Männertherapie
Männertherapie unterscheidet sich erst einmal nicht von anderen Therapien. Männertherapie oder Therapie mit Männern kann sich an verschiedenen therapeutischen Schulen, z.B. Systemische Therapie, Gestalttherapie, Körpertherapie, Psychoanalyse, Gesprächspsychotherapie etc. orientieren. Neben den dort für Männer wie für Frauen gleichermaßen zutreffenden Formen therapeutischen Arbeitens wird in der männertherapeutisch ausgerichteten Arbeit darauf zu achten sein, den sozialen und biologischen Kontext, der "Mann sein" und "Männlichkeit" ausmacht, zu erfassen und in seinen spezifischen Auswirkungen zu beachten.
Ein interessantes Angebot finde Sie hier:
"Männer sind anders
Therapie mit Männern
Geschlechterspezifischer Zugang als Chance"
Jonni Brem
in: "Blickpunkt EFL-Beratung", 4/2001, S. 29-42
Insgesamt ein interessanter Aufsatz. Etwas skeptisch macht der Anspruch des Therapeuten, Männer im Rahmen der Therapie "in die Schranken zu weisen" und "Kreisläufe zu durchbrechen", was selbst schon wieder etwas gewalttätiges an sich hat.
Sind Gewalttäter therapierbar?
So lautet oft einen Frage im sozialarbeiterischen Feld. Unser Standpunkt - Ja.
Das heißt aber nicht, dass jede Therapie auch Erfolg hat. Das kann verschiedene Ursachen haben, z.B. Zeitmangel, nicht angemessene Arbeitsweise des Therapeuten, ungünstiges Setting, z.B. bei der therapeutischen Arbeit in einer Haftanstalt.
Manchmal wandelt sich ein Mann auch ohne Therapie vom Gewalttäter zum sozial anerkannt friedfertigen Menschen, so wie z.B. Joschka Fischer. Wie der "Berliner Kurier" am 5.1.01 berichtete, sind Fotos aufgetaucht, die den jetzigen Bundesaußenminister Joseph Fischer 1973 beim Einprügeln auf einen Polizisten zeigen.
Aber auch viele Männer, die als Soldaten im zweiten Weltkrieg andere Menschen getötet haben, haben sich später friedlich verhalten, einige haben sich nach dem Krieg als Reaktion auf die erlebte und selbst ausgeübte Gewalt auch in der Antikriegsbewegung oder anderweitig politisch engagiert, um zukünftig Gewalt zu verhindern.