Pädophilie

Pädosexualität


 

 

Ruhendes nacktes Mädchen

Willy Jaeckel (1888-1944); Bröhan-Museum

Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus

 

 


 

 

Kleine Anfragen

Berliner Abgeordnetenhaus April 2005

 

Titel: Pädokriminelle in Berlin

Abgeordneter: Karl-Georg Wellmann (CDU)

Link: http://www.parlament-berlin.de/adis/citat/VT/15/KlAnfr/k1512349.pdf

 

 

 


 

 

Illegale Liebe; legale Verlobung

US-Lehrerin und Ex-Schüler, die zwei Kinder haben, wollen heiraten

Los Angeles - Jahrelang hat die Affäre zwischen einer Lehrerin und ihrem Ex-Schüler in den USA für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt, nachdem Mary Kay Le Tourneau beinahe acht Jahre im Gefängnis verbracht hatte, haben sich die beiden verlobt. Eine Hochzeit steht bevor. Vili Fualaau ist mit 21 gerade halb so alt wie seine Geliebte. Im US-Sender CNN gab die 42jährige jetzt bekannt, daß sie sich mit ihrem Ex-Schüler verlobt habe. Ihre Beziehung zu dem damals minderjährigen Schüler, die die Lehrerin hinter Gitter gebracht hatte, hat offenbar allen Hürden und Sanktionen Stand gehalten. In einem aufsehenerregenden Prozeß war sie wegen Vergewaltigung Minderjähriger verurteilt worden, immer wieder war ihr jeder Umgang mit dem Jungen verboten worden. Erst Anfang August war Le Tourneau aus dem Gefängnis entlassen worden. Fualaau hatte anschließend gesagt, er habe Le Tourneau jeden Tag gesehen. Beide Partner hatten stets ihre Liebe zueinander bekundet.

Als die verbotene Liebe der Lehrerin mit ihrem Schüler begann, war Mary Kay LeTourneau eine 32jährige verheiratete Mutter von vier Kindern und ihr Liebhaber Vili Fualaau gerade zwölf Jahre alt. Als die vom Dienst Entlassene 1997 wegen "Vergewaltigung eines Kindes in einem leichteren Fall" zu sechs Monaten Haft verurteilt wurde, erwartete sie das erste Baby, eine Tochter, von ihrem inzwischen 14jährigen Geliebten. Als sie auf Bewährung freikam, traf sich die Ex-Lehrerin trotz Verbots erneut mit ihrem minderjährigen Liebhaber. Bis die Polizei die beiden im Februar 1998 in einem Auto erwischte. Le Tourneau kam wieder hinter Gitter. Noch im Oktober 1998 kam dann das zweite Kind des Paares im Gefängnis zur Welt. Ob sich die beiden je wiedersehen würden, war mehr als fraglich. Erst am 4. August 2004 verließ Mary Kay Le Tourneau das Gefängnis. Sie sollte den inzwischen 21jährigen jungen Mann nicht mehr treffen. Doch Fualaau erwirkte vor Gericht, daß dieses abermalige Kontaktverbot aufgehoben wurde.

zach/AFP

 

Berliner Morgenpost, 14.10.04

 

 

Kommentar Männerrat:

Wenn zwei das selbe tun ist es nicht das gleiche. Hätte ein 32-jähriger-Mann sexuelle Beziehungen zu einem gerade zwölf Jahre alten Mädchen, würde wohl keine Nachrichtenagentur von "Affäre" und "Verbotener Liebe" sprechen, sondern schlichtweg von sexuellen Missbrauch.

 

 

 


 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: carechild 

Gesendet: Freitag, 1. Oktober 2004 23:27

An: info@maennerrat.de

Betreff: Ihre Website

 

Werte Herren,

durch einen Hinweis gerieten wir heute auf Ihre "Website", bzw. auf die Unterseite http://www.maennerrat.de/paedophilie.htm

 

Die dort getätigten Äusserungen lassen den Schluss zu, dass Sie Pädokriminellen sehr nahe stehen und von einer kindlichen Erlebniswelt keinerlei Ahnung haben.

Wieviele Kinder wurden von Ihren Mitgliedern eigentlich bisher zu sexuellen Handlungen genötigt?

Wir können gut verstehen, dass Frauen, insbesondere Mütter, sich von allen Personen distanzieren, die Ihre Schmuddelseite aufsuchen.

Schämen Sie sich für so viel Kinderfeindlichkeit,

mit der Ihnen zukommenden Hochachtung,

Gabriel Gawlik

C@reChild e.V.

Ueberwasserstrasse 34

D-48143 Muenster

Tel.: +49 (0)251 58863

Fax: +49 (0)251 58864

Mobil: +49 (0)177 3339000

 

 

 

hallo herr gawlik,

wenn sie aus den informationen auf dieser seite den schluß ziehen, dass wir "Pädokriminellen sehr nahe stehen", so lässt uns dass darauf schließen, dass sie möglicherweise eine ausufernde phantasie haben, die mehr über sie selbst aussagt als über andere.

gruß manne

maennerrat.de

02.10.2004

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: carechild 

Gesendet: Samstag, 2. Oktober 2004 22:56

An: info@maennerrat.de

Betreff: Re: AW: Ihre Website

 

Guten Abend,

es gibt "Menschen, die die Welt nicht braucht", und, scheinbar gehört das Volk, das sich diesen "Seiten" anschliesst, bzw. diese unterstützt, wirklich dazu.

Wir werden darüber nachdenken, ob wir auf unserer Site eine Warnung vor "maennerrat.de" veröffentlichen werden, denn die Kinderfeindlichkeit und Pädokriminellenlobby in diesem Land ist wirklich mehr als gross genug - neue Pädophilie-Befürworter, bzw. -Tolerierer sind mehr als gänzlich unangebracht.

Heute haben Sie noch nicht verloren, aber wir werden dafür sorgen, dass Webseiten wie die Ihre in Zukunft gesellschaftlich ausgegrenzt und geächtet werden, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der dümmste Mensch in diesem Land erkennt, was Kreaturen wie Sie es offenbar sind, für kinderfeindliche Ziele haben, die man immer wieder unter dem Deckmantel der Kinderfreundlichkeit öffentlich zu verkaufen versucht.

Fragen Sie einmal Ihre Nachbarn, was diese davon halten, zeigen Sie diesen Leuten die von mir angeprangerte Ekelseite, und Sie dürfen sich selbst ein Urteil darüber bilden, was Sie in Zukunft erwarten wird.

Ich möchte nicht sagen/schreiben, dass Sie für mich zum "Abschaum" dieser Gesellschaft gehören, aber was ich darüber denke, überlasse ich getrost Ihrer Phantasie.

Solange Sie eine Site wie diese online stellen, sagt sie viel über die wirklichen Intentionen des sog. "Maennerrats" aus, und es wird uns eine Freude sein, alle Menschen in diesem Land vor denen zu warnen, die sich an diesem "Produkt" beteiligen - besonders übrigens Frauen, denn wir können sehr gut nachvollziehen, dass es Frauen in diesem Lande gibt, die sich strikt weigern, irgendwelchen Personen das Besuchsrecht zu Kindern zu gestatten, die bei Ihnen mitarbeiten!

Mit der Ihnen zukommenden Hochachtung,

Gabriel Gawlik

C@reChild e.V.

 

 

 

hallo herr gawlick,

tun sie, was sie nicht lassen können. vielleicht suchen sie aber auch mal einen guten psychoanalytiker auf, der ihnen vielleicht bei ihren persönlichen problemen helfen kann.

 

wir sind so nett und veröffentlichen ihre leserbriefe gleich bei uns selbst, da brauchen sie sich diese mühe nicht mehr machen.

die adresse ihrer internetseite haben wir aus ihrem hier wiedergegebenen schreiben entfernt, da wir für ihre internetseite mit einer verlinkung nicht unnötig für gute platzierungen in den suchmaschinen sorgen. 

 

übrigens, ihre formulierung, "es gibt `Menschen, die die Welt nicht braucht´ , kommt mir irgendwie bekannt vor. kann das sein, dass mit ähnlichen losungen die nationalsozialisten ihren ausrottungs- und vernichtungsfeldzug gegen andere menschen gerechtfertigt haben?

 

manne

maennerrat.de 03.10.2004

 

 

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: carechild 

Gesendet: Montag, 4. Oktober 2004 00:24

An: info@maennerrat.de

Betreff: Re: AW: Ihre Website

 

Guten Abend,

vielen Dank für Ihre eMail, in der Sie uns u.a. schreiben:

> danke für ihre verlinkung auf unsere seite.

Dafür brauchen Sie sich nicht zu bedanken, denn es ist Teil unseres *Services*, in unserem Forum unter der Rubrik "Müllhalde" sämtliche Websiten zu verlinken, auf denen sich Psychopathen treffen - insofern sind die "Mitglieder" des sog. "Männerrats" keine Ausnahme.

Bitte denken Sie daran, dass wir jeglichem Versuch, sexuelle Handlungen von Erwachsenen an Kindern zu propagieren, zu verharmlosen oder legalisieren zu wollen, mit den entsprechenden Aktivitäten begegnen werden - nicht nur jetzt und heute, sondern auch in Zukunft!

Auch Sie haben nicht das Recht, Kinder zu instrumentalisieren, für eigene pathologische Bedürfnisse zu benutzen oder sie sonstwie auszubeuten.

www.meannerrat.de - one part of the black side of life........

Gabriel Gawlik

C@reChild e.V.

Ueberwasserstrasse 34

D-48143 Muenster

Tel.: +49 (0)251 58863

Fax: +49 (0)251 58864

Mobil: +49 (0)177 3339000

E-Mail: 

 

 

 

hallo herr gawlik,

suchen sie nicht so viel nach psychopathen, benutzen sie besser einen spiegel.

 

gruß manne

maennerrat.de, 04.10.04

 

 

 


 

 

Leserzuschrift auf der Internetseite von C@reChild e.V. (03.10.2004)

 

 

Gästebuch

 

Ihre Meinungen, Anregungen, Vorschläge - für Lob und Kritik sind wir immer offen!

[ Neuen Beitrag schreiben ]

Inge (heldinge@arcor.de)

schrieb an Dienstag, dem 28. September 2004 um 18:49 Uhr:

Um Himmelswillen - ich dachte ich höre nicht recht und mir sind beinahe die Ohre abgefallen - ich bin durch den ARD REPORT Beitrag auf Euch aufmerksam geworden.

Ich bin wütend, erschüttert, sprachlos, fassungslos !!!

Wo leben wir ?

Irgendwas geht doch in unserem Land nicht mit rechten Dingen zu.

Mir wird im wahrsten Sinne des Wortes immer KOTZÜBEL, wenn ich solche Nachrichten wie in den vergangenen Jahren höre ...

Ich weiss, das ich mich ab heute gegen diese Kinderschänderei aktiv einsetzten werde - diese geisteskranken Kreaturen gehören ausgerottet !!!

 

 


 

 

 

"Pädophilie

Grundlagen und Therapieansätze"

Dr. Thomas Knecht, Leitender Arzt, Kantonale Psychiatrische Klinik Münsterlingen, Schweiz

in: "Kriminalistik", 11/01, S. 745-748

 

"... 

Es muss davon ausgegangen werden dass Pädophilie ein Erlebens- und Verhaltensmuster darstellt, welches weder kulturell noch epochale Grenzen kennt, ja sogar im Tierreich, namentlich bei den höheren Primaten (Menschenaffen) verbreitet ist. Besonders gut dokumentiert ist pädosexuelles Verhalten bei unseren nächsten Verwandten, den Bonobos oder Zwergschimpansen. 

... auch auf dem traditionellen Hawai war pädophiles Verhalten keineswegs tabu: Neben Polyandrie und Poligynie (Vielmännerein und Vielweiberei) war es üblich, das Kinder gewöhnlich von ihren Tanten handfest in die Welt der Sexualität eingeführt wurden.

 

... ergaben Fragebogenstudien, das rund 1/5 der befragten Männer schon sexuelle Phantasien im Zusammenhang mit Kindern hatten. Für die Prävalenz pädophiler Neigungen bei Frauen bestehen noch weniger Anhaltspunkte.

..."

 

 


 

 

 

"Unzucht mit Kindern - Die Selbstdarstellung der Pädophilen und die Realität der Kinder"

Gerhard Amendt 

in: "Kriminalistik", 7/2000, S. 452-456

 

 


 

 

"Über die Tragik pädophiler Männer"

Gunter Schmidt in: "Zeitschrift für Sexualforschung", 12, 133-139, 1999

Nach einem Vortrag, gehalten auf der Tagung "Psychosoziale Aspekte der Pädophilie" der Gesellschaft für Sexualwissenschaft am 23.1.1999 in Leipzig.

 

Prof. Dr. Gunter Schmidt, Abteilung für Sexualforschung, Universitätskrankenhaus Eppendorf, Martinistraße 52, 20246 Hamburg

 

 


 

 

"Zur Propagierung und Entkriminalisierung von Pädosexualität"

 

Marlene Stein-Hilbers, Claudia Bundschuh

in: "Kriminologisches Journal", 1998, Heft 4, S. 299-313

 

 


 

 

Pädophilenwerbung im Pflegekinderdienst der Landeshauptstadt München?

Der "Berliner Kurier" druckt in seiner Ausgabe vom 30.8.00 einen Artikel zu fragwürdigen Werbeaktionen mit Bildern von Kindern. Der Geschäftsführer des Deutschen Kinderschutzbundes warnt vor einem möglichen Missbrauch der abgebildeten Kinder: "Am schlimmsten aber ist die Darstellung kleiner Mädchen als <Lolitas> mit allen Attributen des Sexappeal. So wird die Toleranzschwelle gesenkt. Es besteht die Gefahr, dass Pädophile eine Initialzündung erleben könnten". Zur Illustration  zeigt der Kurier drei der umstrittenen Plakate. Eins davon ein Werbeplakat des Pflegekinderdienstes München. Darauf abgebildet unter der Überschrift "Jung - ledig - sucht ..." ein etwa 7-jähriges Mädchen. Unter dem Bild die Ergänzung "Pflegefamilie. Info 089-233-21397".

 

Wer ist eigentlich in München für den Kinderschutz zuständig? Ach richtig, dass Jugendamt. Da haben die Kollegen es ja nicht weit.

 


 

 

"Täterinnen. Offene und versteckte Aggressionen von Frauen."

Heyne, Claudia:  Kreuz Verlag Zürich 1993

 

Kapitel 1: "Die Mütter: Gesellschaftliche Ohnmacht und persönliche Macht."

Kapitel 4: "Die sanfte Gewalt: Narzißtischer Mißbrauch"

 

erschienen auch als Knaur Taschenbuch ISBN 3-426-77212-4

 

 


 

 

 

MdB Volker Beck 

Mitglied des Bundestages, rechtspolitischer Sprecher für Bündnis 90 / Die Grünen

 

Da sitzt seit Jahren ein Mann im Bundestag, der die Diskriminierung nichtverheirateter Väter und ihrer Kinder beim Sorgerecht für angemessen hält. Und den Bündnis 90 / die Grünen nach der letzten Wahl zum Bundestag als parlamentarischen Geschäftsführer seiner Fraktion bestimmt haben. 

Ob sein Widerstand gegen eine Gleichberechtigung von Vätern gegenüber Müttern eine späte Rache an seinem eigenen Vater ist - das muss hier eine Spekulation bleiben. Eine ausführliche Biografie über Volker Beck, die sein Vater-Sohn und Mutter-Sohn-Verhältnis ausleuchten könnte, ist uns leider bisher nicht bekannt geworden.

 

Wenn auch die nichtverheirateten Väter Volker Beck nicht zu ihren Freunden zählen dürften, so könnten doch pädophile Frauen und Männer, größere Dankbarkeit für Volker Beck empfinden. Dieser Eindruck kann möglicherweise entstehen, wenn man sich ältere Literatur zu dem Thema wie die folgende zu Gemüte führt. 

 

 

"Dr. Helmut Graupner, führender Vertreter der österreichischen Schwulenbewegung, kämpft im Moment vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof darum, daß in Österreich das Schutzalter für homosexuellen Sex zwischen Erwachsenen und Jugendlichen auf 14 Jahre bei den Jugendlichen herabgesetzt wird. Graupner fordert in einer international anerkannten Zeitschrift nicht nur, Sex mit Kindern ab 14 Jahren müsse Schwulenrecht sein, sondern auch, Sex mit Kindern unter 14 Jahren müsse im Einzelfall straffrei bleiben.31

Der heutige rechtspolitische Sprecher der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Volker Beck, forderte bereits 1988: `Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung für die rechtlich im Gegensatz zur Pädosexualität völlig unproblematische Gleichstellung von Homo- und Heterosexualität ... wird das Zementieren eines sexual-repressiven Klimas verhindern können - eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können.`32"

 

 

Volker Beck in: 

"A. Leopardi, der pädosexuelle Komplex"

1988, S. 255

 

 

veröffentlich vom:

Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft

Christen in der Offensive e. V.

Postfach 1220, D-64382 Reichelsheim

Tel: 06164/9308-211, Fax: 06164/9308-30

E-mail: institute@ojc.de

 

 

unter:

 

http://www.ojc.de/dijg/dijg_buendnis_dekonstru.htm

 

 

 

Beck, Volker

Das Strafrecht ändern?: Plädoyer für eine realistische Neuorientierung der Sexualpolitik

in: Angelo Leopardi (ed.), Der pädosexuelle Komplex, Berlin, Frankfurt (Main): Foerster, S.28-34 (1988)

 

Der nachfolgende Beitrag stammt von Volker Beck, der für das "Schwulenreferat" der Grünen im Bundestag zuständig ist.

[...]

[S.260:] Der Sonderausschuß des Deutschen Bundestags hatte 1973 bei der Vorbereitung des 4. Strafrechtsänderungsgesetzes versucht, seiner Arbeit eine rationale Erörtrung der Problematik zugrunde zu legen. Angesichts der Bedenken der geladenen Experten hinsichtlich der Behauptung, gewaltlose pädosexuelle Erlebnisse störten die sexuelle Entwicklung eines Kindes, verpflichtete sich der Sonderausschuß mit seiner Definition des zu schützenden Rechtsgutes als der "ungestörten sexuellen Entwicklung des Kindes" immerhin einer sachlichen Argumentation. Allerdings hat der Sonderausschuß sich selbst bei seinen Vorschlägen nicht daran gehalten und sich wieder besseres Sachverständigenwissen für eine generelle Strafbarkeit der Sexualität mit Kindern entschieden.

Obwohl dieser Ansatz einer rationalen Auseinandersetzung mit dem Problem der P. 176 nicht gleich zum Erfolg führte, scheint er mir der einzige Ausgangspunkt für eine tatsächliche Verbesserung der rechtlichen Situation der Pädophilen.

[S. 261-262:] Jäger hat recht, wenn er meint, daß es am aussichtsreichsten ist, die politische Diskussion zu führen, indem man die Reform an dem mißt, was die Reformer sich vorgenommen hatten. Hierzu formulierte er sieben programmatische Thesen, von denen ich vor allem die ersten sechs - hier im Wesentlichen wiedergegeben - maßgeblich für eine reformistische Sexualstrafrechtspolitik halte:

Das Strafrecht dient allein dem Rechtsgüterschutz. Gesetzgeber ist daher nur legitimiert, sozial gefährliche Verhaltensweisen unter Strafe zu stellen.

Die Schädlichkeit oder Gefährlichkeit des zu beurteilenden Verhaltens bedarf des empirischen Nachweises.

Selbst wenn der Nachweis der Gefährlichkeit gelingt, darf eine Strafvorschrift nur geschaffen werden, wenn Unrechtsgehalt und Schädlichkeit so gravierend sind, daß die Strafbarkeit nicht unverhältnismäßig, also als Überreaktion erscheint.

Nur tatbestandstypische Gefahren sind zu berücksichtigen. Strafvorschriften, die gefährliche und ungefährliche Verhaltenweisen gleichermaßen umfassen, sind nicht zu rechtfertigen.

Zu den gesicherten Auffassungen heutiger Kriminalpolitik gehört auch, daß das Strafrecht nur die ultima ratio im Instrumentarium des Gesetzgebers ist, die Strafbarkeit also nur das äußerste Mittel der Sozialpolitik sein darf. Bevor sich der Gesetzgeber zur Anwendung deses letzten und äußersten Mittels entschließt, hat er zu prüfen, ob nicht andere, außerstrafrechtliche Mittel zum Schutz der betroffenen Rechtsgüter ausreichen.

(Herbert Jäger, Möglichkeiten einer weiteren Reform des Sexualstrafrechts, in: Dannecker/Sigusch: Sexualtheorie und Sexualpolitik. Stuttgart 1984, S.68f.)

[...]

[S. 263:] Man wird nicht umhin können, sich bei dieser Diskussion mit den Argumenten der Frauenbewegung auseinanderzusetzen und die Perspektive der Feministinnen, die oft auch durch frühe sexuelle Kontakte mit Vätern und Onkeln traumatisch gefärbt ist, ernstzunehmen.

Als Etappenziel kann hier nur eine Versachlichung der Diskussion um das problem der Pädosexualität vorgeschlagen werden. Als strafrechtliche Perspektive wäre hier z.B. eine Novellierung ins Auge zu fassen, die einerseits das jetzige "Schutzalter" von 14 Jahren zur Disposition stellt (in den Niederlanden gab es solche Initiativen mit erheblichem Erfolg!) oder auch eine Strafabsehensklausel. Eine Diskussion um eine solche Reform des P. 176 würde sicherlich einem entkrampfteren und weniger angstbesetzten Klima den Weg bahnen. Eine Strafabsehensklausel, wäre sie durchgesetzt, würde eine tatsächliche Auseinandersetzung vor Gericht, und, wenn die Bewegung stark genug ist, in der Öffentlichkeit um die Frage einer eventuellen Schädigung eines Kindes durch sexuelle Kontakte mit einem Erwachsenen ermöglichen. Wer jetzt einwendet, daß man die Gerichte kenne und dort der Fortschritt nicht gerade Urständ feiert, hat sicher recht, aber die Alternative sieht nicht besser aus: Ein Vertrauen darauf, durch noch so starken öffentlichen Druck eine Mehrheit für eine Streichung des Sexualstrafrechts im Parlament zu erhalten, scheint reichlich naiv.

Immerhin - und das macht langfristig Hoffnung auf ein "Reförmchen" auch gerade beim P. 176 StGB - hat der Sonderausschuß des Bundestages damals gerade für diesen Paragraphen eine erneute parlamentarische Diskussion für den Fall in Aussicht gestellt, daß sich die jetzige Definition des zu schützenden Rechtsgutes sexualwissenschaftlich nicht mehr halten lasse. Wer für die Lebens- und Rechtssituation der pädophilen Menschen etwas erreichen will, muß diese Diskussion mit Aufklärung und Entmythologisierung vorbereiten, eine bloße Ideologisierung der Gegenposition zum Sexualstrafrecht kann hierin ihres realpolitischen Mißerfolgs sicher sein.

[...]

[S.266:] Eine Entkriminalisierung der Pädosexualität ist angesichts des jetzigen Zustandes ihrer globalen Kriminalisierung dringend erforderlich, nicht zuletzt weil sie im Widerspruch zu rechtsstaatlichen Grundsätzen aufrechterhalten wird.

[S. 268:] Auch wenn das Strafrecht als ultimo ratio hier nicht das geeignet Mittel ist, muß zumindest eine Antwort auf den von den Feministinnen artikulierten Schutzbedarf des Kindes, insbesondere des Mädchens, gefunden werden. Bevor dies nicht der Fall ist, wird ein unaufrichtiges Kinderbild, das die uneingeschränkte Fähigkeit zu einvernehmlicher Sexualität (auch für das Kleinkind?) einschließt, einem mythischen Kinderbild gegenüberstehen, das von einer generellen Unfähigkeit zu sexueller Selbstbestimmung und einer generellen Traumatisierung durch sexuelle Erlebnisse beim vorpubertären Menschen ausgeht. Auf beiden Seiten Irrationalität, auf beiden Seiten Schielen auf Populismus statt sachgerechter Auseinandersetzung.

 

http://home.t-online.de/home/320028007954/sr/prd/German/lib/Beck1988.html

 

 

 

 

Bernard F.

Aus "Verführten" wurden Väter: Pädophilie aus sexualpolitischer Sicht

In: Angelo Leopardi (ed.), Der pädosexuelle Komplex, Berlin, Frankfurt (Main): Foerster, S.89-98, Interview S. 278-285 (1988)

[...]

[S. 89-90] Die brauchbarste ist diejenige Definition, die von der multidisziplinären "Arbeitsgruppe Pädophilie" des "Nationalen Zentrums für geistige Volksgesundheit" (Utrecht 1976) aufgestellt wurde, an der ich beteiligt war:

"Pädophilie ist diejenige menschliche Gegebenheit, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Tatsache, sich zu Kindern hingezogen zu fühlen, und zwar auch im sexuellen Sinne, als besonders bedeutsam erlebt wird.

Jeden, für den die Anziehungskraft eine derartig fundamentale Bedeutung besitzt, nennen wir pädophil, solange diese Anziehungskraft offenbar jenen Wert für ihn oder sie hat.

Eine pädophile Beziehung ist durch wechselseitige Gefühle der Anziehung zwischen einem jüngeren und einem älteren Individuum gekennzeichnet."

[...]

[S.91:] Das Thema "Kindersexualität und Pädophilie" hat mit lebendiger Wirklichkeit zu tun. Die Tatsache, daß es lange gedauert hat, ehe man zu empirischer Forschung auf diesem Gebiet überging, lag hauptsächlich an dem Umstand, daß man das Kind nicht als sexuelles Wesen sehen wollte, und sicher auch daran, daß wissenschafliche Ergebnisse nur dann willkommen sind, wenn sie zu Schlußfolgerungen führen, die mit der Ideologie derjenigen Gesellschaft identisch sind, in der sie erbracht werden. Der wissenschaftliche Forscher bringt sich selbst schon bald in eine schwierige Lage, wenn er eine Untersuchung in Sachen Kindersexualität und Pädophilie in Angriff nimmt, weil man fürchtet, daß er die gängigen Vorstellungen unterminieren könnte. Man arbeitet dann lieber nicht mit objektiven Kriterien, sondern schlußfolgert auf emotionaler Basis.

[...]

Meine Suche nach möglichen Schäden für den jüngeren Partner wurde zu Beginn der siebziger Jahre begonnen. Ich fasse mein Konzept und die Ergebnisse dieser Untersuchung hier kurz zusammen.

Um die Wirkung pädophiler Kontakte auf lange Sicht einschätzen zu können, habe ich eine Anzahl Erwachsener untersucht, die in ihrer Kindheit einen oder mehrere sexuelle Kontakte mit Erwachsenen gehabt hatten. Der Frageansatz lautete: Besitzen sexuelle Kontakte oder Beziehungen zwischen einem erwachsenen Mann bzw. einer Frau mit einem Jungen oder Mädchen nachteilige Folgen für daß Kind, und wenn ja: welcher Art sind diese? Die Untersuchung bestand aus einem "biographischen" und einem psychologischen Teil. Ich habe die damaligen Kinder, heute im Erwachsenenalter, beschreiben lassen, wie sie seinerzeit diese Kontakte erlebt hatten und wie sie heute, viele Jahre später, dazu stehen.

[S.92] Mittels der psychologischen Untersuchungsmethode wurde die psychologisch-emotionale Stabilität (neurotische und psycho-somatische Beschwerden), der Grad von Intro- und Extrovertiertheit und die Selbsterkenntnis bestimmt, und zwar mit Hilfe von objektiven Testmaßstäben, wodurch es möglich wurde, die Ergebnisse mit dem niederländischen Durchschnitt zu vergleichen (Kontrollgruppe). Die konkrete Frage lautete hier: Haben Individuen, die als Kind sexuelle Erlebnisse mit Erwachsenen gehabt haben, durchschnittlich mehr psycho-neurotische und/oder funktionelle Beschwerden als der Durchschnitts-Niederländer? Wurden sie durch diese Handlungen etwa traumatisiert?

Die Schlußfolgerungen, die sich aus dieser Untersuchung aufdrängten, waren folgende:

Kinder können sexuelle Kontakte und Beziehungen zu Erwachsenen als sehr bedeutsam und positiv für ihr späteres Leben erfahren;

sie suchen sehr oft neben dem sexuellen Aspekt auch Liebe, Zuneigung und Geborgenheit;

bei freiwillig eingegangenen Kontakten ist keine Rede von Traumatisierung;

die sexuellen Handlungen sind meist masturbatorischer Art;

die Initiation hat keinen Einfluß auf die spätere Triebrichtung (man wird dadurch nicht homosexuell o.ä.);

manchmal besteht das Freundschaftsband nach der sexuell gefärbten Periode weiter, in einigen Fällen das ganze Leben über.

Die Haltung der Umwelt kann sich allerdings sehr negativ auswirken.

Daß die Schädlichkeit der pädosexuellen Kontakte nicht erwiesen ist, geht auch aus anderen Untersuchungen hervor, wie z.B. aus denen von Bender und Blau, Augusta Rasmussen, David Finkelhor und Michael C. Baurmann.

[über den Speijer-Report]

Noch ein letztes Wort zur "Verführung": Der Psychiater Tolsma fand bei einer statistischen Untersuchung von 133 "Opfern", die von Homosexuellen kontaktiert worden waren, heraus, daß nur ein geringer Prozentsatz später homosexuell wurde. Dieser Prozentsatz deckte sich ungefähr mit dem Prozentsatz Homosexueller in unserer Gesellschaft.

Zur Persönlichkeitsstruktur pädophiler Menschen

Eine von mir durchgeführte Untersuchung, welche Kinder Interesse an sexuell gefärbten Kontakten mit Erwachsenen haben, ließ erkennen, daß dies meistens vollkommen "normale" Kinder sind, die überwiegend aus "normal" funktionierenden Familien stamme. Nur eine geringe Anzahl kam aus sogenanten "broken homes" (gestörten Familienverhältnissen). Die testpsychologische Überprüfung ergab keinen höheren Grad von psychischer Labilität. Auch die Verteilung der Intelligenzniveaus stimmte ungefähr mit der anderer Kinder überein.

[S. 97:] Daß im Zusammenhang mit den Beziehungen und Kontakten äußerst nachteilige Folgen auftreten können, geht aus der Praxis hervor. Die Reaktion der Eltern und der Umgebung kann sich sehr negativ auf das Kind auswirken. Es sind diese sekundären Folgen, mit denen ich mich nun befassen möchte. Einige Praxisfälle mögen den Themenkomplex verdeutlichen.

Ein Mann mittleren Alters kommt zu mir mit diffusen Beschwerden im die Sprechstunde. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und arbeitet in einem Büro. Die Beziehung zu seiner Frau ist gut. Aus der Anamnese sind keine Besonderheiten erkennbar, jedenfalls nicht beim ersten Mal. Er ist in letzter Zeit angespannt und schnell müde. Beim Neurotizismus-Test erhält er einen hohen Ausschlag. Psychisch ist er also labil.

Die Ursache seines Zustandes ist rasch herausgefunden. Durch einen Pressebericht über eine Festnahme in einer "Sittlichkeitssache" geriet er außer Fassung. Er hat als kleiner Junge eine langdauernde und sehr glückliche, intime Beziehung mit einem älteren Mann unterhalten. Das war für ihn eine unvergleichbar schöne Zeit, bis eines Tages dieser Mann festgenommen wurde. Er selbst wurde als Zehnjähriger von der Polizei verhört. Dem langen Verhör war er nicht gewachsen. Der Ältere erhielt einige Jahre Gefängnis, und der Junge mußte nun ständig mit dem Gedanken leben: Ich habe ihn verraten!" Dieses Schuldgefühl ist mehr oder weniger immer noch wirksam. Es wurde noch verstärkt durch den Umstand, daß sein älterer Freund später im Gefängnis starb.

Das ist ein deutliches Beispiel von sekundärem Schaden. Nicht die sexuelle Beziehung selbst wirkte traumatisierend - im Gegenteil - sondern die sie begleitenden Umstände. Die primären Folgen des Kontaktes waren positiv.

Eine Frau erzählt folgendes: "Sie können es sich vielleicht nicht vorstellen, aber als ich 12 Jahre alt war, war ich schrecklich verliebt in einen fünfzigjährigen Mann, und er auch in mich. Eines Tages kamen meine Eltern dahinter, und die Polizei wurde eingeschaltet. Die Verhöre waren entsetzlich. Ich leugnete und leugnete immer wieder. Dann gab ich auf. Mein älterer Freund wurde festgenommen Ich habe das niemals vergessen können. Es war nicht gerecht, es hätte so eine schöne Erinnerung sein können. Ich bin verheiratet und habe vier Kinder. Ich hätte nichts dagegen, wenn auch sie Kontakte zu Älteren haben würden. Dieser Sache stehe ich positiv gegenüber."

Auch hier Schaden durch Gewalt, psychische Gewalt. Vieles von der Kontroverse, die zwischen den Autoren der beiden Lager "schädlich" versus "unschädlich" schwelt, wird hinfällig, wenn man die primären von den sekundären Folgen unterscheidet. Daß Mißverständnis gehört dann der Vergangenheit an.

Auffällig ist eigentlich, daß sich niemand wirklich Gedanken macht über das Schicksal der Kinder in den "Sittlichkeitsvergehen". Sie müssen entsprechend aussagen, damit der Fall abgeschlossen werden kann. Ihre Meinung ist nicht erwünscht; ihren Bedürfnissen wird in keiner Weise entsprochen. Die Haltung der Umgebung, der Gesellschaft, kann hier eine wirkliche Bedrohung für das Kind darstellen.

Zum Schluß darf ich hier vielleicht noch bemerken, daß ein polizeiliches Verhör, wie fachkundig und freundlich es auch durchgeführt werden mag, trotzdem traumatisierend wirken kann. Es werden intime Dinge besprochen, was für das betreffende Kind außerordentlich unangenehm sein kann. Der "Verrat", durch den der Ältere festgenommen werden kann, hat bei manchem Kind psychischen Schaden verursacht, der ein ganzes Leben nachwirkt. In meiner dreißigjährigen klinisch-psychologischen Praxis habe ich manchen Fall behandeln müssen, bei dem sekundäre Folgeerscheinungen festgestellt wurden. Immer wieder stellte sich heraus, daß in keinem Fall von primären Schäden die Rede sein konnte. Freiwillig eingegangene Kontakte, ohne Gewalt, sind im Wesen unschädlich. Kindesmißhandlung ist nicht die Domäne des Pädophilen. Das ist eine wichtige Feststellung, deren Verbreitung der Emanziation der Pädophilen ebenso wie der der Kinder dienlich ist.

 

Die Emanzipation der Pädophilen ist ein langer Weg

 

Im Gespräch mit dem Forscher Dr. Frits Bernard

Dr. Frits Bernard veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten zum Thema Pädophilie und schrieb unter Pseudonym zwei pädophile Romane (deutsch beim Foerster Verlag): "Costa Brava" und "Verfolgte Minderheit". Er gilt international als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Pädophilie bzw. Päderastie. Der Wissenschaftler nimmt im Rahmen eines Interviews zu einigen aktuellen Fragen Stellung.

Frage:

Seit wann forschen Sie auf dem Gebiet der Pädophilie?

Antwort:

Es ist schwer, genau den Anfang anzugeben. Mein Interesse an der Thematik entstand schon früh in meiner Jugend. [...] Nach 1969 kamen die größeren Untersuchungen u. a. im Rahmen des "Niederländischen Vereins für Sexualreform" (NVSH), worüber an verschiedenen Stellen in den Niederlanden und im Ausland publiziert worden ist. Übrigens bin ich dabei, mein über Jahrzehnte angesammeltes Material zu ordnen. Ich lernte in meinem Leben immerhin über tausend pädophile Erwachsene und zirka dreitausend Kinder und Jugendliche, die Kontakt zu Erwachsenen hatten, kennen.

Frage:

Wie würden sie den typische Pädophilen charakterisieren?

Antwort:

Ja, man sucht halt immer nach dem Prototyp. Auch ich habe am Anfang gedacht, man müßte mittels psychodiagnostischer Verfahren und psychologischer Tests typische Merkmale finden können. Die ältere psychiatrische Literatur machte auch Meldung von Abnormalitäten. Wer meine Bücher kennt, wird erfahren haben, daß ich letzten Endes zu der Schlußfolgerung gekommen bin, daß der Mensch mit pädophilen Gefühlen ein Mensch ist wie du und ich. Es gibt unter ihnen große und kleine, dicke und dünne, intelligente und weniger intelligente, überwiegend extrovertierte und überwiegend introvertierte usw. Kurz gefaßt, die Variabilität ist groß. Den Pädophilen gibt es nicht.

Frage:

Worin sehen Sie die größten Probleme eines Pädophilen?

Antwort:

Eine schwer zu beantwortende Frage, da ja pädophile Menschen sehr unterschiedlich sind und deshalb auch schon auf ihre Umgebung verschieden reagieren. Pädophile Menschen haben es nun einmal schwerer in unserer Gesellschaft als die sogenannten Normalen und können durch den Extra-Streß, den die dauernde Bedrohung ausmacht, in die Pathologie geraten. Nach meinen Untersuchungen entwickelt ein gewisser Prozentsatz ein Phänomen dauernder seelischer Anspannung. Hierüber habe ich schon 1975 in dem ärztlichen Fachblatt "Sexualmedizin" ausführlich berichtet. Die Haltung der Gesellschaft dem Pädophilen gegenüber und die damit verbundene Rechtssprechung sind die größten Feinde. Vielleicht spielt auch die Tatsache eine wichtige Rolle, daß sich der Mensch im allgemeinen nicht leicht tut mit dem Phänomen der Sexualitität; [...]

Frage:

Wie ist es zu erklären, daß das Sexualstrafrecht für pädophile Handlungen in der ganzen Welt unterschiedlich ist?

Antwort:

Wie unterschiedlich das Sittenstrafrecht ist, zeigt uns die große Übersicht, die man in Hirschfelds "Die Homosexualität des Mannes und des Weibes" findet, eines Buches, das zum ersten mal 1913 herausgegeben wurde. Seitdem hat sich doch einiges geändert, manches zum Guten, aber manches wurde für die Pädophilen auch schlechter. Noch niemand hat eine stichhaltige Antwort auf die Frage gefunden, warum das Sexualstrafrecht so unterschiedlich ist, auch Ford und Beach nicht. Wenn uns der Ursprung deutlich wäre, dann wären wir allerdings einen wichtigen Schritt weiter. Ich neige dazu, zu denken, daß es ein Scheinproblem ist; In Wirklichkeit ist die ganze Pädophilie nur zum Problem gemacht worden.[...]

http://home.t-online.de/home/320028007954/sr/prd/German/lib/Bernard1988.html

 

 

 

 

Vogel W.

Das stille Lied der Liebe: In einer pädophilen Beziehung müssen beide Partner ihre Zuneigung geheimhalten

in: Leopardi (ed.), Der pädosexuelle Komplex, Berlin, Frankfurt (Main): Foerster, S.100-112 (1988)

[...]

Das Kind als Opfer der Moral

[S. 108:] Wenn das Kind zu einem polizeilichen Verhör aufgrund eines Sexualkontakts geladen wird, weiß es wohl genau, daß damit nicht eine öffentliche Belobigung verbunden ist. Es spürt sehr deutlich, daß es sich in einen Kontakt einließ, der von seiner Umwelt scharf verurteilt wird. Seine natürliche Reaktion darauf ist Verstörtheit und Angst, oder es übernimmt die Meinung seiner Umwelt, um die eigene soziale Integration nicht zu gefährden, und schämt sich im Nachhinein des sexuellen Kontakts.

Der folgende Dialog ist dem Protokoll eines kriminalpolizeilichen Verhörs entnommen. Ein 13-jähriger Junge wurde vorgeladen, um etwas zum Schuldvorwurf, der (erwachsenen) Heimerzieher des Jungen habe diesen sexuell mißbraucht, auszusagen.

Frage (des Polizeibeamten): Hat Herr X Dich immer vorher gefragt, wenn Du auf dem Zimmer warst und er Dich anfing, mit den Händen zu betasten und die Kleidung auszuziehen?

Antwort (des Jungen): Ja, er hat meistens vorher gefragt. Später war es jedoch selbstverständlich und ich hatte nichts dagegen. Er konnte bei mir voraussetzen, daß ich immer einverstanden war.

Frage: Hat Herr X Dich gebeten, gegenüber den Schülern oder dem Lehrpersonal nichts von der Freundschaft zu erwähnen?

Antwort: Ich habe dem Herrn X versprochen, kein Wort zu Mitschülern oder sonstigen Personen zu sagen. er hat mich daraufhin angesprochen und wir haben es uns gegenseitig gelobt.

Frage: Würdest Du mit einem anderen Mann ähnliche Handlungen durchführen?

Antwort: Nein, Herr X hat mir gefallen und hat mich auf die Idee gebracht, daß man sich gegenseitg aufgeilen kann. Gewichst habe ich schon früher, dann aber still und heimlich unter der Bettdecke.

Frage: Hast Du aufgrund des Geheimnisses Dich wohl in Deiner Haut gefühlt?

Antwort: Nein, ich hatte immer Angst, daß die ganze Sache herauskommen könnte.

Frage: Meinst Du, daß ein Ausbilder die Kinder erzieht, wenn er sich mit ihnen auf diese Weise beschäftigt?

Antwort: Nein, ich halte es auch nicht für Erziehung, sondern für Sauerei. Mehr möchte ich nicht sagen.

An dieser Stelle schließt das Vernehmungsprotokoll.

Der vernehmende Beamte fühlte sich in diesem Fall bemüßigt, zusätzlich zum Tatgeschehen noch die moralische Frage aufzuwerfen zu müssen. Dadurch geriet der Junge in den Zwang, ein Geschehen, das er zuvor als durchaus positiv erlebt geschildert hatte, am Ende als "Sauerei" zu verwerfen. Daß er danach zu keiner Äußerung mehr zu bewegen war, zeigt wohl die Verlegenheit und das unangenehme Berührtsein, einen Liebeskontakt rechtfertigen zu müssen, wo keinerlei Rechtfertigung erwünscht war.

Die Reaktionen seiner Umgebung (moralisierende Eltern, Verwandte, Lehrer, Polizei) geben dem Kind als Zeugen in einem Strafverfahren das Gefühl, in hohem Maß "mitschuldig" zu sein. Es leidet besonders dann unter erheblichen Schuldgefühlen, wenn es offensichtlich Freude am sexuellen Kontakt hatte. Es vermag nicht zu verstehen, daß ein im eigenen Erleben höchst positives Ereignis zum Mittelpunkt eines Verfahrens wird, in dem es nur um Schuld und Strafe geht. Diese Haltung seiner Umgebung, die ausschließlich negative Einschätzung von Werten, die ihm ansonsten positiv vermittelt werden (Zuneigung, Zärtlichkeit, Vertrauen), kann hier eine wirkliche Bedrohung für das Kind darstellen. Es erlebt zudem, daß sein intimes Verhältnis zu einem anderen Menschen zu einem öffentlichen Akt der Inquisition wird.

[...]

[S.111:] Acht von zehn Elternpaaren strafen ihr Kind, wenn sie es beim Doktor-Spielen ertappen. Dadurch lernt das Kind, daß Sexualität etwas Schmutziges, ja Böses sei. Oder aber sie übergehen die kindliche Neugier mit Schweigen oder Ablenkung. Besonders verheerend sind schließlich die elterlichen Strategien gegen die Selbstbefriedigung, die den jungen Menschen ausgerechnet in einer seiner konfliktträchtigsten Lebensphase, der Pubertät, vor schwer lösbare Probleme stellen.

 

http://home.t-online.de/home/320028007954/sr/prd/German/lib/Vogel1988.html

 

 

 


 

 

Lautmann R.

Pädophilie - darf es sie geben? Anfragen anläßlich eines Buches

in: Bernard (ed.) Pädophilie ohne Grenzen, Foerster, S. 62-88 (1997)

Wer sind die 'echten Pädophilen'?

Es sind Erwachsene mit einem auf Kinder gerichteten Begehren ('Präferenz'). Die echten Pädophilen lieben ihre kindlichen Partner und Partnerinnen. Sie begehren sie zunächst einmal erotisch. Das Sexuelle kommt eigentlich erst in zweiter Linie.

Unsere These lautet mithin: Das Begehren zum Kind ist eine eigenständige und ausdifferenzierte Sexualform. Das Kindliche als autonomer Gegenstand des sexuellen Wunsches erweist sich auch daran, daß es sich teilweise von der Altersdimension lösen kann, nämlich wenn 'Erwachsene' erotisiert werden, weil und insofern sie kindlich wirken.

Den Skandal macht dann der Gedanke, daß die Sexualform "Pädophilie" sich von den Phänomenen des 'sexuellen Mißbrauch' unterscheidet.

Während das öffentliche Urteil sie für monströs hält, tun sie selber überwiegend Dinge, die in unserer Kultur für den zwischenmenschlichen Umgang üblich sind. Der eine Teil ihres Handlungsrepertoires ist 'normal', nämlich kennzeichnend für sämtliche Intimität; der andere Teil ist 'spezifisch', weist sie als Pädophile i.e.S. aus.

Die Verschiedenheit von Homo- und Jungenpädophilie hat mich selbst überrascht. Ursprünglich hatte ich selbst gedacht, daß die Knabenliebhaber aus schwulen Orientierungen kommen. Zwischen Pädophilie und Homo-/Hetero-Sexualität muß man aber trennen. Jemand, der ein Mädchen liebt, kann ja gerade mit einer Frau nicht. Insoweit ist er nicht heterosexuell, sondern er liebt Mädchen. Und ein Mann, der sich mit Knaben einläßt, wird bei einem erwachsenen Partner oft eher zu einer Frau tendieren als zu einem Mann. Wichtig ist, daß ein erwachsener Partner in der Regel abgelehnt wird.

Zum bisherigen Stand der Forschung

Es war bislang üblich, alle sexuellen Kontakte und Beziehungen, auf die sich ein Erwachsener mit einem Kind einläßt, einheitlich anzusehen: im Strafrecht, in der Sexualmedizin, in der Kindreschutzliteratur. Zwischen ausbeuterischen und liebevollen Beziehungen zu unterscheiden, wird ausdrücklich abgelehnt. Es auch nur als Möglichkeit ins Auge zu fassen, daß ein angebarer Teil jener Kontakte das Kind vielleicht nicht schädige, gilt als unseriös. Untersuchungen, die genau dies glauben nachweisen zu können, werden von beinahe sämtlichen Fachzeitschriften nicht zur Veröffentlichung angenommen. Über den moralischen Charakter all dieser Entscheidungen ist man sich durchaus im klaren, sieht aber gleichwohl keinen Forschungsbedarf.

Welche langfristigen Auswirkungen haben sexuelle Erfahrungen, die Kinder mit Erwachsenen machen mußten? Wider Erwarten wirft die Lektüre der Fachliteratur mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Der bloße Altersunterschied und die moralische Mißbilligung solcher Akte machen in vielen Schriften das betroffene Kind zum 'Opfer' (führend: David Finkelhor). Doch bedeutet das nur eine Wortwahl, die Schädigung zwar unterstellt, nicht aber beweist.

[Kirkpatrick 1987]

Viele besonnene WissenschaftlerInnen halten daran fest, Pädophilie im engeren Sinne nicht mit Kindesmißbrauch in ein und denselben theoretischen und politischen Topf zu werfen. Solche differenzierenden Stimmen kommen beispielsweise von Gisela Bleibtreu-Ehrenberg, Kurt Freund, Berl Kutschinsky und Eberhard Schorsch - allesamt mit einem breiten Überblick über sexuelle Phänomene. Für einen 'Eintopf' hingegen stimmen vor allem diejenigen, die ausschließlich Vergewaltigung und Mißbrauch diskutieren (beispielsweise Elisabeth Trube-Becker). Folgerichtig ordnen sie diese Probleme weniger dem Sexuellen, sondern vor allem der patriarchalen Herrschaft zu.

Wo verläuft die Trennlinie zwischen Pädophilie und Kindesmißbrauch?

Die Kriterien hierfür lauten: Freiwilligkeit und Schädigung. Beides ist unabhängig voneinander zu prüfen.

Der Begriff des Kindesmißbrauchs beinhaltet, daß der kleine Mensch geschädigt wird. Diese Schädigung ist bei den Kontakten der echten Pädophilen sehr fraglich. Sie gehen außerordentlich vorsichtig vor, sie erleben viel weniger Sexualität, als gemeinhin angenommen wird. Sie zielen gar nicht unmittelbar auf Sexualität, sondern zunächst auf die erotische Beziehung zu dem Kind. Da verhalten sie sich nicht anders als wir anderen Erwachsenen gegenüber unseren Partnern: Wir begründen eine intime Beziehung, in der auch Sexualität stattfinden kann, wenn der andere Teil einverstanden ist. Dieses Einverständnis wird beim Kind auf eine natürliche Weise hergestellt. Hier allerdings entzünden sich die Debatten, ob Kinder überhaupt in Sexualität einwilligen können.

Können Kinder in diese Sexualität einwilligen?

Nach meinem Eindruck gibt es sowas wie eine natürliche Willensübereinstimmung, die nicht bedeutet, daß beide in dasselbe eingewilligt haben, wohl aber, daß das Kind den zurückgenommenen Formen des pädophilen Wunsches zugestimmt hat und dann mit sich einiges machen läßt, was ihm selber Spaß verschafft. Kinder sind in ihrer sexuellen Entwicklung untereinander womöglich noch verschiedener als die späteren Erwachsenen. Daher mag es 'geeignete Partner' für Pädophile geben, ohne daß wir anderen uns das jemals aus eigener Erfahrung vorstellen könnten.

 

 

http://home.t-online.de/home/320028007954/sr/prd/German/lib/Lautmann1997.html

 

 

 

 


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