weggewiesen werden. Die Männer, die bei uns wohnten, haben nach ihren Aussagen in keinem Fall Gewalt gegen andere Personen angewendet.
Lediglich ein Mann hat sich gewaltsam Zutritt zu der von ihm bewohnten Wohnung verschafft, als sich niemand in der Wohnung aufhielt und ihm die Herausgabe seiner dringend benötigten persönlichen Gegenstände verweigert wurde.
Bei einem anderen Mann wurde durch das Gericht ein Näherungs- und Kontaktverbot ausgesprochen, da er immer wieder Kontakt zu der Ex-Partnerin aufnahm. Dieser entzog sich auch der Möglichkeit einer tatsächlichen Veränderung seines Lebens.
Veränderung
Trotz der ursprünglichen Auffassung keine Männer aufzunehmen, die nach dem Gewaltschutzgesetz weggewiesen wurden, haben unsere Erfahrungen gezeigt, dass dies allein kein sicheres Indiz für Gewalttätigkeit ist.
Bei diesen privaten Auseinandersetzungen kann es nicht Aufgabe der Polizei sein Schuld oder Unschuld festzustellen, sondern ist es ihre Aufgabe für eine sofortige Deeskalation zu sorgen. Da im Zweifelsfall die Männer weggewiesen werden, wird so das öffentliche Bild des „schuldigen“ Mannes weiter verfestigt. Ein Dilemma was uns im Moment nicht auflösbar erscheint. Bei der Erstellung der Polizeistatistik ist zu wünschen, dass die Fälle, in denen die Täterschaft unklar ist, auch als solche benannt werden.
Unsere ursprüngliche Überzeugung, keinem uneinsichtigen Gewalttäter zu helfen, bleibt in aller Klarheit weiter bestehen. Deshalb wird auch weiterhin vor der Aufnahme ein ausführliches Gespräch mit zwei Vorstandsmitglieder und dem Betroffenen geführt werden.
Kompetenzen
Allen (bis auf den einen) Männer gemein war die Bereitschaft und die Fähigkeit den aktuellen Lebenskonflikt offensiv und konstruktiv anzugehen. Die unterstützenden Gespräche wurden von ihnen gerne angenommen und konkret verwertet. Trotzdem war manchmal spürbar, wie fremd es Männern ist, Unterstützung anzunehmen und sich in solchen Situationen nicht bevormundet vorzukommen. Alle Männer haben uns die Rückmeldung gegeben, dass das Angebot der Männer-Wohn-Hilfe sehr geholfen hat, ihre Probleme anzugehen. Insbesondere die Schnelligkeit der Hilfe, die Klarheit der Unterstützungsangebote und die positive Aufnahme durch zugewandte Männer wurden von ihnen hervorgehoben. Der Ansatz der Eigenverantwortlichkeit der Männer hat sich in vollem Umfang bewährt.
Aus den von uns gemachten Erfahrungen lässt sich für die Arbeit der Polizei sagen, dass es wichtig ist, vor Ort den weggewiesenen Personen die Mitnahme von wichtigen persönlichen Unterlagen z.B. Arbeitsamt, Kaufquittungen, Urkunden, etc. zu ermöglichen, bzw. sie hierzu zu beraten.
Zukunft
Unser Wirken wird weiterhin darauf zielen Männer kurzfristig mit Wohnraum versorgen zu können. Damit, ohne dass schon aufgrund der ökonomischen Bedingungen eine vollständige Trennung vorweg genommen werden muss, die räumliche Distanz als eine Möglichkeit der Deeskalation tatsächlich genutzt werden kann.
Ein vernetztes Arbeiten wird gerade auch wegen der vielfältigen Verflechtungen der Probleme um das Faktum häusliche Gewalt herum als dringend notwendig erachtet. Zumal andernorts hiermit auch schon sehr gute Erfolge erzielt wurden. Hilfreich ist hierbei der parteiliche Ansatz, der sich schon bei der Arbeit der Frauenhäuser bewährt hat. Erst wenn das Helfersystem in der Lage ist, die unterschiedlichen Positionen und Sichtweisen zu einem gemeinsamen Handeln gegen Gewalt zu repräsentieren, wird es auch dauerhafte Erfolge erzielen.
Die gute Kooperation nach der Wegweisung ist die Vorraussetzung um neben der akuten Verhinderung von Gewalt eine langfristige Änderung der Situation in der Familie sowie ihrer Mitglieder erzielen zu können.
In sofern wünschen wir uns einen übergreifenden Arbeitskreis mit Justiz, Jugendamt, Opferberatung, Polizei, Staatsanwaltschaft, Frauenhäuser etc., um dem gesellschaftlichen Skandal der häuslichen Gewalt entgegen zu wirken.
Unser Angebot soll den Männern auch deswegen zur Verfügung stehen, damit der Mann sich als Mensch mit seinen ihm innewohnenden Rechten respektiert fühlt. Dieser Respekt ihm gegenüber ist notwendig, um von ihm auch den gleichen Respekt anderen Menschen gegenüber verlangen zu können. Gleichzeitig kann dies der Einstieg in die Veränderung sein, dass es zwischen Tat und Täter eine Differenz gibt.
Die Verhinderung von neuen Abwertungserfahrungen der Männer durch die Sicherstellung einer Möglichkeit zur eigenen Versorgung führt zur realen Möglichkeit einer Verantwortungsübernahme für das eigene Leben. Der Mann kann sich entscheiden, was die Grundvoraussetzung einer Verantwortung ist.
Gleichzeitig wirkt es Rachegelüsten, die aufgrund der Demütigung entstehen können, entgegen.
Es ist also aus mehreren Gründen ein Angebot der Gewaltprophylaxe.
Zum Schluss möchten wir noch die großzügige Unterstützung der BauBeCon herausstellen, die es uns überhaupt erst ermöglicht, diese Arbeit zu leisten. Die BauBeCon hat ihr Sponsoring aufgrund der erfolgreichen Arbeit für ein weiteres Jahr verlängert !
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Rosenthal,
1. Vorsitzende
Mail: wrsnthl@compuserve.de
Mai 2003
Männerhaus Zürich
http://de.news.yahoo.com/020902/281/2xs73.html
Montag 2. September 2002, 08:23 Uhr
Häusliche Gewalt für viele Frauen alltäglich
Bern (AP) Häusliche Gewalt gehört zum Alltag. 845 Frauen haben im vergangenen Jahr in einem der 15 Schweizer Frauenhäuser Zuflucht gesucht. Das sind mehr als im Vorjahr. Jetzt existiert auch ein Projekt für ein Männerhaus. Dort sollen nicht nur männliche Opfer, sondern auch Täter betreut werden.
Insgesamt suchten letztes Jahr 845 Frauen mit 902 Kindern in einem der 15 Frauenhäuser Schutz. Das sind 33 Frauen und 61 Kinder mehr als im Vorjahr, wie die Dachorganisation der Frauenhäuser auf Anfrage bekannt gab. Die Schutzbedürftigen verbrachten 49.917 Nächte in den Häusern, rund 5.600 mehr als im Jahr 2000. Die Frauenhäuser bieten unter anderem Wohn- und Schutzraum für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder, Begleitung, Unterstützung und soziale Hilfe sowie telefonische Beratungen an.
Am Anfang des laufenden Jahres war eine Häufung von Tötungsdelikten nach häuslicher Gewalt festgestellt worden, wie die Leiterin der Berner Fachstelle für Gleichstellung, Barbara Ruf, sagte. Gemäss Ruf, die zuvor ebenfalls in einem Frauenhaus gearbeitet hatte, sind unter anderem Kontroll- und Machtverhalten Charakteren der häuslichen Gewalt. Gewalt beginne oft mit kleinen Grenzüberschreitungen im Alltag und nicht erst, wenn eine Straftat vorliege. Bei 30 bis 40 Prozent der Fälle sei Alkohol im Spiel. Das Trinken sei jedoch nicht als Ursache, sondern eher als Auslöser anzusehen. Doch nicht jede Frau, die geschlagen werde, komme sofort ins Frauenhaus. Häufig gingen der Flucht ins Frauenhaus lange Gewaltgeschichten voraus. Die betroffenen Frauen befänden sich häufig in einem Zwiespalt - zwischen dem Erhalt der Familien und dem Wissen, dass es so nicht weitergeht.
In vielen Kantonen sind Projekte angelaufen, um die häusliche Gewalt zu stoppen, wie Ruf sagte. Vermehrt werde dabei auf der Seite des Täters angesetzt. Lu Decurtins vom Zürcher «Mannebüro» sieht die Probleme unter anderem in der mangelnden Konfliktfähigkeit der Männer.
Im Männerbüro werden vor allem Männer beraten, die sich mit ihrem eigenen gewalttätigen Verhalten auseinander setzen möchten. Gewalttätige Männer müssten ein anderes Verhalten erlernen, sagte Decurtins. Daneben werde auch Präventionsarbeit an Schulen gemacht. Die Jugendlichen sollen lernen auch so genannt unmännliche Gefühle auf konstruktive Art auszudrücken und nicht einfach Frust zu sammeln. «Noch immer haben Männer das Bild des einsamen Cowboys», sagte Decurtins.
Gemäss einem Initiant des Zürcher Männerhauses, Christian Engelhart, gibt es eine riesige Zahl von Männern mit grossen psychischen Schwierigkeiten. Ein Männerhaus analog den Frauenhäusern entspreche darum einem grossen Bedürfnis. Das Haus richte sich an Männer in Trennungs- oder Scheidungssituationen und solle als Unterschlupf, Hilfs- und Beratungszentrum dienen.
Gemäss dem Berner Psychologen und Mitbegründer des Männerbüros Bern, Andreas Jost, schlagen Männer zwar häufiger als Frauen zu, im häuslichen Bereich könnten Frauen aber ebenso gewalttätig wie Männer sein. «Frauen sind fieser und Männer brutaler», sagte er. Die Gewalttätigkeit bei den Frauen habe zugenommen und werde auch öffentlicher. Sie seien lange einfach Opfer gewesen. Um sich zu wehren, mussten die Frauen auch Aggressivität entwickeln, wie der Psychologe erklärte. Die Männer seien jetzt dran mit der Emanzipation.
Frauengewalt in den Medien
Nach dem österreichischen Nachrichtenmagazin "profil" (29.4.02) berichtet jetzt auch das Schweizer Nachrichtenmagazin "Facts" www.facts.ch in seiner aktuellen Ausgabe vom 16.5.20202 unter dem Titel "Weibliche Waffen. Wenn Frauen kämpfen, ist ihnen jedes Mittel recht.", zum Thema Frauengewalt. Informiert wird auch über das Berliner Männerhausprojekt, zu dem sich nun auch ein Projektvorhaben in Zürich gesellt. Das Projekt "Männerhaus Zürich" wird in einem Interview mit dem Initiant Christian Engelhart (zu erreichen über christian.engelhart@bluewin.ch) vorgestellt.
Samstag, 9. Februar 2002
Opfer gewalttätiger Frauen
Männerhaus geplant
Gewalt in der Partnerschaft - nach Expertenmeinung soll es angeblich genauso viele männliche wie weibliche Opfer geben. Das berichtet die "Welt am Sonntag".
In der Öffentlichkeit fänden die Männer jedoch weniger Gehör für ihre Probleme, wie der Mainzer Kriminologe Michael Bock herausgefunden hat. "Polizei und Gerichte haben die Normalitätsvorstellung, dass Männer Täter und Frauen Opfer sind."
Nach dem Bericht haben Forscher in Dänemark und Neuseeland herausgefunden, dass rund ein Drittel der Frauen dem Partner gegenüber schon einmal gewalttätig geworden seien. Inwiefern sich diese Handgreiflichkeiten äußern - eine Ohrfeige bis zur Silberhochzeit oder tägliche Misshandlungen - wurde nicht bekannt.
Der Bremer Soziologe Gerhard Amendt fand den Angaben zufolge in einer Studie zur Lebenssituation geschiedener Väter heraus, dass in der Zeit vor der Trennung 58 Prozent der Handgreiflichkeiten von den Frauen ausgehen. In jedem vierten Fall habe der Mann zuerst geschlagen. In 17 Prozent der Fälle seien beide Geschlechter für den Ausbruch der Gewalt verantwortlich. Während Männer sich dabei auf ihre Faust verließen, griffen Frauen häufiger zu Gegenständen wie Messer oder schütteten ihrem Partner eine Tasse heißen Kaffee ins Gesicht.
Wie die Zeitung weiter berichtet, ist in Berlin ein Männerhaus geplant - nach Vorstellungen des Berliner Männerbüros sollen dort analog zu Frauenhäusern Betroffene mit ihren Kindern unterkommen können.
http://www.n-tv.de/2902648.html
Finanzierung Berliner Frauenprojekte
Das Berliner Interventionsprojekt gegen häusliche Gewalt (BIG) erhält im Jahr 2000 eine Fördersumme von 600.000 DM vom Land Berlin und dem Bund
Das Notruftelefon wird mit 500.000 DM vom Land Berlin unterstützt.
Quelle: "Der Tagsspiegel", 5.9.00
In Berlin gibt es 43 Zufluchtswohnungen mit 116 Plätzen für Frauen und 159 Plätzen für Kinder. Außerdem 6 Frauenhäuser mit 310 Plätzen.
Angesichts der umfangreichen Finanzierung für BIG, Frauennotruf und Frauenhäuser, sollte es doch machbar sein, auch das vergleichsweise billige Berliner Projekt eines Männerhauses siehe www.maennerberatung.de zu finanzieren.
Erstes Zufluchtshaus für Männer in Türkei
Istanbul (dpa) - Gute Nachricht für türkische Pantoffelhelden: In der südtürkischen Stadt Antalya soll in Kürze das erste Zufluchtshaus für Männer eröffnet werden. Das Haus hat einem Zeitungsbericht zufolge Platz für zehn Männer, die von ihrer »Ehefrau Prügel bekommen haben oder aus der Wohnung geworfen wurden«. Das Männerhaus ist ein Projekt des Sozialamtes in Antalya. Ein Arzt und ein Sozialarbeiter sollen dort arbeiten.
16.06.2001
180 - 230 DM erhalten die Berliner Männerhäuser täglich für jeden geführten und besetzten Platz.
Mit Stichtag 31.3.1998 waren 3567 Männer in den Berliner Männerhäusern untergebracht. Bei einem Platzgeld von 200 DM sind das täglich 713 400 DM. Das bedeutet eine jährliche Summe von 260 Millionen DM.
Dagegen nimmt sich das Platzgeld für die 120 Frauen, die in vergleichbaren Einrichtungen untergebracht sind, gering aus.
Doch der Berliner Senat will jetzt sparen und hat eine vergleichsweise geringe Summe, die das Männerprojekt "Mannege" für die Arbeit mit gewalttätig gewordenen Männern bekommt, vollständig gestrichen. so wird nun wohl auf die Berliner Männerhäuser wieder eine verstärkte Arbeitsbelastung, bei den bekannten Platzkosten zukommen. (25.3.00)
Hier die Telefonnummern der Berliner Männerhäuser:
- Justizvollzugsanstalt Moabit 3979-9
- Justizvollzugsanstalt Tegel 4383-0
- Justizvollzugsanstalt Düppel 8015024
- Justizvollzugsanstalt Hakenfelde 3362071
- Justizvollzugsanstalt Plötzensee
Wegschließen? Wegdenken?
Nach einem Selbstmord sollte nicht weg-, sondern aufgeschlossen werden
Von Pegor Belschazzar
Am 07. September ist es leider Gottes schon wieder passiert. Ein Mitinsasse der JVA Düsseldorf nahm sich in jungen Jahren, gerade erst 19-jährig, das Leben. Er erhängte sich zur Mittagszeit in seiner Zelle im Männerhaus. Warum der junge Mann im Männerhaus untergebracht war, ist der Redaktion nicht bekannt.
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http://www.zakk.de/ulmerecho/Aktuell/4-2001/Themen/Suizid.html
12.02.2002